Der Nationenbegriff seit der Französischen Revolution

Fach Geschichte

Klasse 12

Autor Simplexi

Veröffentlicht am 27.11.2018

Schlagwörter

Französische Revolution Nationenbegriff Nation Deutsche Reichsgründung 1848 1871 1789

Zusammenfassung

Dieses Referat behandelt den Nationenbegriff seit der Französischen Revolution im Jahr 1789 und inwiefern diese Revolution andere Gebiete beeinflusste. Hier wird vor allem auf die Gründung des deutschen Nationalstaates eingegangen.

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### Der Nationenbegriff seit der Französischen Revolution ### Den Nationenbegriff gab es schon lange vor der Französischen Revolution. Im Mittelalter bezeichnete er eine Gemeinschaft, zu der jemand durch seine Geburt gehört und deren Sprache er spricht. Auch politisch wurde der Nationenbegriff in der Vormoderne gebraucht. Dort bezeichnete er jedoch nicht das Volk, sondern die gegenüber dem Monarchen handelnden Gruppen, also die Stände. Die früheren Staatsgebilde waren also politische Organisationsformen der Ständegesellschaft. Die französische Revolution Die französische Revolution zeigt, dass die Ständegesellschaft erst überwunden werden musste, um einer modernen Nation Platz zu verschaffen. Die Ideen der Aufklärung wirkten bei dieser Sache als Vorbereitung für eine vernunftgeleiteten und humanitären Ordnung von Staat und Gesellschaft. Als dem absolutistischen Frankreich der Bankrott drohte, weigerten sich Klerus und Adel auf ihre Steuerprivilegien zu verzichten. Sie wollten die gesamte Last dem dritten Stand auferlegen, der sich aus dem Bürgertum undden Bauern bildete. Damit lösten sie eine Diskussion über die Legitimität der ständischen Gesellschaftsordnung aus. Die Mehrheit der Franzosen waren nämlich Angehörige des dritten Standes und sie alleine sorgten für das Wohlergehen der Gesamtheit. Demnach wäre also der dritte Stand mit der Nation identisch, während die anderen zwei Stände sich aus der Nation ausschlossen, da sie nichts zum Wohlergehen beitrugen. Bei der Einberufung der Generalstände im Jahr 1789 durften die Vertreter des dritten Standes genau so viele Deputierte wie Klerus und Adel zusammen entsenden. Nachdem die Verhandlungen ergebnislos waren, erklärten sich die Deputierten des dritten Standes zur Nationalversammlung und forderten die beiden anderen Stände auf, sich ihnen anzuschließen. Die Nationalversammlung war damit nicht länger eine Versammlung unterschiedlich einflussreicher Stände, sondern gleichberechtigter Abgeordneter der Nation. Man gelobte sich später im Ballhaus von Versailles, die Nationalversammlung erst zu beenden, wenn eine neue Verfassung für Frankreich geschaffen worden war. Folge davon war, dass die Feudalrechte abgeschafft wurden, also die ständischen Rechte und Privilegien. Den vorläufigen Abschluss fand die Entwicklung, als die Menschen- und Bürgerrechte erklärt wurden. Diese Ideen von 1789 lösten mit den Schlagworten liberté, égalité und fraternité den Absolutismus und die Ständegesellschaft ab. Die Vorstellung von einer nationalen Gemeinschaft war präsent. Frankreich verstand sich ab sofort als Staatsnation und sah als deren Hauptkennzeichen das gemeinsame Staatsgebiet, die gemeinsame Staatsgewalt und die gleichen Gesetze für jeden Bürger an. Bald darauf wurde allerdings heftig darüber diskutiert, was die Begriffe liberté, égalité und fraternité bedeuten sollten. Es wurde hinterfragt, welchen Stellenwert und welche Rechte jedem einzelnen Bürger in der neuen Nation zustehen sollte. Außerdem galt zu klären, ob Hunger und Armut durch eine Neuverteilung des Besitzes beseitigt werden sollte, ob jeder Bürger das gleiche Wahlrecht erhalten sollte und welche Rolle der König spielen soll. Es zeigte sich dann, dass in der Bevölkerung unterschiedliche Interessen und Vorstellungen vorhanden waren. Das Bürgertum, das gegen die Ständegesellschaft war, richtete sich zwar gegen die Privilegien der Stände Klerus und Adel, aber von demokratischen Auffassungen und der Gleichheit aller Bürger waren sie noch weit entfernt. Die Revolutionskriege in Frankreich förderten die allgemeinen Bürgerrechte, aber auch Terror gegen Feinde der Revolution. Die Gleichheit der Bürger im Wahlrecht fand auch schnell wieder ihre Grenzen, denn die Bevölkerung wurde in politisch berechtigte Aktivbürger, die Steuern zahlten, und schutzbefohlene Passivbürger aufgeteilt. Das Geschlecht und das Vermögen bestimmte also die Möglichkeit der französischen Bürger, im Staat politisch mitzuwirken. Mit Napoleon endete die Französische Revolution mit einer Kaiserherrschaft. Einfluss auf andere Gebiete Die revolutionäre Idee der Nation und die Vorstellungen von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit (liberté, égalité und fraternité) gingen im 19. Jahrhundert auch weit über Frankreich hinaus. Im Namen dieser Revolution wurde die absolute Monarchie und die Ständegesellschaft kritisch in Frage gestellt. Auch die deutschen Staaten fanden Gefallen an diesen Ideen. Die Rheinbundstaaten und Preußen modernisierten die Regierung nach dem französischen Vorbild und beendeten damit die Ständegesellschaft. Im deutschen Gebiet griff man aber eher auf den Begriff einer Kulturnation zurück, der sich schon im 18. Jahrhundert gebildet hatte. Damals hatte sich nämlich das Bewusstsein herausgebildet, dass man auch über die Grenzen der Reichsterritorien hinweg als Nation zusammengehört, da diese eine gemeinsame Sprache und Kultur haben. Die Regierungen der deutschen Einzelstaaten unterdrückten nach dem Wiener Kongress im Deutschen Bund jedoch alle nationalen Bestrebungen. Die Monarchen wollten nämlich ihre Macht nicht mit einer Volksvertretung teilen. Außerdem sahen sie es auch nicht ein, Teile ihrer Souveränität an einen deutschen Gesamtstaat abzugeben. Gründung des deutschen Nationalstaates Der erste Anlauf der Gründung eines Nationalstaates in Deutschland schien 1848 möglich zu sein. Es kam aber trotzdem nicht zu einer Reichsgründung, da die Monarchen die Revolution militärisch niedergeworfen hatten und der preußische König die angebotene Kaiserkrone abgewiesen hatte. 1871 war es endlich so weit: Die Gründung des deutschen Nationalstaates durch Otto von Bismarck, ging von Preußen aus. Für ihn standen die Stärke Preußens und das monarchistische Prinzip im Vordergrund. Bismarck wollte den Dualismus mit Österreich beenden und entschied sich daher für die kleindeutsche Lösung, ohne Österreich. Der Deutsch-Französische Krieg begeisterte zusätzlich die nationale Bewegung, da die Deutschen nun einen gemeinsamen Feind hatten. Die Gründung des Reiches führte aber zu einer gespannten Beziehung zum Nachbarn Frankreich und vertiefte eine Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich.