Belsazar

Fach Geschichte

Klasse 9

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 16.07.2018

Schlagwörter

Belsazar

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit dem Babylonier Belsazar, welcher nie König von Babylonien war, jedoch etwa neun Jahre als Stellvertreter seines Vaters die Regentschaft inne hatte. Es wird auf den geschichtlichen und biblischen Hintergrund eingegangen.

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Bei Belsazar handelt es sich um einen babylonischen Kronprinzen. Er führte von etwa 552 vor Christus bis 543 vor Christus an der Stelle seines Vaters Nabonid die Regierungsgeschäfte von Babylon. Sein Name bedeutet übersetzt „Bel beschütze den König“. Das Leben und Wirken von Belsazar ist in vielen alten Wirtschaftsurkunden und Briefen aus Babylonien hinreichend belegt, ebenso seine Regentschaft. Auch die Abstammung Belsazars von König Nabonid ist ausreichend belegt und gilt somit als sicher und korrekt.

Biblischer Hintergrund

Im Buch Daniel vom Alten Testament wird Belsazar als König bezeichnet. Außerdem wird er als der Sohn von Nebukadnezar II genannt. In der Bibel gilt der Begriff Sohn stets für alle männlichen Nachkommen, also nicht nur für die tatsächlichen Söhne, sondern auch für Enkel und so weiter. Die Bezeichnung Nebukadnezar Vater von Belsazar ist ebenfalls im biblischen Sprachgebrauch zu betrachten. Sämtliche Vorfahren wurden als „Väter“ bezeichnet. Dies gilt nicht nur für Verwandte ersten Grades, sondern auch für entfernte Verwandte. Der Begriff „Sohn Davids“ wurde in der Bibel auch für entfernte Verwandte von David verwendet.

Belsazar entdeckt eines Tages als eine Art geisterhaften Schriftzug an einer Mauer des königlichen Palastes. Daraufhin bittet er seine Gelehrten diesen Schriftzug und die Zeichen zu entschlüsseln, damit er sich des Inhalt des Schriftzuges bewusst sein kein. Seine Gelehrten versuchen sich an einer Übersetzung, finden jedoch keine Lösung. Da Belsazar unbedingt wissen möchte, was auf den Mauern geschrieben steht, wendet er sich nach dem Scheitern der Gelehrten, an den Propheten Daniel, welcher den Schriftzug übersetzt:

„Mene: Gezählt, das heißt, Gott hat gezählt die Tage Deiner Königsherrschaft und sie beendet. Tekel: Gewogen, das heißt, Du wurdest auf der Waage gewogen und für zu leicht befunden. Peres (U-parsin): Zerteilt wird Dein Königreich und den Persern und Medern übergeben“.

Der Schriftzug ist, der Übersetzung entnommen, äußerst negativ für Belsazar. Er ist sich dessen bewusst und auf der Hut, wird aber in der Nacht nach der Übersetzung ermordet. Sein gesamtes Reich wurde anschließend, wie vom Propheten übersetzt, unter den Persern und Medern aufgeteilt.

Geschichtlicher Hintergrund

Es kann sein, dass der biblischen Überlieferung geschichtliche Hintergründe zu Grunde liegen. Demnach könnte Belsazar wirklich von einem Marduk Priester ermordet worden sein. Es gibt sowohl Anzeichen, welche dafür sprechen, als auch solche, welche dagegen sprechen. Allerdings war Belsazar niemals der König von Babylonien, denn dies war stets sein Vater Nabonid, auch wenn dieser sich lange Zeit in Arabien aufgehalten hat. Belsazar war stets in der Position des Stellvertreters seines Vaters.

Der Begriff des Königs bezeichnet in der Bibel also nicht nur den eigentlichen König als solchen, sondern auch die Dienststellung eines Regenten. Dies ist auch daran zu erkennen, dass dem Propheten Daniel die Dienststellung des Dritten im Reich offeriert wird. Auch dies bedeutet, dass Belsazar die Position des Zweiten im Reich ausgefüllt hat und die erste Position nach wie vor dessen Vater Nabonid zugeordnet gewesen ist. Aus diesem Grund ist Belsazar auch niemals der letzte König von Babylonien gewesen.

Auch wenn dies in zahlreichen Schriften und auch aus dem Buch Daniel heraus interpretiert wird. Er wird letztmalig im 13. Regierungsjahr von König Nabonid als dessen Stellvertreter genannt. Belsazar hat König Nabonid seit dessen 4. Regierungsjahr, also insgesamt über einen Zeitraum von etwa neun Jahren vertreten. Nach der Rückkehr von König Nabonid aus Tayma, einer Oase in Saudi – Arabien, wurde Belsazar nicht mehr als dessen Stellvertreter genannt. Daraus lässt sich schließen, dass sich König Nabonid nach seiner Rückkehr wieder selbst um alle Regierungsangelegenheiten gekümmert hat.

Der Prophet Daniel wird oft als weiser Omendeutet dargestellt. Er kann auch dem der Funktion einer Wahrsagers oder sogar mit dem Amt einer Entu – Priesterin verglichen werden. Seine Worte besiegelten das Schicksal von Belsazar. Nabonid regierte nach seiner Rückkehr aus Saudi – Arabien noch ungefähr drei weitere Jahre. In seinen Chroniken ist der vorzeitige Tod seines Sohnes Belsazar nicht erwähnt. Dem Nachkommen des Königs von Babylonien wurde also kein Nachfolger vorher gesagt.

Bedeutung der Geschichte von Belsazar

Die Überlieferung der Geschichte von Belsazar lieferte den Stoff für viele künstlerische Bearbeitungen. Hierzu gehörten beispielsweise Gemälde, Gedichte, Schriften und Lieder. Einige sehr bekannt gewordene und erfolgreiche Werke sind: das Bild „Das Gastmahl des Belsazar“ von dem niederländischen Maler Rembrandt van Rijn aus dem Jahre 1636, die Oper „Das Ende der Babylonischen Monarchie oder Belsazer“ von Georg Philipp Telemann, nach dem Libretto von Joachim Beccau, aus dem Jahre 1723, das Oratorium „Belshazzar“ von Georg Friedrich Händel aus dem Jahre 1745, die Oper „Ciro in Babilonia“ von Giochino Rossino aus dem Jahre 1812 und die Ballade „Belsatzar“ von dem deutschen Dichter Heinrich Heine in dessen „Buch der Lieder“ aus dem Jahre 1820, welche von Robert Schumann vertont worden ist.

Aufgrund der künstlerischen und literarischen Werke namhafter und weltberühmter Komponisten, Dichter und Schriftsteller ist die Geschichte von Belsazar bis heute bekannt. Es gibt zahlreiche Arbeiten, in denen Sie auch hinreichend interpretiert worden ist. Außerdem werden dort verschiedene Ungereimtheiten diskutiert und nach der wahrscheinlichsten Variante der geschichtlichen Ereignisse eingestuft. Der exakte Hergang der Ereignisse ist aufgrund der vergangenen Jahrtausende nicht mit 100 prozentiger Sicherheit zu belegen, auch wenn die Geschichte von Belsazar insgesamt, als wissenschaftlich ausreichend belegt gilt.

Zusammenfassung:

Nabonid war der König und Herrscher von Babylonien. Dieser hielt sich jedoch ungefähr neun Jahre lang während seiner Regentschaft in Saudi – Arabien auf. Während dieser Zeit war sein Sohn Belsazar sein Stellvertreter in Babylonien. Er kümmerte sich um alle wirtschaftlichen Angelegenheiten.