Linksextremismus am Beispiel der RAF

Fach Geschichte

Klasse 12

Autor SCFEH

Veröffentlicht am 01.06.2018

Schlagwörter

Linksterrorismus Linksextremismus RAF Rote Armee Fraktion Deutschland Andreas Baader

Zusammenfassung

Dieses Referat beschäftigt sich mit der Geschichte Deutschland ab 1960, die eng mit dem Linksextremismus der Roten Armee Fraktion verbunden ist. Es thematisiert hauptsächlich die erste Generation mit Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Holger Meins.

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Linksextremismus am Beispiel der RAF
Gliederung:
1) Definition Linksextremismus (Ziele und Ideologie)
2) Inspirationen
3) Linksextreme Strömungen
3.1) APO
3.2) RAF- Bader-Meinhof-Komplex
4) Prozesse in Stammheim
5) Linksextremismus heute: G20-Gipfel
6) Quellen

  1. Definition Linksextremismus (Ziele und Ideologie)
    Linksextremisten wollen ein kommunistisches oder anarchistisches System aufbauen; sie lehnen die Demokratie und den Kapitalismus ab. Dafür protestieren sie öffentlich und versuchen, Mitglieder für ihre Ideale zu instrumentalisieren. Die Aktionsformen reichen von offener Werbung (Propaganda) bis hin zu verdeckt begangenen, teilweise auch schweren Gewalttaten, wobei auch die Verletzung von Personen in Kauf genommen wird.
    Den Kern ihrer Ideologie bildet der „Antikapitalismus“. Nach Marx knechtet die kapitalistische Wirtschaftsform die Menschen und beherrscht dadurch alle anderen Lebensbereiche. Linksextremisten setzen die freiheitliche demokratische Grundordnung mit dem Kapitalismus gleich und sehen deshalb die Demokratie als Feind an.
    Einige weitere Themen sind „Antifaschismus“ (Zusammenfassung aller Kräfte, die den Rechtsextremismus bekämpfen), „Antirassismus“ (Staat wird als rassistisch angesehen z.B. durch Abschiebungen), „Antirepression“ (Auflehnung gegen Unterdrückung), „Antimilitarismus“ (Ablehnung von (Staats-)Gewalt, dem Pazifismus nahestehend, Demilitarisierung) und „Gentrifizierung“ (Attraktivitätssteigerung von urbanen Vierteln).

  2. Inspirationen
    Der moderne Linksextremismus bezieht sich sozial-, ideologie- und ideengeschichtlich auf den Kapitalismus, auch Marxismus im engeren Sinne. Aber auch auf die daraus entstandenen kommunistischen Strömungen wie Leninismus, Stalinismus (bzw. Marxismus-Leninismus), Trotzkismus, Maoismus und Luxemburgismus sowie den Anarchismus nutzen Linksextreme als Inspirationen. Sowohl Sozialdemokraten als auch Kommunisten berufen sich auf den Marxismus und „je dogmatischer und umfassender deren Lehren aufgegriffen werden“, desto höher ist das Extremismuspotenzial.

  3. Linksextreme Strömungen
    3.1. APO (Außerparlamentarische Opposition)

Mitte der 1960er Jahre wuchs die Unzufriedenheit besonders bei der akademischen Jugend. Wegen der Großen Koalition im November 1966, der die geringe Opposition im Parlament kaum etwas entgegensetzen konnte, formierte sich die “APO”, die Außerparlamentarische Opposition.
Forderungen:
• Reformen von Universitäten und Hochschulen
• Keine schwache parlamentarische Opposition gegenüber der Regierung der Großen Koalition
• Verhinderung der geplanten Notstandsgesetze, die - so die Sichtweise der APO - den demokratischen Rechtsstaat gefährdeten
• Kritik an der Kriegsführung der USA in Vietnam und Begeisterung der Bürgerrechtsbewegung in den USA, die gleiche Rechte für die schwarze Bevölkerung forderte (ähnlich der 68er-Bewegung) Widerspruch USA spricht von Frieden, Freiheit und Demokratie; gleichzeitig sahen die Menschen täglich brutale Kriegsbilder, Verursacher USA

3.2. RAF (Rote Armee Fraktion) – Baader-Meinhof-Komplex
Zum ersten gewaltsamen Zusammenstoß zwischen Studentenbewegung und Staatsgewalt kam es am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration von Studenten in Berlin. Der Student Benno Ohnesorg wurde von einem Polizeibeamten erschossen.
Es gab bundesweit monatelang Unruhen und schließlich traten einige Führungspersönlichkeiten, darunter der Polizeipräsident zurück.

