Demografischer Wandel in der Bundesrepublik Deutschland

Fach Geschichte

Klasse 8

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 19.08.2018

Schlagwörter

Demografischer Wandel

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit dem demografischen Wandel in der Bundesrepublik Deutschland und geht sowohl auf die älter werdende Bevölkerung als auch an den steigenden Anteil der Menschen mit Magrationshintergrund ein. Außerdem werden Möglichkeiten genannt, welche den demografischen Wandel aufhalten bzw. teilweise eindämmen können.

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Bei dem „demografischen Wandel“ in der Bundesrepublik Deutschland handelt es sich um verschiedene Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung. Insbesondere geht es hierbei um die Altersstruktur aber auch das quantitative Verhältnis zwischen den Geschlechtern, der Ausländeranteil, sowie die Entwicklung von Geburten und Sterbefälle spielt eine Rolle.

Was die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland angeht, ist es seit dem Jahre 1972 so, dass mehr Menschen sterben, als im gleichen Zeitraum geboren werden. Das bedeutet, die Mortalität ist höher als die Geburtenrate. Dies hat zur Folge, dass die Bevölkerung in Deutschland „immer älter wird“. Hierfür ist die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung verantwortlich aber auch der gleichzeitige Rückgang der Geburtenrate.

Aufgrund der im Jahre 2011 beschlossenen Freizügigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus dem europäischen Ausland, gibt es einen jährlichen Wanderungssaldo zwischen 100000 und 200000 Menschen.

Die zunehmende Migration in Deutschland ist ebenfalls ein Problem, was den demografischen Wandel angeht. Auch die Tatsache, dass die nach Deutschland ziehenden Ausländer in der Regel jünger sind, als die aus Deutschland wegziehenden Ausländer und dem „Verjüngungseffekt“, hebt die Alterung der Gesamtbevölkerung nicht auf.

Auch die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruches in Deutschland sorgt dafür, dass viele Kinder, welche die Gesellschaft verjüngt hätten, gar nicht erst geboren worden sind. In Deutschland gibt es pro Jahr fast 100000 Abtreibungen.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des demografischen Wandels stellen Gesetzgeber, Kommunen, Wohlfahrtseinrichtungen, Wirtschaft und Bürger vor neue Aufgaben. Beispielsweise müssen (Vor-)Schulen, insbesondere Grundschulen, zusammengeschlossen werden, wenn die Bildungsinvestition pro Schüler sich nicht erhöhen soll. Darüber hinaus führt der immer größer werdende Anteil älterer Menschen dazu, dass die Mobilität für diese gewährleistet werden muss. Ebenfalls muss für die Pflege gesorgt werden. Dies kann beispielsweise auch über den Umbau alter Staatseinrichtungen zu Altersheimen und/oder „betreutem Wohnen“ unterstützt werden.

Probleme aufgrund des demografischen Wandels

Altersvorsorge

Die in Deutschland existierende gesetzliche Rentenversicherung für Angestellte und Arbeiter funktioniert nach dem Umlageverfahren. Darüber hinaus werden Kosten auch mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen zur Rentenversicherung gedeckt und durch Betriebsrenten sowie private Vorsorge abgedeckt. Das Problem der alternden Bevölkerung, die „Überalterung“, sorgt dafür, dass bei gleichbleibendem Renteneintrittsalter, eine steigende Zahl von Rentenempfängern, eine abnehmende Zahl von Beitragszahlern der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber steht.

Deshalb fordert Reformer, dass Renteneintrittsalter zu erhöhen, die Renten zu kürzen und private Vorsorge zur Pflicht zu machen. Private Vorsorge ist für Geringverdiener jedoch kaum zu realisieren und die anderen genannten Punkte sind ungerecht gegenüber anderen Generationen. Die Anzahl der versicherungspflichtigen Erwerbstätigen sowie die Höhe der gesamten Beitragsleistung von diesen ist allerdings kein ausschließlich von der Bevölkerungsentwicklung abhängiger Wert. Daher ist die Kritik der Gewerkschaften durchaus gerechtfertigt.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist besonders stark vom demografischen Wandel betroffen. Hierbei ist insbesondere die Altenpflege hervorzuheben, die sich auf eine stark ansteigende Zahl von pflegebedürftigen Menschen einstellen muss. Gleichzeitig fallen in der Pflege jedoch immer mehr Arbeitnehmer weg, da die Branche große Nachwuchsprobleme hat. Die Probleme in der Pflegeversicherung ähneln denen der gesetzlichen Rentenversicherung.
Ein weiteres Problem ist die Landflucht, welche zu einer ärztlichen Unterversorgungen, in ländlichen Regionen führt. Innerhalb der nächsten drei Jahre, werden mehr als 40 Prozent der Hausärtze in den Ruhestand gehen. Junge Ärzte präferieren in der Regel eine Praxis oder eine Anstellung in Krankenhäusern oder Praxen in der Stadt.

Maßnahmen gegen den demografischen Wandel

Bis jetzt konnte der demografische Wandel noch nicht aufgehalten werden, im Gegenteil. Seit 1972, also seit mehr als 45 Jahren ist die Geburtenrate in der Bundesrepublik Deutschland kleiner, als die Sterberate. Die Politik zielt bis jetzt jedoch kaum darauf ab, Anreize zur Erhöhung der Geburtenrate zu schaffen, sondern reagiert aktuell eher mit Maßnahmen, welche die Auswirkungen des demografischen Wandels betreffen, anstatt an den Ursachen zu arbeiten.

Eine ursachenorientierte Politik, welche Familien fördert und animiert Kinder zu bekommen, wird diskutiert. Als mögliche Maßnahmen, stehen unter anderem eine flächendeckende Betreuung von Kindern im Vorschulalter in Kindertagesstätten zur Debatte. Des Weiteren könnte das steuerliche Ehegattensplitting zu einer Art Familiensplitting werden und somit finanzielle Anreize bieten. Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Frankreich so praktiziert und ist erfolgreich. Darüber hinaus soll die Frauenförderung durch die Einführung von Mütterquoten umgesetzt werden. Außerdem soll die Benachteiligung von kinderreichen Familien im Sozialversicherungssystem beendet werden.

Neben den oben genannten Aspekten soll die Bundesrepublik Deutschland insgesamt familienfreundlicher und kinderfreundlicher werden. Arbeit und Familie sollen in Zukunft besser vereint werden können. Hierzu soll zunächst die strenge Trennung zwischen dem Privatleben und der Arbeitswelt aufgehoben werden. Außerdem sollen familienfreundlichere Arbeitszeiten eingeführt werden, wie zum Beispiel Gleitzeit. Des Weiteren sollen die Arbeitsverhältnisse insgesamt familienfreundlicher dargestellt werden.

Auch in der Öffentlichkeit soll das Bild einer kinderfreundlichen Umgebung entstehen. Hierzu sind auch kindgerechte Freizeitmöglichkeiten und Erholungsmöglichkeiten notwendig. Es werden ausreichende Spielplätze, Grünflächen etc., in sicherer Lage benötigt. Zudem muss eine kinderfreundliche Verkehrsplanung sowie kindgerechte Bauvorschriften, barrierefreie Zugänge und ähnliches, sichergestellt werden.