Das Parfüm Teil 2

Fach Geschichte

Klasse 8

Autor schnuckelwolke72

Veröffentlicht am 31.08.2018

Schlagwörter

Das Parfum

Zusammenfassung

Aus was wird Parfüm hergestellt und welche wichtigen Bestandteile gehören dazu? Welche Verdünnungsklassen gibt es? Welche Duftintensitäten gibt es und welche Wirkung haben sie? Zwischen welchen Duftnoten unterscheidet man? Was sind die wichtigsten Duftbausteine eines Parfüms? Welche Duftfamilien gibt es und warum? Wofür wird Parfüm verwendet und wie vertragbar ist es?

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Das Parfüm – Herstellung und wichtige Bestandteile

Jedes Parfüm hat seine eigenen wichtigen Bestandteile. Eines der Grundbestandteile ist Alkohol. Rund 80% eines Parfüms besteht daraus, wobei man betonen muss das es nicht zum Verzehr geeignet ist. Auch destilliertes Wasser und darin gelöste, natürliche Essenzen sprich ätherische Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft, sowie immer mehr synthetisch hergestellte Duftstoffe. Natürliche Öle und synthetische Duftstoffe (chemicals) haben die Fachbezeichnung Riechstoffe, Heute werden die meisten synthetischen einheitlichen Riechstoffe in größeren Mengen synthetisiert. Der Fortschritt bei der Suche nach einem neuen Duftstoff hängt in erster Linie von den Forschungsarbeiten der Chemiker ab, meint zumindest der Kompositeur des bekannten Parfüms Chanel No. 5 Ernest Beaux. Je nach ihrer Thermostabilität und störenden Begleitsubstanzen, werden natürliche Riechstoffe aus dem zerkleinerten Rohmaterial durch Destillation, Mazeration, Enfleurage, Extraktion oder durch Auspressen (Expression) gewonnen.

Seit 2005 erfolgt die Deklaration EU-weit nach dem INCI-System. 2004/93/EC ist eine EU-Richtlinie die zusätzlich mit der Deklarationspflicht für 26 Allergene gilt.

Verdünnungsklassen des Parfüms

Abhängig von der Konzentration an Duftstoffen innerhalb einer Mischung, werden folgende Verdünnungen unterschieden:
zum einen gibt es das Eau de Solide (EdS) auch Splash Cologne, Edition S oder Splash Perfumes genannt. Sie enthalten 1-3 % Duftölanteile. „EdS“ ist ein eingetragenes Warenzeichen.
Im Eau de Cologne (EdC), auch Kölsch Wasser genannt, sind immerhin 3-5% Duftölanteile vorhanden. „Echt Kölsch Wasser“ und „Original Eau de Cologne sind eingetragene Warenzeichen.
Im Eau de Toilette (EdT) sind 6-9% Duftölanteile zu finden, jedoch bei sogenannten Extreme- /Extreme- oder Intense Varianten können auch mehr Duftölanteilen enthalten sein.
Das Eau de Parfum (EdP) ist mit 10-14% Duftölanteilen schon eines der stärkeren Mischungen, bei Intense- Varianten können es sogar bis zu 20% sein.
Zu guter Letzt gibt es noch das Extrait Parfum oder auch als Extrait de Parfum bekannt, es enthält zwischen 15-30 % Duftölanteile. Bei Intense- Varianten sind es sogar bis zu 40%

Seit dem 17. Jahrhundert hat sich der Riechstoff vom EdC über EdT zum EdP ausdauernd erhöht. Noch mehr ätherische Öle sind in Extreme- oder Intense- Varianten enthalten. Es sollte bei den Auflistungen zur Konzentration der Bestandteile immer berücksichtigt werden, das es eine Vielfalt von unterschiedlichen Auffassungen und Beschreibungen gibt, die zum Teil gezielt voneinander abweichen können, Dabei decken sich die oben angegebenen Angaben mit denen des H&R Buches Parfum. Martinez und Hartwig schreiben zum Beispiel; Eau de Toilette hat von 5 bis 8% Duftölanteile, beim Eau de Parfum sind es von 8 bis 10% und beim (Extrait) Parfum sogar von 10 bis 25%.

Duftintensität und Duftwirkung

Je nachdem wie der Duft zusammengesetzt ist, haben Parfüms unterschiedliche Duftintensitäten und Duftwirkungen. Die Duftintensität und die Duftwirkung werden durch die Riechstoffauswahl und Riechstoffkonzentration beeinflusst. Es wurden dabei folgende Schwellenwerte beobachtet:

Zum einen gibt es da die Duftwirkungs-Schwelle, bei dieser noch nicht wahrnehmbaren Intensität reagiert der Körper auf den Duft.
Bei der Wahrnehmungs-Schwelle, auch Aura genannt, riecht man zwar etwas, kann es jedoch nicht zuordnen.
Bei der Erkennbarkeits-Schwelle, erkennt man den Duft und kann ihn auch benennen. Mit andauernder Duft-Intensität wandelt sich der Duft von einem angenehmen Duft über in einen aufdringlichen Duft bis hin zur letzten Schwelle, der Fluchtschwelle.
Die Flucht-Schwelle löst unbewusst eine Fluchtreaktion aus.

