Der Satanismus

Fach Geschichte

Klasse 9

Autor schnuckelwolke72

Veröffentlicht am 31.08.2018

Schlagwörter

Satanismus

Zusammenfassung

In diesem Referat geht es darum... was ist der Satanismus, woher hat es seinen Ursprung und in welchen Religionen ist der Satanismus vertreten? Wo und wann wurde Satanismus in die Literatur eingebracht?

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Satanismus – Was ist das?

Als Satanismus bezeichnet man Bewegungen die sich positiv auf Satan oder anders gesagt auf das gesellschaftlich als Böse angesehene bezieht, dabei stehen sie nicht direkt miteinander in Verbindung. Seit dem 17. Jahrhundert ist Satanismus als literarische Strömung und seit dem frühen 18. Jahrhundert als religiöse Bewegung belegt. Unterschieden wird in der Regel zwischen zwei Richtungen des Satanismus. Das Verehren von Gottheiten beinhalten der „traditionelle“ (theistische) Satanismus. Im traditionellen Satanismus gilt das Kriterium, das die Person Satans mehr oder weniger im Mittelpunkt stehen muss. Ein „atheistischer“ und rationaler Standpunkt jedoch ist beim „modernen“ Satanismus vertreten.
Als kleinster Nenner von vielen verschiedenen Richtungen des modernen Satanismus ist hierbei der Anthropozentrismus, das Besondere dabei ist die Betonung der Freiheit des Menschen. Der Satanismus steht somit vor allem im Gegensatz zu religiösen Bewegungen, die die Vorherbestimmung und Unvollkommenheit des Menschen hervorheben. Trotz allem ist eine Vermischung des traditionellen und dem modernen Satanismus möglich. Der Satanismus wird in der Öffentlichkeit meist als Gegenstand von Schauergeschichten, Sensationsjournalismus und Verschwörungstheorien wahrgenommen.

Ursprünge des Satanismus

Satanismus ist ein Begriff, der sich etymologisch auf Satan, und damit auf den Kulturraum der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und den Islam bezieht. Die Idee einer dualistisch angelegten Welt, geht auf ältere Religionen wie zum Beispiel den Zoroastrismus zurück, in dieser Welt geht es darum einen Kampf zwischen Gut und Böse auszufechten. Dabei stehen der Schöpfergott Ahura Mazda und Ahriman im Mittelpunkt des Glaubens. Diesen Dualismus übernahmen Gnostische Strömungen.Die Vergöttlichung des Menschen („Deus est homo“) ist ein Motiv des modernen Satanismus und findet sich etwa auch bei gnostischen Schlangenkulten der Antike (Ophiten) wieder. In dem Satz „Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ schimmert sie durch.

Judentum:

„Widersacher“, „Anfeinder“ und „Gegner“ stehen unter anderem auch für das Wort Satan. Im Buch Hiob gleicht seine Funktion der eines Staatsanwalts. Auch eine positive Rolle kann ein Satan übernehmen. Dadurch wird seine theologisch untergeordnete Funktion sichtbar. Er handelt immer im Auftrag des jüdischen Gottes, auch JHWH genannt.

Satan ist im Judentum derjenige, der die Seite der Anklage am Richterstuhl Gottes vertritt. In der Person des Advocatus diaboli lebt diese Auffassung weiter, er führt diese Funktion bei Verhandlungen am Stuhl Petri aus. Satan wird im Buch Hiob als einer der Sohne Gottes bezeichnet, weil er in der Hierarchie der Engel so weit oben stand, so das er Zutritt zu Gottes Hofstaat hatte. Aus anderen religiösen Strömungen entstand eine polarisierende Deutung der Welt als ein Kampf gut gegen Böse in der jüdischen Kultur und war zunächst wenig bedeutsam. Mit dem Christentum wurde sie Theologisch relevant. Erst später wurde Satan in jüdischen Mythologen wie dem, nach Otto Eissfeldt auf vor 63v. Chr. Datierten, apokryphen Äthiopischen Buch Henoch als gefallener Engel beschrieben. Er lehnte sich zusammen mit seinen Anhängern gegen Gottes Wille und wurde zur Strafe auf die Erde verbannt.

Christentum:

Im Neuen Testament ist der Begriff Teufel ursprünglich griechisch Diabolos, der Verleumder, Durcheinanderwerfer, Verwirrer, was sich von dia-ballain, durcheinanderwerfen herleiten lässt. Die griechische Umschrift Σατανας, Satanas ist eher seltener. Satan personifiziert das Böse in seiner religiösen Funktion des „Versuchers“, es wird beispielhaft als Bild der Schlange im Paradies dargestellt. Der Teufel wird im Christentum als Gegner und Widersacher (hebräisch: Satan) des christlichen Gottes angesehen. Der Teufel erhielt eine Vielzahl von Beinamen und neuen Gesichtern, während im Laufe der Jahrhunderte alle nichtchristlichen (heidnischen) Religionen in Europa von den Christen verdrängt wurden, da man die alten Gottheiten zu Feinden Gottes erklärte: der bockbeinige Hirtengott Pan ist eine der bekannteren Darstellungen.