Die Situation spitzte sich zu. Ein Mordanschlag auf Rudi Dutschke, dem Wortführer der Studenten-bewegung der 1960er Jahre in West-Berlin im April 1968 folgte, durchgeführt von Josef Bachmann, welcher vermutlich rechtsextreme Motive besaß. Dutschke starb elf Jahre später an den Spätfolgen.
Heftige Demonstrationen entbrannten. Es kam zu blutigen Konfrontationen mit der Polizei und zu regelrechten Barrikadenkämpfen. Bei diesen wurden in München ein Fotoreporter und ein Student tödlich verletzt.

In diesen aufgewühlten Zeiten trafen sich Andreas Baader und Gudrun Ensslin in Berlin. Beide waren überzeugt, dass Gewalt im Kampf gegen den Staat unverzichtbar sei.
Am 2. April 1968 legten sie mit weiteren Verbündeten (Thorwald Proll, Horst Söhnlein) Brände in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Es gab keinen Personenschaden, aber der Sachschaden belief sich insgesamt auf mehr als eine halbe Million Mark. Schon nach zwei Tagen wurden sie verhaftet und zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Allerdings konnten sich Gudrun Ensslin und die anderen dem Antritt der Haftstrafe entziehen, während Baader gefasst wurde. Er blieb nur ein Monat im Gefängnis.
Denn am 14. Mai 1970 traf sie die populäre Journalistin Ulrike Meinhof in der Bibliothek des “Zentralinstituts für soziale Fragen” in Berlin mit Baader, angeblich um an ihrem Buch über Jugendströmungen zu schreiben.
Doch sie war eine Verbündete von Baader und zusammen mit bewaffneten Gleichgesinnten befreiten sie Baader; dabei wurde ein Institutsmitarbeiter tödlich verletzt.
Dies wird als Geburtsstunde der RAF angesehen.
Damals noch namenlos wurden sie von den Medien nur die Baader-Meinhof-Bande genannt.
Der Anwalt Horst Mahler, der die „Kaufhaus-Brandstifter“ verteidigt hatte und auch an der Planung der Befreiung beteiligt war, gehörte ebenfalls zum engsten Kreis der Gruppe.

Von Juni bis August 1970 waren Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Horst Mahler, und etwa ein Dutzend weitere Personen in einem Camp in Jordanien eingereist und erhielten dort eine Grundausbildung im Umgang mit Waffen, Sprengstoffherstellung und Kampftaktik. Dadurch war die RAF im Stande, ihren Kampf in der Bundesrepublik zu organisieren

Zurück in der BRD: Um an Geld zu kommen, das sie für Wohnungen, Autos und Waffen brauchten, überfielen sie 1970 mehrere Banken, stahlen Fahrzeuge und Dokumente.

Ulrike Meinhof verfasste 1971 ein Strategiepapier namens “Das Konzept Stadtguerilla” in dem sich die Gruppe selbst den Namen RAF gab, auch tauchte das Symbol der Roten Armee Fraktion zum ersten Mal auf: der rote Stern mit Maschinenpistole.

Meinhof propagierte in ihrem Manifest den bewaffneten Kampf. Kein Krieg ohne Opfer. Am 22. Oktober 1971 wurde der Hamburger Polizist Norbert Schmid bei einer Verfolgungsaktion erschossen.

Im Mai 1972 protestierte die RAF gegen den Vietnam-Krieg in Form von einer Serie von Bombenan-schlägen, unter anderem auf die Hauptquartiere der US-Armee in Heidelberg und Frankfurt. Vier US-Soldaten starben.

Wenige Tage später gingen im Hamburger Axel-Springer-Haus mehrere Bomben hoch. Trotz mehrerer Warnanrufe, war das Gebäude nicht geräumt worden. Mehr als 30 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt.

