Chronik eines Verbrechens

Fach Fach

Klasse 9

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 22.10.2018

Schlagwörter

Verbrechen Geiselnahme Entführung

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der Chronik eines Verbrechens und spiegelt wieder, dass es beim Geiseldrama von Gladbeck einige Fehler seitens der Polizei und ein sehr negatives Verhalten seitens der Medien gab.

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Das Geiseldrama von Gladbeck ist eines der bekanntesten Fälle der Krimimalgeschichte. Es war geprägt von ermittlungstechnischen Pannen der Polizei und groben Fehlverhalten der Reporter.

Chronik der Tat

Am Morgen des 16. August 1988 verschafften sich Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner um 07:55 Uhr Zugang zu einer Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck Rentfort – Nord. Da die Bank noch nicht geöffnet hatte, befanden sich noch keine Kunden im Bankgebäude. Die Bank befand sich im Geschäftszentrum Rentford Nord an der Schwechater Straße 38. Aufgrund der Bauart des Bankgebäudes war es für Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner erschwert, mögliche Fluchtwege vom Bankgebäude aus zu beobachten.

Neun Minuten nach dem Eindringen der beiden Geiselnehmer in das Bankgebäude, ging um 08:04 Uhr der Notruf bei der Polizei ein. Dieser wurde von einem Arzt abgesetzt, dessen Praxis sich im gleichen Gebäudekomplex befand und der die Geiselnehmer beim Eindringen in die Bank beobachtet hatte. Die ersten Polizisten am Tatort, hielten mit ihren Streifenwagen direkt an dem zur Straße befindlichen Zugang zur Bank. Als Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner die Bank mit 120000 DM verlassen wollten, bemerkten sie die Polizisten und kehrten daraufhin in das Bankgebäude zurück und nahmen zwei Geiseln. Bei diesen handelte es sich um Bankangestellte. Sie forderten ein nicht - nachverfolgbares Fluchtauto sowie Lösegeld für die Geiseln. Sie gaben zudem einige Warnschüsse ab, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Hierbei wurde niemand verletzt. Der Fernsehmoderator Hans Meiser rief noch während der Geiselnahme in der Bank an und führte ein telefonisches Interview mit den Geiselnehmern.
Nach Verhandlungen, welche mehrere Stunden andauerten wurden Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner 300000 DM und ein Fluchtauto zur Verfügung gestellt.

Um 21:45 Uhr verließen sie die Bank mit ihren beiden Geiseln und stiegen in das Fluchtauto und fuhren davon. Die Polizei ließ sie zum Anschein entkommen, verfolgte das Fluchtauto jedoch mit Hilfe eines Peilsenders. Anhand des Verhaltens der beiden Geiselnehmer wurde den Ermittlern schnell klar, dass diese ihre Flucht nicht gut vorbereitet hatten. Anstatt den Tatort Gladbeck möglichst schnell zu verlassen, besorgten sie sich zunächst Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten für die Fahrt. Da Hans – Jürgen Rösner, richtigerweise, vermutete, dass das Fluchtauto einen Peilsender hat, wollte er ein anderes Auto beschaffen. Er versuchte ein vor einem Restaurant geparktes Auto zu rauben, was jedoch misslang. Ein zweiter Raubversuch gelang und die Geiselnehmer sowie die beiden Geiseln, fuhren mit einem vor einer Spielhalle gestohlenem Fahrzeug weiter. Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner entschieden sich, dass Fahrzeug abermals zu wechseln.
An einer Tankstelle gelang es Hans – Jürgen Rösner einem Polizisten dessen Dienstwaffe und Funkgerät zu stehlen. Anschließend stahl Rösner ein weiteres Auto, welches den Geiselnehmern fortan als Fluchtauto dienen sollte. Bei diesem Fahrzeug handelte es sich jedoch um ein mit einem Peilsender präpariertes Auto der Polizei.

Anschließend verließen die beiden Geiselnehmer und Entführer Gladbeck in Richtung Münster. Kurz darauf stieg Marion Löblich, die Freundin von Hans – Jürgen Rösner freiwillig zu. Das Fluchtauto bewegte sich auf der Autobahn A1 in Fahrtrichtung Osnabrück und von dort aus über die Autobahn A30 in Richtung Bad Oeynhausen. An der Raststätte Grönegau unterbrachten die Geiselnehmer ihre Flucht, um mit den Geiseln essen zu gehen.

Anschließend setzten sie ihre Flucht fort, fuhren jedoch über die Autobahn A2 zurück ins Ruhrgebiet. Am Kamener Kreuz wechselten sie die Autobahn und fuhren über die Autobahn A1 weiter in Richtung Hagen.

Am nächsten morgen, dem 17. August 1988 frühstückten Dieter Degowski, Hans – Jürgen Rösner, Marion Löblich sowie die Geiseln in Hagen. Danach fuhren sie abermals nach Norden. Ihr Ziel war hierbei die Stadt Bremen, wo Marion Löblich Verwandtschaft besaß.