Gnosis:

Satan wird in einigen neo-gnostischen Strömungen mit dem römischen Gott Lucifer (Lichträger, von lux, lucis „Licht“ und ferre „tragen“) gleichgesetzt.

Islam:

Im Islam kennt man so etwas wie einen „Iblis“, einem „Schaitan“, einem von Allah abgewandten Wesen, als Widersacher Gottes oder eine Art Kräfte-Gegenpols nicht. Hier darf man das Prinzip Gut gegen Böse nicht als Gegenkräfte anwenden. Iblis ist einzig Versucher der Menschen, dem Allah eine Frist gesetzt hat, keiner ist mächtiger als Allah. Iblis ist gefährlich für Menschen die wanken und sich Allah nicht vertrauensvoll zuwenden, allmächtig ist er jedoch nicht: „Der Satan stachelt zwischen ihnen (zu Bosheit und Gehässigkeit) auf. Er ist dem Menschen ein ausgemachter Feind.“ Im Islam gibt es keine Sekten oder Glaubensrichtungen, die sich mit Satan auseinandersetzen. Nach Sure 7:12 Wurde Adam aus Ton und Satan aus Feuer geschaffen. Ungläubigen werden durch die Sure mehrere Satane zugewiesen, welche diese beschützen und zu Irrtümern verführen sollen. Weil er im Paradies Adam und Eva verführte,wurde die über Satan verhängte Todesstrafe ausgesetzt und findet nach islamischer Vorstellung erst beim Jüngsten Gericht statt. Eines der traditionellen Rituale der islamischen Pilgerfahrt, ist die symbolische Steinigung Satans nach der Rückkehr vom Berg Arafat in Mina östlich von Mekka.

Satanismus in der Literatur

Anfangs war Satanismus eine literarische Strömung, die von England aus ging, die sich mit dem Bösen integrativ auseinandersetzte. John Milton (1608-1674) gilt als Begründer. Ein Satan, der dem Menschen seine Potentiale bewusst machen soll, zu Wissen und Göttlichkeit zu gelangen, wird zum ersten mal in seiner Literaturgeschichte Paradise Lost beschrieben, die Dichtung enthält den Satz: Better to reign in hell than to serve in heaven („Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel dienen“). Der englische Dichter William Blake (1757-1827) sowie die französischen Dichter Marquis Donatien Alphonse Francoise de Sade (1740-1814) und Charles Baudelaire (1821-1867) sind die bekanntesten Vertreter. Nach dem Sündenfall sah Baudelaire „keine direkte Verbindung mehr nach oben“. Das Heil in einer hyperconsciense dans le mal („Überbewusstsein im Bösen“) „vor allem bezüglich der Sexualität“; seine manichäische Haltung zum Bösen mit seiner Ästhetik des Hässlichen fand 1857 Ausdruck im Gedichtband „Les Fleurs du Mal (dt. Die Blumen des Bösen). Das Hauptwerk dieser Richtung von Marquis de Sades „Les 120 Journees de Sodome ou lÈcole du Libertinage“ (dt. Die 120 Tage von Sodom) wurde erst 1904 herausgegeben, aber bereits im Jahr 1785 verfasst. Lord Byron (1788-1824) griff diese Ideen mit „Childe Harold´s Pilgrimage“ 1812 und „Der Korsar1814“ in England auf. Das erste satanische Werk der Weltliteratur ist das von Miltons Satan inspirierte Drama „Cain“ aus dem Jahr 1821. Autor des 1815/16 herausgegebenen fantastischen Romans „Die Elixiere des Teufels“ ist E.T.A Hoffman (1776-1822), Hauptvertreter der sogenannten Schwarzen Romantik in Deutschland. Der spätere italienische Literatur-Nobelpreisträger Giosue Garducci (1835-1907) erregte 1835 mit seiner Inno a Satana (Hymne an Satan) Aufsehen.

Hermann Hesse thematisiert in seinem Roman Demian den Satanismus und lässt einen Protagonisten unter anderen aussprechen: „ Also müsse man entweder einen Gott haben, der auch Teufel sei, oder man müsse neben dem Gottesdienst auch einen Dienst des Teufels einrichten.“ Und: „Ich habe Kulte begangen, für die ich Jahre von Zuchthaus absitzen müsste, wenn man davon wüsste.“