Nation- nationale Identität in Deutschland

Fach Geschichte

Klasse 10

Autor Melodia

Veröffentlicht am 28.03.2018

Schlagwörter

Nation Mentalität Deutschland Nachkriegszeit

Zusammenfassung

In diesem Referat werden die Begriffe der "Nation" und "Mentalität" erklärt und deren Entwicklung in Bezug auf die deutsche Identität erläutert. Tradition, kulturelle Merkmale und EInflüsse, Gebräuche, Sprache, Trugenden und vieles mehr, die sich im Laufe der Geschichte in die deutsche Mentalität eingeprägt haben, werden beleuchtet und wird versucht deren Ursprung zu ermitteln.

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Nation kommt vom lateinischen Wort „natio“ und bedeutet soviel wie Geburt, Herkunft oder Volk. Eine Nation bezeichnet eine größere Gruppe von Menschen, die über kulturelle Merkmale wie Sprache, Sitten, Traditionen, Abstammung, Gebräuche etc. zusammen gefasst werden. Diese kulturellen Merkmale machen die nationale Identität eines Volkes aus und resultieren aus einer gemeinsamen Geschichte. Nation bezeichnet im engeren Sinne keinen Staat, wie er in der Vergangenheit durch Kriege als politisches Gemeinwesen oder Herrschaftsgebiet entstanden ist. Damals wurden Territorien ohne politische Rücksicht auf die kulturellen Gemeinsamkeiten seiner Bewohner geschaffen. Nur im Nationalstaat fällt das Staatsgebilde mit dem Begriff der Nation zusammen.

Allerdings wird „Nation“ im Hinblick auf die verschiedenen Epochen unserer Geschichte unterschiedlich definiert. So wurde in der Zeit vor der französischen Revolution die Nation durch den Monarchen definiert. Der Monarch stand über allem und war gleichzeitig der Inbegriff von Recht und Ordnung. Erst mit der französischen Revolution wurde der Gedanke der Nation, der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, geprägt. Während dieser Zeit war eine Nation eine historisch gewachsene und politisch aktive Gemeinschaft. John Locke war der

Ursprung dieses Denkens, denn er war für die Verbreitung des Zusammengehörigkeitsgefühls verantwortlich und prägte so auch den Liberalismus, den Kampf für gleiche Rechte und Selbstbestimmung.
Zudem gibt es auch Definitionen der Nation abseits von Epochen. Diese Definitionen werden auch als konservative oder auch als die gegenteiligen offenen Definitionen bezeichnet. Eine konservative Definition besagt, dass eine Nation ein statisches Element der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe ist. Dies bedeutet, dass weder der Austritt noch der Eintritt in eine Nation gewährleistet werden kann. Im Gegensatz dazu gibt es noch die offene Definition. Diese bezeichnet eine Nation als ein offenes System, welches Veränderungs-/ und Entwicklungsmöglichkeiten durch den Austausch der Kultur mit anderen ethnischen Gruppen hat.

So wird unsere heutige Nation in Deutschland wohl viel mehr von anderen ethnischen Gruppen, wie beispielsweise Türken oder Russen geprägt, als es noch in anderen Jahrhunderten üblich war. So verändert sich auch die Mentalität der Deutschen im Laufe der Zeit.

Mentalität bezeichnet vorherrschende Denk – und Verhaltensmuster einer Person / sozialen Gruppe von Menschen / Nation. Mentalität prägt die Weltanschauung von Menschen in einer bestimmten historischen Epoche und ist die Art und Weise, sowie auch die Inhalte des Denkens/Empfindens dieser Menschen. Mentalität manifestiert sich durch Handlung.
So herrscht in der Zeit des zweiten, deutschen Kaiserreichs eine Mentalität die geprägt ist durch die Obrigkeit des Staates und das „Untertan-Dasein“ des Bürgers, hervorgerufen durch Disziplin und die Richtwerte der preußischen Tugenden (Pünktlichkeit, Ordnung, etc.). Diese Mentalität wird durch die Obrigkeit bestimmt, aber durch das Volk manifestiert z.B.: durch die Treue zum Kaiser auch nach seinem Tod und den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit.
Auch waren zu dieser Zeit und auch bis heute die sozialstaatlichen Strukturen identitätsprägend. Dabei etablierten sich die hohen Anforderungen an den Staat im Bezug auf Sozialleistung immer weiter im Lauf der Geschichte bis in die Gegenwart. Ebenfalls wurde damit das Vertrauen des Volkes gegenüber dem Staat bestärkt.

