Das Scheitern der Weimarer Republik

Fach Geschichte

Klasse 12

Autor Palli22

Veröffentlicht am 05.01.2019

Schlagwörter

Weimarer Republik Scheitern Deutschland

Zusammenfassung

Dieses Referat behandelt die Ursachen, warum die Weimarer Republik scheiterte. Zudem wird näher auf die Weimarer Reichsverfassung eingegangen und die Neuerungen bezüglich früherer Versionen eines Grundgesetzes.

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Die Zeit der Weimarer Republik begann mit der Ausrufung der Republik am 08. November 1918 und endete 1933 durch die Machtergreifung Hitlers. Am 14. November 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Die Bezeichnung kommt davon, dass die erste verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar tagte. In der Weimarer Verfassung wurden die verschiedenen Institutionen und deren Aufgaben festgelegt. Vor allem die demokratischen Grundrechte, wie die Freiheit der Menschen und die Gleichheit vor dem Gesetz, sowie die Rede-, Presse-, Versammlungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit wurden festgelegt. Neu in der Weimarer Verfassung waren die Schutzbestimmung und die sozialen Rechte. Unter dem Begriff „Katalog guter Vorsätze“ sollte die Gleichberechtigung der Frau, der Schutz der Jugend, Familie und Ehe, die Arbeitslosenhilfe, die Anerkennung der Tarifpartner und der 8-Stundentag eingeführt werden. Doch vor allem Letzteres war sehr schwer umzusetzen durch die anhaltende Wirtschaftskrise. Die Institution, die durch die Weimarer Verfassung festgelegt wurde war der Reichspräsident. Er wurde vom Volk direkt für 7 Jahre gewählt, er hatte außerdem durch die verschiedenen Artikel in der Weimarer Verfassung das Recht auf Reichstagsauflösung durch Artikel 25, das Notverordnungsrecht durch Artikel 48, den Oberbefehl über das Reichsherr und er konnte Minister, den Reichskanzler und Offiziere ernennen und entlassen. Durch die umfangreichen Befugnisse besaß er eine außerordentliche Machtfülle und man konnte ihn auch als Ersatzkaiser bezeichnen. Vor allem Artikel 48 war sehr schwammig formuliert, wodurch dem Reichspräsidenten sehr viel Freiheiten und Befugnisse zugestanden werden konnten. Die Legislative nahm in der Weimarer Verfassung der Reichstag ein. Durch eine geheime, allgemeine und gleiche Wahl wurden die Abgeordneten gewählt. Der Reichstag besaß zudem die größte Machtbefugnis bei der Gesetzgebung, da er die Regierung durch ein einfaches Misstrauensvotum blockieren konnte. Der Reichsrat hatte bei der Gesetzgebung kaum Mitwirkung, er nahm nur eine beratende Funktion ein und hatte beschränktes Einspruchsrecht. Die Reichsregierung hatte die Exekutive inne. Diese hatten jedoch eine sehr schwache Stellung inne aufgrund des Misstrauensvotums. Außerdem waren Kanzler und Minister von dem Reichspräsidenten und dem Reichstag abhängig. Ein Verfassungsschutz existierte erschreckenderweise so gut wie gar nicht, da durch eine 2/3 Mehrheit des Reichstages und des Reichsrates eine Verfassungsändern sehr leicht möglich war. So konnten die Grundrechte leicht aufgehoben werden. Politische Parteien wurden vom Volk nach Verhältniswahlrecht gewählt. Zudem gab es keine Sperrklausel, also keine 5%-Hürde. Politische Parteien waren verfassungsmäßig auch nicht verankert. Diese strukturellen Fehler in der Verfassung waren ein Grund warum die Weimarer Verfassung scheiterte. Im Februar 1925 starb der Reichspräsident Ebert mit 54 Jahren. Und mit seinem Tod wurde die Demokratie zu Grabe getragen, denn sein Nachfolger wurde Hindenburg. Durch ihn bekam das Militär einen größeren Einfluss auf die Politik. Außerdem war er durch seine umfangreichen Vollmachten als Reichspräsident ein Steigbügelhalter für Hitler. Auch der Reichstag war nach den Wahlen 1928 sehr anfällig und labil, denn es bildete sich eine große Koalition, deren Parteien aus dem ganz linken und dem ganz rechten Spektrum kamen. Sie kamen zu keiner gemeinsamen Meinungsfindung, was zu Unruhe, Unstetigkeit und zur Destabilisierung der Demokratie führte. Auch die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 hatte hochgradige Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahl stieg im Jahr 1933 auf bis zu 6 Millionen Menschen und die Kaufkraft ging zurück. Außerdem hatte Deutschland sehr schwer mit den Folgen des Versailler Vertrags und den Rückzahlungen vom ersten Weltkrieg zu tragen. Die Menschen holten aus Angst vor einer Inflation ihr Geld von den Banken. Dies hatte jedoch zur Folge, dass diese keine Kredite mehr an die Wirtschaft geben konnten und so pleite gingen. So erlischt der Wirtschaftsmotor und weitere Betriebe gehen pleite. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung bietet einen Nährboden für linke und vor allem rechtsradikale Parteien, wodurch es zu einer Radikalisierung in Gesellschaft und Politik kam. Im April 1930 setzte Hindenburg das erste Präsidialkabinett unter Führung von Heinrich Brünig ein. Dieses „Hindenburgkabinett“ wurde nur vom Vertrauen des Reichspräsidenten getragen und regierte durch das Notverordnungsgesetz gegen das Parlament. Diese neue Politik war antidemokratisch, konservativ und antisozial. Hindenburgs Politik machte alles Zunichte, was Stresemann mit Kompromissen erreicht hatte, denn er führte eine offene, aggressive außenpolitische Revisionspolitik, indem er für die Revision des Versailler Vertrag demonstrierte. Innenpolitisch musste Hindenburg eine Massenverelendung bekämpfen. Sein Krisenmanagement, was vorwiegend aus Lohnverkürzungen, Steuererhöhungen, die Drosselung von Personalausgaben durch Entlassungen wirkte kontraproduktiv. Der Reichstag verweigerte zudem seine Zustimmung zu diesen Maßnahmen, weshalb er veranlasst, den Reichstag durch Artikel 25 aufzulösen und die Maßnahmen mithilfe von Artikel 48 durchzusetzen. 1932 war die Wahlzeit von Hindenburg abgelaufen, jedoch hatte die SPD keinen anderen guten Kandidaten, weshalb er sich wieder zur Wahl aufstellen konnte und erneut Reichspräsident wurde. 1933 ernannte Hindenburg Hitler als Reichskanzler. Dies entspricht der Verfassungslage und war somit vollkommen legal. Dies war der endgütige Schritt zur systematischen Zerstörung der Überreste der Weimarer Republik und die Geschichte nahm seinen Lauf. Somit können als formale Ursachen des Scheiterns der Demokratie folgende Punkte festgelegt werden, mit absteigender Reihenfolge: Strukturelle Fehler der Verfassung Destabilisierung durch wirtschaftliche und soziale Dauerkrisen Schwäche der demokratischen Tradition und Stärke der obrigkeitsstaatlichen Einstellung Außenpolitische Belastung als Folge des ersten Weltkriegs Versagen von Parteien und Interessenvertretern