Freizeitgestaltung in der DDR

Fach Geschichte

Klasse 13

Autor kt0214

Veröffentlicht am 02.04.2018

Schlagwörter

DDR Jugend in der DDR FDJ DFD

Zusammenfassung

Dieses Referat behandelt die Freizeitgestaltung in der DDR. Dabei wird vor allem die Jugend in der DDR thematisiert sowie auf die damalige FDJ und den Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) eingegangen.

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Freizeitgestaltung

Um die Bevölkerung stets kontrollieren zu können, gab es vom Staat genehmigte und regulierte Freizeitorganisationen wie die Freie Deutsche Jugend.

In der DDR war fast jeder Mitglied in einer solchen Organisation, da man ansonsten sozial benachteiligt und ausgegrenzt wurde. Es gab vielfältige Freizeitangebote, die von nahezu allen Kindern wahrgenommen wurden.
Jedoch handelte es sich hier eher um organisiertes Spielen, welches den Gemeinschaftsgedanken fördern sollte. Für individuelle Förderung und die freie Entfaltung war in den Organisationen der DDR kein Platz geblieben. Die Treffen hatten immer das Ziel, den Kindern den guten, sozialistischen Staat näher zu bringen, den sie in Zukunft führen sollten.

Auch in diesen Bereich fällt der demokratische Frauenbund Deutschlands, eine Organisation von und für die Frauen der DDR.
Das zu Beginn gesetzte Ziel der Gleichberechtigung der Frauen wurde von der SED schnell beseitigt, so dass auch diese Organisation unter der Kontrolle des Staates stand und keine Gefahr mehr von ihr ausging. Vielmehr galt der DFD als rechte Hand des Staates, da sie lediglich zum Ausführen von gesteckten Zielen dienten.

Die Frauen also, die sich dem Frauenbund anschlossen, hatten wenig von ihrer angeblichen Freizeitgestaltung. Es gab zwar Seminare über die Kindeserziehung, natürlich im sozialistischen Sinne, und Angebote über das Erlernen von Stricken oder Häkeln, jedoch hatte der demokratische Frauenbund sein eigentliches Ziel komplett aus den Augen verloren und galt nur noch dazu, den Frauen eine Beschäftigung zu bieten, damit sie nach Feierabend und an den wenigen freien Tagen ebenso unter der Aufsicht der Staatsmacht standen.

Die Freizeitgestaltung in der DDR war also durchaus vielfältig. Sie war jedoch derart von dem sozialistischen Leitgedanken der SED geprägt – wie nahezu alles, was die SED durchsetzte -, dass von richtiger Freizeit kaum die Rede sein konnte. Die Kinder nahmen die Angebote zwar als Freizeit wahr, weil sie das eigentliche Ziel des Staates nicht begreifen konnten, die Organisationen waren jedoch keinesfalls als einfache, gut gemeinte Freizeitbeschäftigung gedacht. Sie hatten, wie alles in der DDR, einen Hintergedanken, ein Ziel, das zu erfüllen galt.

Freie Deutsche Jugend (FDJ)

Gruppen der Freien Deutschen Jugend wurden bereits ab dem Jahr 1936 von Jugendlichen, welche aufgrund des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland fliehen mussten, gegründet. Die ersten Gruppen bildeten sich in Paris, darauf folgten 1938 weitere in Prag sowie 1939 in Großbritannien. Diese Gruppen verfolgten hauptsächlich das Ziel, jungen jüdischen Emigranten zu helfen. Ebenso wurden regelmäßig Zeitungen veröffentlicht, in denen die Jugendlichen versuchten, sich gegen den Krieg aufzulehnen.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Mai 1945 und der Einteilung Deutschlands in seine vier Besatzungszonen erhielt die KPD 1946 die Genehmigung, die Freie Deutsche Jugend in der sowjetischen Besatzungszone und somit in der späteren DDR gründen zu dürfen. Die FDJ war somit die einzige zugelassene Jugendorganisation in der Ostzone, da die Sowjetunion kurz zuvor die Gründung jeglicher Jugendorganisationen verboten hatte. Das Hauptanliegen dieser Vereinigung war vor allem, den Jugendlichen sozialistische sowie an den Marxismus-Leninismus orientierte Grundsätze beizubringen. Da sich die FDJ in Westdeutschland gegen eine Remilitarisierung aussprach und somit als verfassungsfeindlich angesehen wurde, erfolgte 1951 ein Verbot in der BRD unter der Regierung von Konrad Adenauer.

In der DDR hingegen entwickelte sich die FDJ zu einer Massenorganisation. Jeder Jugendliche, der mindestens 14 Jahre alt war, konnte – auf Stellung eines entsprechenden Antrags - Mitglied dieser Organisation werden. Im Jahr 1971 gehörten ca. 58% aller 14-25-jährigen zu der FDJ, im Jahr 1989, also kurz vor dem Mauerfall, waren es sogar ca. 88%.

Das bekannteste Merkmal der FDJ sind wohl die sogenannten „Blauhemden“, welche als Uniform der Mitglieder dienten und das Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen stärken sollte.

Da die Kinder bereits im Grundschulalter zu Sozialisten geformt werden sollten, gründete man im Jahr 1948 die Jungpionierorganisation Ernst Thälmann, welche nach dem ehemaligen KPD-Vorsitzenden benannt wurde und als Vorstufe der Freien Deutschen Jugend galt, von welcher sie auch geleitet wurde. Neben der sozialistischen Erziehung versuchte die Organisation den Kindern zu vermitteln, dass die BRD eine Bedrohung für die DDR sei.