Duftnoten

Durch unterschiedliche Anteile der Grundbestandteile, kann ein Parfüm sehr viele verschiedene Duftnoten annehmen. Zum Beispiel kann es blumige, moschusähnliche, orientalische, fruchtige, frische oder klassisch- elegante Duftnuancen aufweisen.

Viele der Parfüms sind aus Kopf-, Herz- und Basisnoten zusammengesetzt.

Unmittelbar nach dem Auftragen des Parfüms auf der Haut ist in den ersten Minuten die Kopfnote wahrnehmbar. Die Kopfnote ist für den Ersten Eindruck und die Kaufentscheidung wichtig und deswegen intensiver als die anderen und wird von leicht-flüchtigen Duftstoffen geprägt. Normaler weise setzt sich die Kopfnote aus leichten Duftnoten zusammen, es können jedoch auch schon Teile von Herz- und Basisnote dabei sein.
In den Stunden nachdem sich die Kopfnote verflüchtigt hat ist die Herznote zu riechen und bildet den eigentlichen Duftcharakter (das Herzstück). Es finden sich meist Blütennuancen, die mit anderen Aromen kombiniert werden in der Herznote wieder. Oft bezeichnet man sie auch als Mittelnote.
Der letzte Teil des Duftablaufes ist die Basisnote, sie enthält lang-haftende und schwere Bestandteile

Die wichtigsten Duftbausteine

Synthetisierte Riechstoffe und natürliche Riechstoffe, die uns an Blüten, Früchte, Gewürze, Rinde und Harz, Blätter, Gräser, Moose, Beeren Wurzeln, tierische Sekrete und sogenannte Gourmand-Noten erinnern, sind die wichtigsten Duftbausteine eines Parfüms.

Pelargonien, auch afrikanische Geranium (Storchenschnäbel) genannt, Hyazinthe, Jasmin ( sie ist nur in höchst aufwendigem, mehrstufigem Verfahren zu gewinnen, dabei ergibt eine Tonne Blüten gerade mal ein Kilogramm Absolue), Lavendel (es ist das meist verwendete ätherische Öl in der Parfümerie), Maiglöckchen, Mimose, Neroli (sie wird aus den Blüten eines Bitterorangenbaums gewonnen), Osmanthus (in modernen Fantasienoten enthalten), Rose ( es ist einer der am häufigsten verwendeten Blütenduftbausteine, ihre Blütenblätter werden einzeln gezupft), Tuberose (Nachthyazinthe) ( es ist einer der teuersten Duftstoffe und wird durch Enfleurage gewonnen), Veilchen und Ylang-Ylang gehören zu den wichtigsten Blüten .
Bergamotte, Grapefruit, Limette, Orange (sie wird aus den Fruchtschalen des Orangenbaums gewonnen), Bitterorange (auch hier wird sie aus den Fruchtschalen des Bitterorangenbaums gewonnen), Zitrone, Pfirsich, Grüner Apfel, Erdbeere; Brombeere, Himbeere, Pflaume, Kokos, Cassis (schwarze Johannisbeere) gehören zu den wichtigsten Früchten aus die Duftnoten für ein Parfüm zusammengesetzt wird.
Wichtige Gewürze eines Parfüms sind unter anderem Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskatnuss, Nelken (herbei werden die Blüten und Blätter genutzt), Piment ( auch Nelkenpfeffer genannt), Rosmarin ( wird häufig verwendet), Vanille und Zimtrindenöl.
Sogar Rinden und Harze wie Benzoe Siam, Elemi (findet man häufig in Fougere- Kompositionen), Myrrhe, Mastix, Guajak, Copaiba, Olibanum (Weihrauch), Opopanax, Perubalsamöl, Rosenholz, Sandelholz, Styrax, Tolubalsam, Zedernholz und Wacholder werden für Parfüms genutzt.
Auch verschiedene Blätter, Gräser, Moose, Beeren und Wurzeln wie zum Beispiel Malabar- oder Citronella, Baum- und Eichenmoos (sie geben einer Duftkreation Wärme und Haftfestigkeit), Galbanum, Iriswurzel (von hoher Originalität und sehr wertvoll), Lorbeer, Maskatellersalbei, Patschuli ( ist ein wichtiger Dufteckpfeiler), Petitgrain (gewinnt man aus den grünen Teilen des Bitterorangenbaums wie Blätter, Zweige und unreife Früchte) Tabakblätter (für echte Tabaknoten unverzichtbar), Tonkabohne Tonkabohnen-Resinoid/ Coumarin, Veilchenblätter, Vetiver (wird aus der Wurzel gewonnen), Wacholderbeeren und Zypressen sind wichtige Bestandteile einer Duftnote.
Bei den tierischen Sekreten benutzt man unter anderem Amber, Castroreum und Moschus (es ist einer der heute sagenumwobensten Duftbausteine eines Parfüms), jedoch werden sie heute fast nur noch in synthetischer Form genutzt.
Es gibt nicht nur ätherische Öle sondern auch natürliche Rohstoffe in den Qualitäten Concretes, Resinoide und Absolues.
Sogenannte Genuss-Noten wie Schokolade, Karamell, Zucker, Zuckerwatte, Honig, Süße Milch und Mandel sind im 21. Jahrhundert vermehrt gefragt und werden auch genutzt.
Bei den synthetischen Duftstoffen können nur einige Beispiele genannt werden, dabei wird auf die Aufzählung chemischer Formeln verzichtet. Für die Parfümerie sind Aldehyde von überragender Bedeutung. Es werden Duftstoffe wie Cumarin, Vanillin und Maltol ( sie sind intensiv süß, warm, fruchtig und karamellartig) benutzt. Moschus-Keton und Moschus-Xylol verfälschten das tierische Moschus sowie polycyclische Moschusverbindungen wurden deswegen seit 2005 endgültig verboten. Galaxolid und Ethylenbrassylat sind zwei bekannte synthetische Moschuskörper die sehr gebräuchlich sind. Weitere gebräuchliche Riechstoffe sind zum Beispiel Linalool, Linalylacetat, Citral, Citronellol, Damascon, Himbeerketon, Farnesol, Hexylacetat, Alpha-Jonon und Calone. Einige davon sind Stoffe, die auch in (natürlichen) ätherischen Ölen vorhanden sein können und gleichzeitig als Allergene deklariert werden müssen.
Duftfamilien

