Johann Hinrich Wichern

Fach Religion

Klasse 8

Autor Ninchen01

Veröffentlicht am 17.06.2018

Schlagwörter

Johann Hinrich Wichern Innere Mission Rauhe Haus

Zusammenfassung

Johann Hinrich Wichern prägte die evangelische Kirche maßgeblich, indem er die innere Mission und das Rauhe Haus gründete und damit sich in besonderem Maße für die Jugend einsetzte. Wie dies genau gestaltet wurde, erzählt das folgende Referat.

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Johann Hinrich Wichern ist am 21.April.1808 in Hamburg geboren und am 7.April.1881 ebenfalls in Hamburg gestorben. Er war ein Sozialpädagoge und deutscher Theologe. Außerdem gilt er als der Gründer der sogenannten “Inneren Mission” der evangelischen Kirche.

Die Innere Mission ist eine christliche Mission, die versucht den evangelischen Glauben zu verbreiten. Sie ging aus dem Diakonischen Werk hervor.

Wichern gründete ebenfalls das Rauhe Haus in Hamburg und war ein Gefängnisreformer.

Johann Hinrich Wichern war das älteste von sieben Kindern. Er wuchs in einfachen, bürgerlichen Verhältnissen auf. Er besuchte eine Privatschule, in welcher nach der Pädagogik Pestalozzis unterrichtet wurde. Genauso wie sein Vater liebte er die Musik und spielte daher auch gerne Klavier. Leider verstarb sein Vater bereits im Jahre 1823, sodass Wichern von diesem Zeitpunkt an für den Lebensunterhalt seiner Familie zuständig war. Aufgrunddessen gab er Nachhilfeunterricht und Klavierstunden.

Später holte er dann sein Abitur nach und konnte mit der Hilfe eines Stipendiums sogar Theologie in Göttingen und Berlin studieren.

Während seines Studiums machte Wichern viele Bekanntschaften, die seine späteren Taten maßgeblich beeinflussten. Zu nennen sind hier beispielweise einige Theologen wie Schleiermacher und Neander, sowie der Arzt Nikolaus Heinrich Julius.

Im Jahr 1832 beendete er schließlich sein Studium mit einem Theologischen Exam.

Im selben Jahr noch übernahm Wichern eine Stelle als Oberlehrer an einer Sonntagsschule der evangelischen Kirchengemeinde St.Georg.

Das Viertel St.Georg in der Stadt Hamburg, galt damals als ein Ort mit viel Elend. Wichern wurde Miglied in einem Besuchsverein, sodass er einige Schulkinder seiner Sonntagsschule und deren Eltern zu Hause besuchen konnte. In dieser Zeit sah er große Probleme wie Wohnungsnot und Armut, sowie geistliche und sittliche Verwahrlosung.

Er wollte etwas ändern und Kindern in Armut eine Möglichkeit geben, sodass er eine dementsprechende Institution gründen wollte.

Er beruf eine Gründungsversammlung ein, da ihm das damals als Ruges Haus bezeichnete Gebäude samt Grundstück überlassen wurde. Es wurde in das “Rauhe Haus” umbenannt.

Bereits am 31.Oktober.1833 konnte Wichern das Haus mit seiner Mutter und seiner Schwester beziehen. Bis zum Jahresende wurden zwölf weitere Jungen in das Haus aufgenommen, doch es wurden immer mehr sodass ein weiteres Gebäude errichtet werden sollte.

Ab dem Jahr 1835 wurden dann auch Mädchen in die Hausgemeinschaft aufgenommmem.

Wichtig war für Wichern, dass die Kinder in familienähnlichen Strukturen aufwachsen. Aufgrunddessen wurden sie in Gruppen mit zehn bis zwölf Leuten aufgeteilt, die jeweils einen Betreuer, der “Bruder” genannt wurde übergestellt war.

