Alltag und Leben jüdischer Schüler

Fach Geschichte

Klasse 9

Autor Sphax

Veröffentlicht am 25.04.2018

Schlagwörter

Alltag/ Öffentlichkeit

Zusammenfassung

Der Vortrag handelt von dem Leben jüdischen Schüler in Deutschland, während des zweiten Weltkrieges. Es wird auf den Stand in der Öffentlichkeit, wie auf die Bewältigung der alltäglichen Situation Bezug genommen.

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Alltag der jüdischen Schulen

Nachdem am 18. November 1938 das Schulverbot für jüdische Schüler öffentlich bekannt gegeben wurde, gab es vorerst keine vom Staat organisierten Lehrer. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verantwortung bei den Eltern, ihren Kinder den nötigen Unterrichtsinhalt beizubringen. Oft hatten die Eltern jedoch zu wenig Zeit um ihre Kinder zu unterstützen. Deswegen waren die meisten jüdischen Kinder zu dieser Zeit immer unbeaufsichtigt alleine zu Hause. Bezogen auf die Gartenstraße 6: Um die Schulbildung der Kinder sicherzustellen, soll eine jüdische Schule in Detmold erbaut werden. Diese Schule sollte ausschließlich den Juden vorbehalten sein. Doch damit die Schule genutzt werden konnte, musste ein jüdischer Lehrer gefunden werden. Die Suche war äußerst schwierig, da es nur wenige Personen gab die diese Aufgabe erfüllen konnten. Doch erst musste eine Überganglösung gefunden werden, um den Schülern die nötige Bildung zu geben. Der Lehrer Max Alexander, der mit seinem Motorrad in verschiedene Ortsteile Detmolds fuhr, um dort die jüdischen Schüler zu Hause zu unterrichten, bot eine alternative Lösung. Normalerweise war es Juden damals nicht gestattet ein Motorrad zu besitzen/ fahren, doch Max Alexander erhielt eine Sondergenehmigung, bis die Schule fertiggestellt wurde.
Die Schule wurde vermutlich in den Zeitraum vom 06.01.1939 bis zum 01.10.1939 eröffnet Das genaue Datum lässt sich nicht herausfinden.

In der Schule wurden nicht nur die Schüler aus dem unmittelbaren Umfeld unterrichtet, sondern Schüler kamen zum Beispiel aus Höxter oder Nieheim um in Detmold die Schule zu besuchen. Die Schüler konnten aufgrund des langen Schulweges nicht jeden Tag zu ihren Eltern zurückkehren, sodass sie oft mehrere Tage in sogenannten Judenhäusern bei jüdischen Gastfamilien untergebracht wurden. Für die Schüler dort war es vorerst schwer sich an die neue Situation zu gewöhnen, da sie bemerkten das sie anders waren. Aber es war gut, dass der jüdische Lehrer sie ein paar Stunden pro Tag auf andere Gedanken gebracht hat.
In der Gartenstraße lernten die Kinder neben Lesen, Schreiben und Rechnen noch andere nützliche Fächer wie Englisch oder die hebräische Schrift. Des weiteren gab es auch handwerklich geprägte Unterrichtsphasen, in denen die Kinder unter anderem Handarbeiten und der Umgang mit Werkzeugen beigebracht wurde.
Nachdem die Kinder die Schule beendet hatten, genossen sie eine gute Allgemeinbildung.
Es gab nur eine Klasse, da es auf Grund der geringen Schüleranzahl nicht anderes möglich war.

Jüdische Schüler in der Öffentlichkeit

Mit zunehmender Zeit, wurde die Situation für die jüdischen Kinder in der Öffentlichkeit immer belastender. Einige Eltern verboten ihren Kindern den Kontakt mit den christlichen Kindern aus Angst vor Auseinandersetzungen. Allein der Schulweg war für die jüdischen Kinder meist sehr belastend, da sie oft beschimpft, bespuckt und mit Steinen beworfen wurden.
Weiterhin war es den Juden verboten Straßenbahnen oder andere öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um diese nutzen zu dürfen, war eine Sondergenehmigung nötig.

Für die drei Ehrmann Geschwister aus Heidenoldendorf hatte man diesbezüglich eine Sondergenehmigung gefunden. Sie durften täglich mit der Straßenbahn pendeln,
„allerdings bekamen sie nie einen Sitzplatz, und wenn die Straßenbahn voll war, mussten sie Platz für andere machen und aussteigen. `Judenkinder raus!´ hieß es dann.“
Quelle: W. Müller, Gartenstraße 6, S.12, 19.

Der Judenstern, der ab September 1941 getragen werden musste, trug dazu bei, dass die Kinder sofort erkennbar waren und somit ein willkommener Anlass für z.B. die Leopoldiner waren, die „Judenkinder“ zu drangsalieren und zu bedrohen.
Ein Beispiel für die diese Auseinandersetzungen ist, dass Karl Ehrmann von Schülern des Leopoldinums beschimpft wurde. Er ließ sich dies nicht gefallen und es kam zu einer Schlägerei. Der Ofensetzer Werner Heldke, der sich zufällig in der Nähe aufhielt, wurde auf den Streit aufmerksam und wollte ihn gewaltsam beenden.
Er schlug Karl Ehrmann auf denn Kopf und ins Gesicht. Karls Vater klagte daraufhin den Ofensetzer wegen Kindesmisshandlung an.

Quellenangaben

Quelle: W. Müller, Gartenstraße 6, S.12, 19.

Quelle: Junker, E., Die Schulsituation der Kinder jüdischen Glaubens in Detmold im Zeitraum von 1938 – 1942. Facharbeit Grabbe Gymnasium 2014/2015

Quelle: Ellen Junker, Die Schulsituation der Kinder jüdischen Glaubens in Detmold im Zeitraum von 1938 – 1942. Facharbeit Grabbe Gymnasium 2014/ 2015, S. 8, 9