Sie kleideten sich im Bremer Ortsteil Vegesack in einem Geschäft neu ein, was der Polizei die Gelegenheit zum Zugriff gab. Diese verzichteten jedoch hierauf, da sie vermuteten, dass eine Freilassung der Geiseln unmittelbar bevor stand.
Nachdem die Geiselnehmer bemerkt hatten, dass die Polizei ihnen dicht auf den Versen ist, ergriffen sie die Flucht und entführten im Bremer Ortsteil Huckelriede, gegen 19 Uhr, einen Linienbus der Linie 53. In diesem befanden sich 32 Fahrgäste und der Busfahrer. Im Anschluss an die Entführung des Busses gaben sowohl die Geiselnehmer, als auch mehrere Geiseln Interviews.

Etwas später ließen Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner fünf Geiseln frei. Anschließend flohen sie über die Autobahn A1. Auf der Raststätte Grundbergsee ließen sie die beiden Geiseln aus der Bank um Tausch gegen zwei Reporter frei.

Marion Löblich wurde bei einem Toilettengang von zwei Polizisten festgenommen, ohne dass es hierbei eine Anweisung der Einsatzleitung gab. Im Nachhinein konnte nicht mehr herausgefunden werden, wer die Anweisung erteilt hatte. Die Festnahme von Marion Löblich brachte die Geiseln in Lebensgefahr, da Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner ihre Freilassung erpressten. Sie drohten damit nach fünf Minuten eine Geisel zu erschießen. Die kurze Frist konnte von der Polizei nicht eingehalten werden, da Marion Löblich bereits von einem Polizeifahrzeug weggefahren worden war.

Kurz vor 22:30 Uhr schoss der wütende Dieter Degowski dem Insassen Emanuele De Giorgi in den Kopf. Der Vierzehnjährige erlag seinen schweren Verletzungen, seine neunjährige Schwester war ebenfalls Insassin und musste den Tod ihres Bruders aus nächster Nähe miterleben.

Die Geiselnehmer flohen mit dem Bus und den Geiseln in Richtung Niederlande. Während der Verfolgung des Busses, gab es einen zweiten Todesfall. Ein Polizist kollidierte mit einem LKW und starb an seinen Verletzungen. Ein weiterer Polizist überlebte den Unfall leicht verletzt.
Am 18. August 1988, um 02:28 Uhr, passierte der entführte Bus die niederländische Grenze und stoppte kurz darauf bei Oldenzaal, wo die niederländische Polizei den Bus umzingelte.

Um 05:15 Uhr ließen die Geiselnehmer zwei Frauen und drei Kinder frei, damit die niederländische Polizei mit ihnen Verhandlungen aufnahm. Hans – Jürgen Rösner gab kurz darauf versehentlich einen Schuss aus seiner Waffe ab und verletzte hierbei Marion Löblich und den Busfahrer leicht. Dieser Schuss führte dazu, dass die niederländischen Polizisten das Feuer eröffneten. Dieter Degowski zerschoss hierbei einige Seitenscheiben des Busses. Es wurden keine weiteren Geiseln verletzt.

Um 06:30 Uhr erhielten die Geiselnehmer ein neues Fluchtauto, welches mit einem Mikrofon und einem Peilsender präpariert war. Außerdem war eine Vorrichtung installiert, mit deren Hilfe der Motor abgestellt oder dessen Starten verhindert werden konnte.

Die Geiselnehmer nahmen zwei Insassinnen aus dem Bus, Silke Bischoff und Ines Voitle, als Geiseln und stiegen in das Fluchtauto. Anschließend fuhren sie mit diesem zurück nach Deutschland. Die übrigen Geiseln wurden von Rettungskräften versorgt.

Kurz nach 7 Uhr überquerten sie die deutsche Grenze und fuhren nach NRW. Trotz der Verletzung von Marion Löblich steuerten sie kein Krankenhaus an, sondern setzten ihre Flucht fort.

Gegen 11 Uhr stoppten die Geiselnehmer und erledigten einige Einkäufe, welche sie mit dem geraubten Geld bezahlten. Kurz nach 11 hielten die Geiselnehmer auf der Breiten Straße in der Kölner Innenstadt. Auch hier verhielten sich viele Journalisten von ihrer Sensationsgier getrieben, äußerst falsch und führten Interviews mit den Tätern und Geiseln.

Gegen 12:30 setzen die Geiselnehmer ihre Flucht auf der Autobahn A3 in Richtung Frankfurt am Main fort. Bei einem Stopp kam es zu einem SEK Zugriff, bei dem das Fluchtauto fahrunfähig gemacht wurde. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem die Polizisten 62 Schüsse abgabe. Dies stellte das Ende des Geiseldramas dar. Silke Bischoff wurde bei diesem Zugriff durch eine Kugel aus Rösners Waffe tödlich verletzt. Ines Voitle wurde ebenfalls getroffen, überlebte jedoch leicht verletzt.