Dieses Vertrauen wurde in der nationalsozialistischen Epoche gezielt ausgenutzt und gesteigert. In der Zeit ab 1933 wird aktiv auf die Zeit des 2. deutschen Kaiserreichs verwiesen und vor allem dessen Werte (preußische Tugenden). So lassen die Nationalsozialisten aktiv die Treue zum Obrigkeitsstaat wieder aufleben - mit Erfolg. Tausende Menschen ziehen in den Krieg, sind an der Aufrüstung beteiligt und sterben in dem Glauben ihrem Vaterland gedient zu haben.

Auch wurde der Antisemitismus nahezu gepredigt und die Verfolgung von Juden als Gerechtigkeit verkauft. Die Konzentrationslager, die in dieser Zeit zur Beseitigung der nicht-arischen Rasse geschaffen wurden, sind noch heute Teil unserer Geschichte und somit auch Teil unserer Mentalität. Der Nationalsozialistische Staat, der 2. Weltkrieg und die gleichzeitige Verbreitung von Schrecken in dieser Zeit sind immer noch in den Köpfen der meisten Deutschen und auch vieler nicht in Deutschland Lebender. Der zweite Weltkrieg war prägend für unsere Mentalität, dennoch ist auch die Teilung Deutschland 1945 ein einschlagendes Ereignis. Durch die auf Disziplin gedrillte Bevölkerung Deutschlands wird auch die Teilung Deutschlands schnell akzeptiert und außerdem rechnete zu dieser Zeit niemand damit, dass die Trennung 45 Jahre Bestand haben würde. Man war viel zu beschäftigt damit die Trümmer einzusammeln und alles neu auf zu bauen. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch die literarische Epoche der „Trümmer-Literatur“, welche oftmals die Zerstörung, den Tod und den Verlust dieser Zeit widerspiegelt. Die Ergebnisse der „Trümmer-Literatur“ sind heute noch wichtige Zeitdokumente um Verständnis über die Zustände der damaligen Zeit zu schaffen und zu vermitteln. Denn heutzutage wachsen Kinder mit dem Gedanken auf, dass Krieg nur Unheil und Zerstörung mit sich bringt und Krieg niemals die Lösung eines Konfliktes sein kann.

Dennoch hielten die Menschen um 1945 an ihrem alten, nationalsozialistischen Weltbild fest. An was sollten sie auch sonst glauben? Durch die Entmilitarisierung in Schulen und der Erziehung, eingeleitet durch die USA, UdSSR und England, bekam Deutschland endlich die Chance demokratisiert zu werden, Gleichberechtigung zu schaffen und sich nicht mehr nach dem Obrigkeitsstaat zu richten, sondern selbst eine Kultur aufzubauen und zu vertreten.

Doch die Teilung Deutschlands machte eine gemeinsame Entwicklung unmöglich. So unterschieden sich die Politik, die Warengüter, die sozialen Hilfe, die Lebensstandards etc. von einander. Auch war es in der Zeit der DDR und BRD nahezu unmöglich in andere Länder zu verreisen oder die Grenze zu überqueren. Im Vergleich, muss man heute nur für die wenigstens Länder noch Visen beantragen oder über Zollgrenzen fahren. Heutzutage ist man nicht mehr in ein Territorium „gesperrt“ und nicht allzu sehr an das eigene Land und dessen Mentalität gebunden. Zu Zeiten der BRD und DDR war diese territoriale Begrenzung identitätsprägend. Man konnte nicht mal schnell nach Mallorca oder in die USA einreisen, deswegen sind wohl auch heute die Bezeichnungen „Wessi“ und „Ossi“ noch immer sehr gebräuchlich, auch 20 Jahre nach dem Mauerfall. Dies hing natürlich nicht nur mit der territorialen Abgrenzung von einander, sondern auch mit den unterschiedlichen Gehältern, Arbeitsbedingungen, Bildungsmöglichkeiten, Wohnmöglichkeiten etc. zusammen.