  1. Prozesse in Stammheim

Auf die Bombenanschläge folgte die größte Fahndungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Im Juni 1972 konnten die RAF-Anführer der ersten Generation in schneller Folge verhaftet werden. Sie wurden aus logistischen Gründen getrennt verwahrt.
“Isolationshaft” nannten die RAF-Mitglieder das und forderten die Zusammenlegung in ein Gefäng-nis. Sie führten Hungerstreiks durch. Holger Meins starb daran in der Justizvollzugsanstalt Wittlich trotz Zwangsernährung.

1975 wurde die RAF-Spitze in der JVA Stuttgart-Stammheim zusammengelegt.
Hier begann im Mai der Prozess.

Vier Morde, 39 Mordversuche und sechs Sprengstoff-Anschläge wurden den Angeklagten zur Last gelegt (RAF alle Generationen insgesamt 33 Morde). Durch die große Mitgliederanzahl der Gruppe ließ sich in vielen Fällen nicht feststellen, welcher Angeklagte welche Tat begangen hatte. Das Urteil wurde erst nach 192 Verhandlungstagen gefällt.

  1. April 1977: Baader und Ensslin bekamen lebenslange Haftstrafen.
    Ulrike Meinhof hatte sich mehrere Monate zuvor am Fenstergitter ihrer Zelle erhängt. Die RAF-Mitglieder behaupteten, sie wäre das Opfer eines staatlichen Auftragsmordes geworden

Zu der Zeit, als der Baader-Meinhof-Komplex im Gefängnis saß, hatte sich draußen eine zweite Generation gebildet. Ihr Hauptziel war die Befreiung der RAF-Gründer. Doch alle Versuche, die Gefangenen freizupressen, scheiterten. Diese Zeit bezeichnet man auch als Deutschen Herbst (September und Oktober 1977), denn dort befand sich der Linksterrorismus in Deutschland auf seinem Höhepunkt.
Auf ihr Konto ging auch die Entführung des Präsidenten des Bundesverbandes der Arbeitgeber Hanns Martin Schleyer am 5. September 1977. Er wurde bis zum 18. Oktober 1977 gefangen gehal-ten. Die vier Begleiter Schleyers wurden erschossen.
1977 entführte ein palästinensisches Terrorkommando eine Lufthansa-Maschine (Landshut), um Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Doch die Entführung scheiterte. Das deutsche Sonder-kommando GSG9 konnte die 86 Geiseln in Mogadischu befreien. Drei von vier Terroristen wurden erschossen, der Kapitän Jürgen Schumann war zuvor bereits bei einem Zwischenstopp vom Anführer der Terrorgruppe erschossen worden.
Als die Nachricht der versagten Erpressung zur inhaftierten RAF-Spitze durchdrang, begingen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1977 in ihren Zellen Selbstmord.

  1. Linksextremismus heute: G20-Gipfel

Vergangenes Jahr im Juli 2017 war es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Autos brannten, Barrikaden waren errichtet worden und Wasserwerfer wurden eingesetzt. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Viele gewalttätige Demonstranten wurden festgenommen.
Als Treffen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ist der Gipfel von enormer politischer Bedeutung. Während einige friedliche Aktivistengruppen beispielsweise ihre Ablehnung gegen Donald Trump zum Ausdruck brachten, demonstrierten die Linksextremisten eher gegen den Kapitalismus und für Autonomie.

Quellenangaben

Quellen:

Literaturquellen:
• AUST, S. (2008): Der Baader Meinhof Komplex. 1.Auflage der Neuausgabe 2008. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag
• ALBIG, J. (2015): Das Magazin für Geschichte. GEOEPOCHE. Rote Armee Fraktion. Deutsch-land und der Terrorismus. 1.Ausgabe. Hamburg: Gruner + Jahr Verlag

Internetquellen: (entnommen am 11.Mai 2018)
https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-linksextremismus/was-ist-linksextremismus
https://lfv.hessen.de/extremismus/linksextremismus/was-versteht-man-unter-linksextremismus
https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49201/apo-und-studentenproteste?p=all
https://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Dutschke#Attentat
https://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/raf/
https://de.wikipedia.org/wiki/G20-Gipfel_in_Hamburg_2017