Frauenrechte während der französischen Revolution

Fach Geschichte

Klasse 11

Autor kuchii

Veröffentlicht am 20.07.2018

Schlagwörter

französische Revolution Frauenrechte Feminismus

Zusammenfassung

In diesem Referat geht es um die Rolle der Frau vor und während der französischen Revolution sowie einen Bezug zu den heutigen Frauenrechten. Außerdem werden einige bekannte aktive Feministinnen benannt und kurz vorgestellt.

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Die Rolle der Frau vor der französischen Revolution: vor der französischen Revolution war allgemein bekannt, dass die Frau sich ihrem Mann unterzuordnen hat. Sie hatten kaum Rechte und wurden innerhalb der Familien stark unterdrückt. Frauen hatten kein Recht auf Bildung und waren auch generell in der Öffentlichkeit eher ungewünscht. Das bedeutet, dass sie keinen Zugang zu Universitäten, Schulen, Kneipen oder ähnlichen öffentlichen Einrichtungen hatten.
Vor allem die Frauen, die dem dritten Stand, also dem einfachem Bürgertum und den Bauern, angehörten, lebten in sehr schlechten Verhältnissen.

Einfache Arbeiten wurden den Frauen zwar neben dem Haushalt und der Kindererziehung gestattet, allerdings verdienten sie hierbei nur circa ein Drittel, von dem, was die Männer für die selbe Arbeit erhielten.

Die Anfänge des Feminismus: der Großteil der Frauen waren für die häusliche Wirtschaft und die Ernährung der Familie verantwortlich. Nach und nach engagierten sich aber immer mehr Frauen für die Revolution, um ihre eigene Situation und die der Familie zu verbessern. Hierbei versuchten sie beispielsweise sehr erfolgreich günstigere Abgaben und bessere Brotpreise zu erzwingen, um die Familie zu ernähren. Diese ersten politischen Versuchungen gelten heute als die “Geburtsstunde des modernen Feminismus”. Die Frauen nahmen Einfluss auf das Politikleben, indem sie Broschüren und Versammlungen verwirklichten und neue Organisationsformen ins Leben riefen und sich somit die Möglichkeit nahmen, aktiv mitzuwirken.

Die Forderungen der Frauenbewegung waren sehr deutlich: sie wollten eine neue Reform der Ehegesetze, politische, rechtliche und soziale Gleichheit beider Geschlechter sowie die Befreiuung aus der Vormundschaft der Väter und Gatten. Des Weiteren forderten sie die schulische Bildung für Mädchen und junge Frauen.

Problematisch gestaltete sich damals allerdings, dass unter den aktiven Feministinnen viele unterschiedliche Meinungen herrschten. Während die einen ihre natürliche Bestimmung in der Berufung der Hausfrau sahen und sich nur weiterhin für bespielsweise fairere Brotpreise einsetzen wollten, sahen andere Frauen das ganze wesentlich radikaler und forderten die absolute Gleichheit mit dem anderen Geschlecht. Häufig ähnelten diese Forderungen denen, der Sansculotten.

Daraufhin erhielten die Frauen tatsächlich einige rechtliche Änderungen, wie zum Beispiel, dass die Ehe nicht durch eine kirchliche Heirat, sondern durch einen Ehevertrag ihre Wirksamkeit erhielt. Außerdem wurde das Scheidungsrecht eingeführt und das Heiratsalter auf 21 Jahre festgelegt.
Die Frauen wurden aus der väterlichen Gewalt befreit und hatten nun zudem das Recht, die Finanzregelung selbst durchzuführen.

Diese Bestimmungen sollten allerdings nicht lange anhalten, denn mit dem sogenannten “Code Civil” von Napoleon wurden diese Änderungen wieder abgeschafft. Des Weiteren besagte der Code Civil, dass die Menschenrechte lediglich für Männer galten, genau wie der Slogan der französischen Revolution “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”.

