Atomunglück in Tschernobyl

Fach Geschichte

Klasse 11

Autor joflo

Veröffentlicht am 06.07.2018

Schlagwörter

Atomunglück Tschernobyl

Zusammenfassung

Dieses Referat behandelt das Atomunglück am 26. April 1986 in der heutigen Ukraine. Es zeigt Schritt für Schritt auf, wie die Katastrophe zu Stande kam. Es wird auch auf die Folgen des Unfalls eingegangen.

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In der Nacht auf den 26.April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion eine Nuklearkatastrophe. Der Unfall im Gebiet der heutigen Ukraine kostete Tausenden das Leben und veränderte es für Millionen für immer. Doch wie konnte es zu einer solch einem Unfall kommen?

Alles begann am Abend des 25. April 1986 im Kontrollraum des Reaktorblocks 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl. Ein Team von Physikern hatte für die kommende Nacht einen Sicherheitstest für den Reaktor geplant. Die Physiker, welche in Tschernobyl arbeiteten gehörten zu den besten und höchst angesehenen der ganzen Sowjetunion. Sie hatten die Erlaubnis in der Arbeiterstadt Pripyat zu leben, welche in der Nähe von Tschernobyl liegt.

Der Leitende Physiker an diesem verhängnisvollen Abend war Anatoli Diatlow. Anatoli Diatlow galt als äusserst autoritär, kaltherzig und streng. Die Physiker unter seinem Kommando hatten hohen Respekt vor ihm und würden sich nie trauen ihm zu wiedersprechen.

Anatoli Diatlow gab am Abend des 25. April 1986 das Kommando zum Herunterfahren der Reaktorleistung. Der Sinn des Tests war es, zu erfahren, was passieren würde, wenn der Reaktor durch einen militärischen Angriff beschädigt würde. Die Physiker hatten ein Handbuch der sowjetischen Atomaufsichtsbehörde. In diesem Handbuch war das gesamte Reglement bezüglich des Bedienens eines Reaktors enthalten. Für den geplanten Test war eine Minderleistung von 620 Megawatt vorgeschrieben, welche unter keinen Umständen unterschritten werden durfte. Anatoli Diatlow ignorierte jedoch diese Anweisungen und liess die Reaktorleistung unter diesen Wert fahren.

An diesem Abend sank die Leistung des Reaktors im Block 4 jedoch bis auf weit unter 200 Megawatt. Schuld dafür war nicht nur Anatoli Diatlow sondern auch ein technischer Fehler, welcher genau zu dieser Zeit auftrat. Dieser technische Fehler führte dazu das die Reaktorleistung weiter auf das gefährliche Niveau von 200 Megawatt absank. Der Fehler wurde vermutlich durch einen Konstruktionsfehler des Kraftwerkes verursacht. Aufgrund der tiefen Reaktorleistung, bildete sich das Gas Xenon. Xenon absorbiert Neutronen stärker als andere Elemente, was die Leistung noch tiefer sinken liess. Obwohl die Lage schon sehr kritisch war, gab Anatoli Diatlow keine Erlaubnis, den Reaktor auszuschalten.

Aufgrund der Angst, die seine Mitarbeiter vor ihm hatten, traute sich niemand ihm zu wiedersprechen und der Test wurde fortgesetzt. Um die Kühlung während eines militärischen Angriffs auf den Reaktor zu testen wurden weitere verfahren, wie erhöhte Wasserzufuhr und Aktivierung der Kühlpumpen eingeleitet, was den Zustand zusätzlich verschlechterte.

Gegen halb 2 Uhr nachts, des 26. April 1986, wehrte sich der Physiker und Schichtleiter Alekssandr Akimov und löste eine Notabschaltung des Reaktors aus. Leider hatte der Reaktor einen weiteren entscheidenden Konstruktionsfehler. Der Konstruktionsfehler bestand darin, dass die Grafitköpfe der Brennstäbe bei einer Notabschaltung vollständig eingefahren wurden. Dies hatte einen sehr starken Leistungsanstieg zur Folge. Die Leistung des Reaktors stieg nämlich innerhalb von wenigen Sekunden um mehr als das Hundertfache an. Der Reaktor erhitzte sich durch diesen Leistungsanstieg so enorm, dass es zu Explosionen in den Brennelementen kam.

Obwohl die Brennelemente bereits explodiert waren, war der Reaktormantel noch intakt und die Physiker im Kontrollraum sahen den ganzen Ernst der Lage noch nicht. Unter den Brennstäben bildeten sich heisse Gase und Dämpfe, welche die Tonnenschweren Stäbe aus ihren Verankerungen drückte. Auch die Druckröhren des Reaktors begannen zu bersten. Erst jetzt bemerkten Mitarbeiter, die in der Nähe des Reaktors beschäftigt waren die akute Gefahr. Ein Mitarbeiter des Reaktors rannte in Richtung des Kontrollraums um die Physiker zu warnen. Allerdings war es nun zu spät, da sich die Gase im Reaktor entzündeten und eine zweite, weitaus verheerendere Explosion stattfand. Der ganze Reaktor explodierte und das Betondach des Gebäudes wurde komplett zerstört. Augenzeugen berichten, dass sich Beton- und Stahlwände durch die Druckwelle der Explosion verbogen, als wären sie aus Gummi.

Meterhohe Stichflammen kamen aus dem Reaktorgebäude und der Rauch färbte sich durch das Grafit in verschiedene Farben. Das Kontrollzentrum ist bei der Explosion völlig intakt geblieben. Doch die giftigen, metallischen und hoch radioaktiven Dämpfe breiteten sich im Kontrollzentrum aus. Viele Mitarbeiter des Kraftwerkes starben noch während der Explosion. Die Überlebenden bekamen nun die volle Gewalt der radioaktiven Strahlung zu spüren. Die sogenannte Strahlenkrankheit setzte bei ihnen ein. Sie machte sich zuerst durch starke Übelkeit bemerkbar, bevor die Haut abstarb und sich schwarz verfärbte. Trotzdem überlebten einige und konnten in Kliniken gebracht werden.

Die sowjetische Regierung versuchte den Vorfall zunächst geheim zu halten. Sie sprach lediglich von einem Feuer, welches im Block 4 des Kernkraftwerk Tschernobyls ausgebrochen war. Es vergingen wertvolle Tage, in denen die Bevölkerung der nahegelegenen Stadt Pripyat im ungewissen gelassen wurden. Die Strahlungsbelastung war zu diesem Zeitpunkt bereits so stark, dass durch die Radioaktivität Lichtblitze auf den Filmaufnahmen von damals auftreten. Endlich wurde die Bevölkerung evakuiert. Bis auf Männer, die halfen den Radioaktiven Abfall zu entfernen war die gesamte Bevölkerung von Pripyat nach 10 Tagen vollständig evakuiert.

Es wurde eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometer um das Kernkraftwerk errichtet. Die ehemaligen Bewohner dieser Sperrzone leiden teilweise bis heute an den Folgen der Katastrophe. Hunderte bis Tausende von Kindern kamen noch Jahre später mit schlimmen Missbildungen auf die Welt. Es gibt bis heute keine genauen Zahlen wie viele Opfer die Katastrophe gefordert hat. Das Unglück von Tschernobyl ging in die Geschichtsbücher ein und ist das Ereignis welches die Frage nach dem Sinn und Nutzen über die Kernenergie aufwirft.