Die sogenannten Brüder wurden von ihm selber in einem Gehilfeinstitut ausgebildet. Die ausgebildeten Männer wurden außerdem Armen- und Volksschulleher, sowie Sozialarbeiter.

Die Institution des Rauhen Hauses vergrößerte sich mit der Zeit immer mehr. Zu den mit der Zeit erbauten mehreren Gebäuden, erbaute Wichern außerdem noch Werkstätte (eine Spinnerei, eine Schuhmacherei und einen landwirtschaftlichen Betrieb), sowie einen Betsaal und eine Buchdruckerei für sogenante “Fliegende Blätter”, auf denen die Grundgedanken der inneren Mission verewigt wurden.

Erwähnenswert ist außerdem, dass Wichern als Erfinder des Adventskranzes gilt, der heutzutage nahezu jedem bekannt ist und auch von vielen Menschen selber genutzt wird.

Er wollte der Kindern des Rauhen Hauses die Zeit bis Weihnachten verkürzen und ihnen verdeutlichen wie lange es noch bis zum Weihnachtsfest dauern würde.

Daher nahm er ein altes Wagenrad und besetzte dieses mit zwanzig kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Die Kinder durften nun jeden Tag eine weitere Kerze anzünden, sodass sie abzählen konnten wie viele Tage es noch bis Weihnachten dauern würde.

Aus dem traditionellen Adventskranz hat sich heute allerdings ein meist mit Tannenzweigen besetzter Kranz mit nur vier großen Kerzen für die Adventssonntage entwickelt.

Im Jahr 1848 folgten auf eine Rede Wicherns zur “Gründung des Centralausschusses für die innere Mission der deutschen evangelischen Kirche” mehrere Vereine zur inneren Mission, welche die Vorläufer der heutigen Diakonischen Werke sind.

Im Jahr darauf setzte er sich zunehmend für die Förderung dieser Mission ein, sodass bis zum Jahr 1855 in Deutschland über 100 Rettungshäuser entstanden sind.

Durch seinen Einsatz bei der inneren Mission und des Rauhen Hauses, hat Wichern auch die Aufmerksamkeit des Königs Friedrich Wilheln IV auf sich gezogen.

Er griff auf die Hilfe Wichern zurück, da er das preußische Gefängnis im Sinne der Einzelhaft versuchte zu reformieren.

Er besichtigte im Auftrag der Regierung besagte preußische Gegfängnisse und nahm so maßgeblichen Einfluss. Im Jahr 1858, kam es dann auch zur Gründung des Bruderhauses Johannesstift, wo die Gefangenenaufseher ausgebildet wurden.

Es kam zu einer großen Kritik seitens der Öffentlichkeit, die bemängelten, dass staatliche und religiöse Aufsichten sowie Loyalitäten vermengt werden.

Trotz seiner Arbeit in Berlin hat Wichern die Leitung des Rauhen Hauses nie vollständig abgegeben. Doch im Jahr 1873 trat er die Leitung aus gesundheitlichen Gründen an seinen Sohn Johannes ab.

Im darauf folgenden Jahr wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. Es folgten Jahrw geplagt von vielen Leiden wie Schwäche, Schmerzen und Schlaflosigkeit.

Nach mehreren Schlaganfällen starb er schließlich und wurde auf dem Hammer Friedhof beigesetzt.

Schlussendlich ist festzuhalten, dass Wichern obwohl seine Sozialreformen in der Kirche und für die Gesellschaft sehr revolutionär waren, in Dingen wie Staats- unf Herrschaftsverständnis sehr konservativ eingestellt war. Seine revolutionäre Arbeit in Dingen wie Jugendfürsorge prägen bis heute noch unsere Gesellschaft und wirken sich außerdem auf das Wohlfahrtssystem der Kirche maßgeblich aus. Seine Entwicklungen sind bis heute zu erfolgreich, da er durch seine eigene Erfahrung an realitätsbezogenen Beispielen von Armut die Institutionen und Ausbildungen entsprechend gestalten und entwickeln konnte.