Manufacturing Belt

Fach Geschichte

Klasse 9

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 02.07.2018

Schlagwörter

Manufacturing Belt

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der Industriealisierung der vereinigten Staaten von Amerika und der lange Zeit wichtigsten Region, dem Manufacturing Belt. Es wird auf dessen territoriale Ausbreitung eingegangen und die wichtigsten Standorte erklärt.

Kostenlose Tipps zum Erstellen eines guten Referates

Wir haben für Dich eine Zusammenfassung bereit gestellt, die dich anleitet ein gutes Referat zu schreiben.

Tipps anschauen

Bei dem Manufacturing Belt handelt es sich um die größte und auch älteste Industrieregion der vereinigten Staaten von Amerika. Der Name Manufacturing Belt ist jedoch veraltet. Heute wird die Industrieregion als Rust Belt (zu Deutsch: Rostgürtel) bezeichnet. Der Manufacturing Belt befindet sich im Nordosten der vereinigten Staaten von Amerika und erstreckt sich entlang der großen Seen von Chicago über Detroit, Cleveland, Cincinnati sowie Pittsburgh bis hin zur Ostküste und den Ausläufern von Boston, Washington DC und New York. Der Manufacturing Belt geht also durch mehrere Staaten, der USA. Er beinhaltet Teile von Illinois, Indiana, Michigan, New Jersey, New York, Ohio, Pennsylvania und einen kleinen Teil von West Virginia. Letzteres war das Zentrum des Kohlebergbaus.

Die Industrialisierung

Die Industrialisierung setzte in den vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1776, nach der Unabhängigkeitserklärung ein. Die allererste Manufaktur in den USA war eine Baumwollspinnerei. Diese wurde im Jahre 1790 von einem englischen Einwanderer gegründet. In der Folgezeit wurden weitere Betriebe gegründet, in denen Textilien verarbeitet wurden. Diese wurden in den meisten Fällen direkt an den Flüssen von Neuengland gebaut.

Die Nähe zum Wasser war äußerst wichtig. Die Hafenstädte an der Ostküste der vereinigten Staaten von Amerika waren die Einfallstore für die Einwanderer aus Europa. Darüber hinaus waren sie auch wichtige Handelsplätze. Diese Handelsplätze gehörten trotz ihrer Wichtigkeit nicht zum Manufacturing Belt der USA. Dieser zeichnete sich in erster Linie durch die Schwerindustrie, wie beispielsweise Eisen, Kohle und Stahl aus. Die Textilverarbeitung und der Handel spielten dort später nur eine nebensächliche Rolle.

Der Manufacturing Belt wuchs und entwickelte sich sehr schnell. Dies ging insbesondere nach der Erschließung von Steinkohlerevieren und Erzrevieren in den Appalachen seit dem Jahre 1893 äußerst rapide voran. Ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung war die Entdeckung des Eisenerzvolumens am Ohio River im Jahre 1865 und dessen Gewinnung in den Folgejahren. Diese forderte das Wachstum des Manufacturing Belts nach Pennsylvania.

Seit dem Jahre 1859 begann die Förderung von Erdöl in Titusville im US – Bundesstaat Pennsylvania. Die Erdölförderung bildete die Grundlage für die Standard Oil Company und wurde im Laufe der Zeit äußerst wichtig für die vereinigten Staaten von Amerika. Der Manufacturing Belt breitete sich in hoher Geschwindigkeit weiter aus. Dies lag vor allem am starken Ausbau des Eisenbahnschienennetzes in den USA. Dieses bildete die Grundlage für eine Verbundindustrie. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Manufactoring Belt seine größte territoriale Ausdehnung erreicht.

Am westlichen Ende des Manufacturing Belts lagen die Städte Chivago und Milwaukee. Diese bildeten den Kern der Lebensmittelindustrie und waren somit sehr wichtige Standpunkte im Manufacturing Belt. Die Automobilindustrie, welche ab Anfang des 20. Jahrhunderts ein Hoch erlebte, konzentrierte sich auf die Stadt Detroit in Michigan und die Stahlindustrie auf Pittsburgh. Der Manufacturing Belt war bis zum Anfang der 1970er Jahre das größte Industriegebiet der vereinigten Staaten von Amerika und weltweit ebenfalls eines der größten und somit auch sehr bedeutend. Im Laufe der folgenden Jahre kam es jedoch zu einer Krise.

Bedeutungsverlust des Manufacturing Belt

Die Krise des Manufacturing Belt begann etwa Mitte der 1970er Jahre. Der Manufacturing Belt entwickelte sich zu dieser Zeit zum Rust Belt. Die Eisenindustrie war noch von Bedeutung, die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Region nahm jedoch äußerst schnell ab. Die Krise kam nicht von heute auf morgen, doch wurden die Anzeichen im Vorfeld übersehen oder ignoriert. Die ersten Anzeichen für eine Krise, welche zu einem Niedergang führen könnte, gab es schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde ein großer Teil der Eisenerzförderung an den oberen See verlegt. In der Mitte der 1960er Jahre wanderte die Schwerindustrie in Entwicklungsländer ab, da sie dort wesentlich günstigere Möglichkeiten der Produktion hatte.

Dies stellte die Hauptursache für die Krise des Manufacturing Belt dar. Es gingen hierdurch viele Arbeitsplätze im Bergbau und in der Schwerindustrie verloren. Der Manufacturing Belt im Nordosten der vereinigten Staaten von Amerika war lange Zeit die wachstumsstärkste Region. Heute nimmt diese Position der Sun Belt im Süden des Landes ein. Die Städte im Nordosten gingen mit der Krise und der neuen Situation unterschiedlich um. Der Strukturwandel hatte zwar viele negative aber auch positive Folgen. Einige Städte, wie beispielsweise Cincinnati und Pittsburgh brachten durch Engagement Technologieunternehmen und Dienstleistungsunternehmen in die Stadt. In diesen Unternehmen wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen und boten eine gute Perspektive für die Bewohner. Andere Städte kamen mit dem strukturellen Wandel nicht so gut klar.

Beispiele hierfür sind die Städte Detroit und Youngstown. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Perspektivlosigkeit, verloren sie über die Hälfte ihrer Bevölkerung. Außerdem sind in diesen Städten die Kriminalität sowie der städtische Verfall überdurchschnittlich hoch. Die Nachwirkungen dieses strukturellen Wandels wirken bis heute nach. Manche Städte konnten sich vom Bedeutungsverlust des Manufacturing Belt nicht mehr erholen und kämpfen mit hohen Arbeitslosenzahlen sowie einer hohen Kriminalitätsrate innerhalb der Bevölkerung. Auf der anderen Seite stehen die oben genannten positiven Beispiele von Städten die aus dem Wandel etwas Neues erschaffen konnten. Diese Städte profitieren hiervon teilweise ebenfalls bis heute.

Politische Situation

Der Manufacturing Belt war aufgrund der vielen Industriearbeiter die Hochburg der Wähler der demokratischen Partei und Teil der blauen Mauer. Der Wahlsieg des aktuellen US – Präsidenten Donald Trump wird unter anderem damit begründet, dass es ihm gelang die blaue Mauer zu bezwingen und Siege in den Staaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin zu erringen.