Um Klassifizierungen waren die Parfümerien stets bemüht, jedoch konnte und musste man nicht jede Note unbedingt zweifelsfrei bestimmen. Man erhält eine brauchbare Systematik, wenn man die verschiedenen Düfte neun unterschiedlichen Duftfamilien zuordnet, dabei kann man sich darüber streiten, ob einige der genannten Kategorien sich sinnvoll ergänzen, oder aber überflüssig sind. Genuss-Aromen und tropische Düfte sind ganz schwer in eine klassische Unterteilung zu integrieren. In folgende Duftnoten wird unterteilt und zwar gibt es Blumige Noten, Fougere-Noten (französisch Farn), Chypre-Noten (französisch Zypern – Der Parmumeur Francois Coty führte 1917 diese Duftfamilie ein.), Zitrusnoten (Agrumen/ Hesperiden), Gourmand-Noten,Tropische Noten, Holzige Noten, Orientalische Noten und Ledernoten (Juchten und Tabac).
Des weiteren wird man Unterteilungen finden, in denen Kräuter und Gewürze einzeln aufgeführt werden, die aldehydische Parfüms extra benennen. Auch farbliche Zuordnungen sind möglich, dies passiert zum Beispiel bei besonders grünen Noten. Die 1990 von Jean Kerleo gegründete Societe francaise des parfumeurs ist eine wichtige und seriöse Quelle, wo man Informationen zu den Duftfamilien erhält.

Verwendung und Verträglichkeit

Das Parfüm wird sowohl von Frauen als auch Männern hauptsächlich als Wohlgeruch dazu benutzt, den körpereigenen Geruch zu verändern. Dies wird gemacht um die eigene Person und den persönlichen Geschmack oder Stil zu untermalen. Eine Duftnote kann sich auf der Haut verschiedener Menschen völlig unterschiedlich entwickeln. Deswegen ist das Testen eines Parfüms auf einem sogenannten Teststreifen oder auf der eigenen Haut völlig sinnlos wenn man das Parfüm verschenken möchte. Duftstoffe sollten auf gut durchblutete Hautareale aufgetragen werden etwa über den Handpulsen, am Hals oder hinter den Ohren, damit er sich gut entfalten kann.

Kinder und Allergiker sollten Parfüms an unauffälligen Stellen die Verträglichkeit testen, da sie auf verschiedene Stoffe reagieren können. Im Abstand von zehn Tagen sollte ein zweiter Test stattfinden. Wenn auch beim zweiten Test keine Hautreizungen aufgetreten sind, ist eine Allergie oder Irritation kaum zu befürchten. Eine Hyposensibilisierung durch einen erfahrenen Arzt oder das Meiden der Allergene kann bei einer Allergie helfen. Die Irritation tritt häufiger auf als eine Allergie, es genügt oft, die Konzentration und/oder die Anwendungshäufigkeit herabzusetzen.

Seit 1997 werden derzeit 26 Duftstoffe in der Europäischen Union als potentiell allergieauslösend eingestuft.Wenn die „allergenen Stoffe“ ab einer bestimmten Menge im Rahmen der Liste der Bestandteile mit ihrer jeweiligen Bezeichnung der internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) einzeln aufgeführt werden, dürfen sie in kosmetischen Produkten enthalten sein.

Wenn die Parfüms gut verschlossen in einem geeigneten Behältnis, an einem dunklen und kühlen Ort aufgehoben werden, kann man sie relativ lange lagern, denn ein Parfüm wird durch Hitze, Licht, Feuchtigkeit und Kontakt mit Luft oder reaktiven Oberflächen beeinträchtigt. Man spricht von „umgekippten“ Düften, wenn es schlecht oder überlange gelagert wird, denn dadurch kann der Duft verfliegen oder seine Duftnoten verändern sich.