Auch wurde sich in der Zeit vor dem Mauerfall sehr mit der Zeit des nationalsozialistischen Regimes auseinandergesetzt, explizit in der Zeit um 1968 (68er-Bewegung). Das Unverständnis über die Handlungen der vorherigen Generationen war groß und nicht akzeptable, doch hat man in dieser Zeit nicht verstanden, dass dem Volk die Mentalität, wie z.B. das Denkmuster des Antisemitismus, durch Propaganda eingetrichtert und bestärkt wurde und auch Kinder in der Schule mit diesen Verhaltensmustern aufgewachsen sind. Man bekam diese Mentalität in die Wiege gelegt, genauso wie man heutzutage die Sprache und Gebräuche und Sitten in die Wiege gelegt bekommt und mit diesen groß wird.

Die Mentalität der Deutschen ist durch viele geschichtliche Ereignisse geprägt, so wird heute viel Wert auf Individualität gelegt, da das deutsche Volk jahrelang vorgeschrieben bekommen hat, was sie zu denken haben, wie sie sich zu verhalten haben, welcher Klasse oder Stand sie angehören oder für was sie zu kämpfen haben. Auch repräsentiert sich Deutschland nach außen als sehr toleranten Staat und geht öffentlichen Gegenüberstellung mit antisemitistischen Einstellungen aus dem Weg, damit das heutige Deutschland nicht wieder in Verbindung mit dem nationalsozialistischen Regime gebracht wird. Teilweise geschieht das aus Angst für Fehler der früheren Generationen verantwortlich gemacht zu werden oder sogar die gleichen Fehler zu begehen (siehe Roman „Die Welle“ von Morton Rhue). Teilweise gibt sich Deutschland aber auch anderen ethnischen Gruppen gegenüber sehr tolerant um die Fehler der Vergangenheit teilweise wieder gut zu machen oder um zumindest zu zeigen, dass man sich ändern kann. Ich glaube, dass die Angst davor vom Ausland wieder in Verbindung mit den Nationalsozialisten gebracht zu werden, ebenfalls Teil der deutschen Mentalität ist. Denn diese Angst bewegt die Deutschen heutzutage auch dazu Moscheen zu bauen, Immigranten aufzunehmen und sozial zu unterstützen und sogar Integrationsprogramm zu starten.

Auch gehört die Forderung nach Gerechtigkeit zur deutschen Identität, immerhin hat man über Jahrhunderte hinweg dafür gekämpft. Auch die Etablierung der Frauen in den Arbeitsprozess ist durch geschichtliche Ereignisse geprägt worden. So mussten Frauen in der DDR arbeiten, da durch die kommunistischen Züge der DDR jeder das Recht und zugleich die Pflicht zu arbeiten hatte, während dies in der BRD nicht der Fall war.

So ist auch die Tatsache Stolz auf die eigene deutsche Nationalität bedingt durch die Geschichte. Deutschland hat einen langen Weg hinter sich gebracht, von zersplitterten Territorialstaaten, über Diktatur und Massenverelendung, hin zum demokratischen und gerechten Nationalstaat. Auch wird dieser Stolz über den Weg des deutschen Volkes durch Denkmäler in ganz Deutschland ausgedrückt, z.B.: die Wartburg, Walhalla oder das Völkerschlachtdenkmal. Die Wartburg war beispielsweise der Ort an dem Martin Luther 1521 die Bibel ins Deutsche übersetzt und somit einen Richtwert für die deutsche Grammatik gab und jedem der lesen konnte, die Möglichkeit gab die Bibel selbst zu lesen.

Die deutsche Identität ist geprägt von geschichtlichen Ereignissen und ebenfalls historischen Personen. Auch wenn das deutsche Volk viele Hürden nehmen musste, so kamen sie schließlich zur Einheit der Nation, zur Gleichberechtigung, der Demokratie und zum Stolz auf den eigenen historischen Weg.