Während ein Kind von der 1. bis zur 3. Klasse als „Jungpionier“ galt, gehörte es zwischen der 4. und 7. bzw. 8. Klasse zu den „Thälmann-Pionieren“. Spätestens ab Ende der 8. Klasse trat man dann meist der FDJ bei, wodurch die Mitgliedschaft bei der Pionierorganisation endete.

Aufgrund der Kontrolle der SED über die Freie Deutsche Jugend und somit auch über der Pionierorganisation Ernst Thälmann waren Nicht-Mitglieder der Organisationen stark benachteiligt. Diese hatten zu befürchten, von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden; zudem wurden sie oft nicht zu weiterführenden Schulen zugelassen und hatten eine geringe Chance bei der Vergabe von Studien- und Arbeitsplätzen, weshalb im Jahr 1989 ca. 98% aller schulpflichtigen Kinder zu den Pionieren gehörten.

Die FDJ hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Freizeitaktivitäten jeglicher Art anzubieten. So bot sie unter anderem Jugendreisen an, errichtete Jugendklubs und organisierte Ferienlager für die Jungpioniere.

Nach dem Mauerfall am 09. November 1989 und dem daraus resultierenden Zusammenbruch der SED-Regierung verlor die FDJ den Großteil ihrer Mitglieder. Dies zeigt, dass ein Eintritt in diese Organisation meist wohl nur erfolgte, da man als Nicht-Mitglied kaum Chancen im schulischen sowie im beruflichen Bereich hatte und von der Gesellschaft ausgegrenzt wurde. Zudem war es für die Organisation aufgrund der Leitung der SED nahezu unmöglich, eigene Ziele zu verfolgen, da die Jugendorganisation von dieser ausgenutzt wurde, um die Jugend nach ihrem Interesse zu erziehen. Aufgrund dessen kann man feststellen, dass sich die Freie Deutsche Jugend zu einer Massenorganisation entwickelte, welche von dem SED-Regime dazu benutzt wurde, den Nachwuchs nach sozialistischem Vorbild großzuziehen und jegliche feindliche Jugendbewegungen zu verhindern.

Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD)

Parallel zur Freien Deutschen Jugend bildete sich zusätzlich im Jahr 1947 der Demokratische Frauenbund Deutschlands, der Ähnlichkeiten zum Bund Deutscher Mädel (BDJ) aus der Zeit des NS – Regimes aufwies.

Ziel der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) war es, die in der DDR lebenden Frauen zu einer großen Massenorganisation zusammenzufassen, die für den Staat einstehen sollten. Somit gelang es dem Staat, eine mögliche, selbstbestimmte Frauenbewegung auszuschalten.

Schon vor der Gründung des DFD gab es in ganz Deutschland Gruppierungen, die versuchten, gemeinsam schwierige Nachkriegssituationen zu meistern.

Neben der Bewältigung dieser Probleme setzten sich schon diese Zusammenschlüsse für die berufliche und politische Gleichstellung der Frau im öffentlichen Leben ein.

Das Hauptanliegen des Frauenbundes war es, andere Mitglieder von dem Aufbau einer Demokratie zu überzeugen sowie ehemalige NS-Befürworterinnen zu einem sozialistischen Wesen umzuerziehen. Weitere Ziele waren unter anderem das Erreichen einer völligen Gleichberechtigung sowie eine einheitliche Erziehung der Kinder im Geiste des Friedens.
Der DFD ging im März 1947 aus mehreren antifaschistischen Frauenbewegungen hervor.

Um stets die Kontrolle über den Demokratischen Frauenbund behalten zu können, wurden die zu vergebenden Führungspositionen durch Mitgliederinnen der SED besetzt. Dadurch änderten sich in den nächsten Jahren die Ziele des DFD. Bereits im Jahr 1952 ist der Zusammenschluss zu einer Massenorganisation mit über 1 Millionen Mitgliederinnen herangewachsen, welche Liebe, Stolz und Treue gegenüber dem sozialistischen Staat leisten sollte, der im Gegenzug eine Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft versprach.

Neben seinen politischen Zielen widmete sich der demokratische Frauenbund ebenfalls der sozialen sowie kulturellen Arbeit innerhalb der ostdeutschen Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Nationalen Front bot er Frauen mit einer Teilzeitbeschäftigung oder arbeitslosen Müttern ein vielfältiges Kulturangebot.

Ihr Angebot reichte von Schwangerschaftskursen bis hin zur gesundheitlichen Beratung und beinhaltete ebenso Kurse über das Stricken oder Häkeln.

Trotz der vielfältigen Angebote, die die Selbstständigkeit und Gleichberechtigung der Frauen fördern sollten, kann man bei näherer Betrachtung feststellen, dass der Demokratische Frauenbund Deutschlands nicht dazu in der Lage war, eine vom Staat nicht beeinflusste, unabhängige Frauenpolitik auszuüben. Grund dafür war der übermäßig große Einfluss der SED – Politikerinnen in den Führungspositionen sowie die Verschiebung der Interessen.

Während der Bund zu Beginn Ziele wie Gleichberechtigung durchzusetzen versuchten, verschob sich die Durchsetzung der Interessen mit dem Lauf der Zeit immer mehr in die Richtung der Ziele des Staates. Somit stand der Frauenbund letztendlich unter völliger Kontrolle der Sozialen Einheitspartei Deutschlands, weshalb er als eigenständige Vereinigung lediglich auf dem Papier existierte.