Gewässergüte und Gewässerstrukturgüte

Fach Fach

Klasse 11

Autor Simplexi

Veröffentlicht am 18.03.2018

Schlagwörter

Geographie Gewässer Wasserqualität Flüsse

Zusammenfassung

In diesem Referat geht es um die Gewässergüte und die Gewässerstrukturgüte in der Geographie. Die Begriffe werden erklärt, und es wird auch auf die Folgen der Veränderung dieser für die Umwelt eingegangen.

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Gewässergute und Gewässerstrukturgüte

Gewässergüte

Die Gewässergüte ist die Wasserqualität eines Gewässers und bestimmt die Nutzbarkeit für menschliche oder natürliche Zwecke.

Die Charakterisierung der Qualität eines Gewässers in Deutschland basiert auf biologisch-ökologische Untersuchungen. Die Einteilung und Darstellung der Gewässergüte beruht auf das sogenannte Saprobiensystem, auf der Erfassung bestimmter Organismen, die als Gradmesser für Gewässerbelastung dienen. Die im Wasser lebenden Organismen haben bestimme Ansprüche an ihre Umwelt, deshalb spiegelt die Besiedlung des Wassers auch dessen Zustand wider und liefert bei wiederholten Messungen wichtige Informationen über die Lebensbedingungen in einem längeren Zeitraum.

  • Güteklasse I: unbelastet, geringer Bakteriengehalt, besiedelt von Algen, Moosen, Strudelwürmern und Insektenlarven
  • Güteklasse I-II: gering belastet, große Artenvielfalt
  • Güteklasse II: mäßig belastet, sehr große Artenvielfalt, ertragreiche Fischgewässer
  • Güteklasse II-III: kritisch belastet, kann zu Fischsterben und großen Algenbestand führen
  • Güteklasse III: starke Verschmutzung, geringe Fischerträge, Faulschlammbildungen
  • Güteklasse III-IV: sehr starke Verschmutzung, eingeschränkte Lebensbedingungen
  • Güteklasse IV: Übermäßige Verschmutzung, Fäulnisprozesse, Fische fehlen vollkommen

Im Längsverlauf eines Fließgewässers (Flüsse) ändern sich mit der Entfernung zur Quelle die Umweltbedingungen. Normalerweise nimmt die Wassertemperatur zu, genauso wie der Nährstoffgehalt. Die Fließgeschwindigkeit nimmt jedoch ab. Folglich ändert sich die Artenzusammensetzung.

Veränderungen der Gewässergüte ergeben sich durch Einleitungen von Schadstoffen in das Gewässer. Diese können entweder direkt oder über das Grundwasser eingeleitet werden. Bei biologisch abbaubaren Stoffen wird der Sauerstoffgehalt des Wassers verändert, da zusätzliche Einträge zu einer Überanreicherung an Nährstoffen (Eutrophierung) führen und daraus vermehrt Algenblüten und andere Wasserpflanzen entstehen. Nach deren Absterben verbraucht deren Zersetzung viel Sauerstoff, der dann den Lebewesen im Wasser fehlt. Schadstoffe, wie Pflanzenschutzmittel und Metalle können auf die Organismen giftig wirken.

Auch das anderweitige Nutzen dieser Gewässer, zum Beispiel zum Baden oder zur Trinkwassergewinnung wird beeinträchtigt, manchmal sogar unmöglich.

Die Hauptquellen der Nähr- und Schadstoffbelastung sind die Land- und Forstwirtschaft, kommunale Kläranlagen, Kraftwerke, Verkehr, Bergbau und Industriebetriebe. In Deutschland ist die Gewässerbelastung in den letzten Jahren glücklicherweise zurückgegangen. Dieser Rückgang ist unter anderem auf die Einstellung der Produktion einiger Betriebe für chemische Mittel zurückzuführen.

Gewässerstrukturgüte

Die Gewässerstrukturgüte beschreibt die Veränderungen in der Formenvielfalt eines Fließgewässers.
Die Ermittlung der Gewässerstruktur erfolgt durch einen Vergleich zwischen dem jetzigen Zustand („Ist-Zustand“) mit dem eigentlichen, natürlichen Zustand des Flusses ohne menschliche Eingriffe.

  • Klasse 1: unverändert, Struktur entspricht dem potenziell natürlichen Zustand
  • Klasse 2: gering verändert, kleinräumige Eingriffe
  • Klasse 3: mäßig verändert, mehrere kleine Eingriffe
  • Klasse 4: deutlich verändert, z.B durch Rückstau
  • Klasse 5: stark verändert, z.B durch Linienführung, Uferverbau, Stauregulierung, Anlagen zum Hochwasserschutz
  • Klasse 6: sehr stark verändert, (siehe Klasse 5)
  • Klasse 7: vollständig verändert durch Eingriffe (siehe 5+6)
    Nur 21% der Flüsse und Bäche in Deutschland sind noch in natürlichem Zustand, der Rest ist das Ergebnis wasserbaulicher

Maßnahmen. Die großen Flüsse Deutschlands weisen große Sturkutdefizite auf. Die intensive Nutzung des Rheins führt dazu, dass 80% seiner Lauflänge in die Gewässerstrukturgüteklasse 6-7 zugeordnet werden. Die meisten kleineren Fließgewässer sind früher ebenfalls ausgebaut worden.

Aus Sicht des Naturschutzes erscheint ein weiterer Gewässerausbau nicht sinnvoll. Es sollen in Zukunft sogar eher kleinere Fließgewässer in ihren natürlichen Zustand umgebaut werden.