Bekannte aktive Feministinnen:

Théroigne Méricourt:
Geboren am 13.08.1762, kam im Jahre 1785 nach Paris und war Teil der Nationalversammlung. Sie war maßgeblich bei der Gründung “Klub der Menschenrechte” beteiligt.
1790 erteilte man einen Haftbefehl gegen sie, weshalb sie aus Frankreich flüchtete. Nachdem sie 1 Jahr lang verhaftet war, kehrte sie zurück ins revolutionäre Frankreich und war am Sturm auf Tuilerien 1792 betiligt. Méricourt erhebte immer wieder ihre Stimme in der Nationalversammlung für die Bürgerrechte und das Recht für Frauen, sich bewaffnen zu dürfen.
Im Mai 1793 wurde sie von einigen Sansculotten misshandelt und starb dann 1817 in einem Irrenhaus.

Olympe De Gouges
Geboren am 07.05.1748, wurde mit Louis-Yves Aubry zwangsverheiratet und kam im Jahre 1770 nach Paris. Sie machte eine Karriere als Schriftstellerin und veröffentlichte ein Theaterstück über Sklaverei. Ihre Forderungen waren die Bildung aller Frauen, freie Wahlen, die Abschaffung der Sklaverei sowie politische Kontrolle.
Nach ihrer Verhaftung wurde sie am 03.11.1793 aufgrung ihrer politischen Meinung hingerichtet.

Charlotte Corday
Geboren am 27.08.1768, lebte in einem Kloster in Caen, das 1790 aufgelöst wurde. Daraufhin beschloss sie, Jean-Paul Marat zu ermorden. Aufgrund dieser radikalen Ansichten kam sie am 09.06.1793 nach Paris. Ihr erster Mordplan war ohne Erfolg, weshalb dann am 15.06.1793 der tatsächliche Mord und daraufhin ihre Festnahme und Hinrichtung am 19.06.1793 folgten.

Rose Lacombe
Geboren am 04.08.1765, war eine einfache Marktfrau und führte doe Brotmärsche am 06.10.1789 nach Versaille. Auch sie war am Sturm auf Tuilerien beteiligt. Lacombe war Ehrenmitglied der Jakobiner und setzte sich für das Wahlrecht für Frauen ein.
Nachdem die Bäckerinnenbewegung und Frauenkloubs verboten wurden, gründete sie erneut einen politischen Klub namens “die Bäckerinnen”. Im Jahr 1809 starb sie vermutlich.

Frauenrechte heutzutage:

Heutzutage haben Frauen die gleichen Rechte wie Männer und sind außerdem wahlberechtigt. Die rechtliche Situation der Frau hat sich deutlich verbessert, allerdings gibt es auch heute noch Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern.
Im Berufsleben erhalten sie bei der gleichen Leistung rund 1/4 weniger Geld als Männer im selben Beruf. Der Grund hierfür liegt häufig in Vorurteilen.

Außerdem haben Frauen häufig das Problem, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, zumal sie so oder so aufgrund von Schwangerschaften für eine gewisse Zeit aus dem Berufsleben raus ist. Danach gibt es meist Probleme, Kitaplätze zu finden und das Kind unterzubringen, um weiterhin arbeiten gehen zu können.

Trotz der gesetzlichen Gleichberechtigung ist die Gesellschaft auch heute noch nicht darauf eingestellt, den Frauen die selben Rechte und Freiheiten zu ermöglichen. Problematisch ist es häufig in ferneren Ländern, in denen Mädchen bereits im Alter von teilweise nur 13 Jahren zwangsverheiratet werden. Andererorts kommt es nicht selten sogar zum Todesurteil oder zu Steinigungen bei einem Ehebruch seitens der Frau, während dies für Männer als legitim gilt.

Es gibt sogar ein Gesetz, das besagt, wie oft der Mann ein Recht auf Geschlechtsverkehr hat. Auch Schläge und Misshandlungen stehen oftmals auf der Tagesordnung, da die Frauen in manchen Ländern und Kulturen noch immer als Eigentum der Männer gelten.

Was damals während der französischen Revolution begann, gilt nicht umsonst als die Geburtsstunde des modernen Feminismus. Viele der damals geforderten Rechte haben bis heute Bestand und konnten in vielen Ländern umgesetzt werden.
Die Frauenbewegung in Frankreich kann man als die ersten Schritte in die richtige Richtung werten, auch wenn noch viele fehlen.