Exotisches Weinbaugebiet: Schweden

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Klasse 13

Autor Peter155

Veröffentlicht am 10.01.2019

Schlagwörter

Klimawandel Temperaturanstieg

Zusammenfassung

Das Referat behandelt das Thema: Erschließung neuen Raumes im Norden, der für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden kann. Dabei wird das sehr interessante Thema der Skandinavien Weine aufgegriffen, die seit einigen Jahrzehnten von sich reden machen. Überhaupt erlebt der Norden, durch den Klimawandel einen ungeheuer Auftrieb, ob Grönland, Alaska oder Sibirien, alles Regionen die der Temperaturanstieg auf der Erdoberfläche verändert. Und die jetzt schon zu den großen Gewinnern dieses historischen Ereignisses gehören.

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Seit Urzeiten waren die Weinbaugebiete in Sachsen mit die nördlichsten in Europa, nicht nur die Kälte, sondern auch der relativ frühe Frost machten es zu einer weniger bekannten und beliebten Weinbauregion. Doch wie das Schicksal es nun mal so will, ist nichts auf dieser Welt wirklich von Bestand. Seit dem man den Klimawandel auch spüren kann, ist Weinbau auch Jenseits des 52. Breitengrades möglich, nämlich in Skandinavien. Seit etwa 22 Jahren gibt es in Schweden Weinanbaugebiete und ein Weinschloss. Auf den ersten Blick erscheint der Gedanke abwegig, im Lande der Wikinger, im kargen und unzugänglichem Norden, die Frucht anzubauen, die das Sinnbild für den Süden schlechthin ist und Sonne, Wärme und Pflege braucht wie keine andere. Tatsächlich ist das schwedische Terroir nicht mit Süd-Frankreich, Spanien oder gar Rheinland-Pfalz zu vergleichen. Denn der Kalksteinboden auf Gotland ist lange nicht so gut wie im Süden und Wärme sowie Sonne ist nicht in dem Maße vorhanden wie selbst in den Niederlanden oder Tschechien. Auf der Insel Gotland gibt es schon relativ lange Weinbau, aber auch in Südschweden (Schonen) werden Sorten wie Solaris, Sauvignon Blanc oder Cabernet Cortis angebaut. Alles Sorten, die dem Land und der Witterung in den nördlichen Breitengraden gewachsen sind und auch in Mittel- und Norddeutschland angebaut werden. Schweden hatte schon seit langem eine Weinproduktion, die aus Frankreich importierten Trauben wurden zu schwedischem Schaumwein verarbeitet, der unter den Sommeliers und Winzern dieser Welt ein gewisses Ansehen genoss, doch nun will das Land des hohen Nordens eine eigene Weinbaukultur aufbauen und setzt deshalb auf altbewährte französische und deutsche Spezialisten. Vor allem Deutschland, das ein vergleichbares Klima aufweist, gilt als Vorbild. Das größte Problem stellen inzwischen aber nicht die klimatischen Bedingungen, sondern die einheimischen Gesetze dar, die für den Verkauf und Ausschank von Alkohol Lizenzen fordern, welche an sehr strenge Auflagen gebunden sind. Doch Schweden hat den Trend, der zum Kultgetränk Wein geht erkannt und fördert nun mehr die privaten Unternehmer, wie Lauri Pappinen der auf Gotland ein Weingut besitzt und nun mehr von staatlicher Stelle mit Wohlwollen beäugt wird, anstatt als Spinner abgetan zu werden, wie es Ende der 90er Jahre noch der Fall war. Die Rebsorten Rondo Phoenix und Solaris gedeihen nun mehr auch hier, im Land der Gnome und mythischer Wesen aus der nordischen Mythologie. Zwar kann der Gotland Wein noch nicht mit den Tafelweinen aus Deutschland, Frankreich oder gar Dänemark konkurrieren, eine Flasche kostet zwischen 20 und 30 €, doch als Exot der Weinwelt zu gelten ist ein Prädikat das durchaus hier und da einen interessierten Kunden anlockt und mehr verspricht als die 08/15 Konkurrenz einer gängigen Weinnation, denn der sehr spät einfallende Frost auf Gotland lässt die Trauben lange reifen, sodass die Lese erst im Oktober beginnt und für einen ganz besonderen Geschmack bei den Weinen von Lauri Pappinen verantwortlich ist. Der 52. Breitengrad hat seine Bedeutung als die nördlichste Weinbaugrenze verloren, der Klimawandel verändert somit auch diesen Landwirtschaftszweig der seit Jahrtausenden von Adligen und Mönchen dominiert wird und als der edelste seiner Zunft gilt. Weintrauben brauchen Sonne und Wärme, davon wird es im Norden immer mehr geben. Inzwischen wollen selbst Grönland und Alaska als Weinbau Nationen auftreten, doch das gilt immer noch als ein wenig obskur. Wahr ist jedoch, dass dänischer Wein in den 00er Jahren des 21. Jahrhunderts eine Rekordproduktion von 40.000 Tausend Litern erreicht hat und das Land seit dem Jahre 2000 als offizielle Weinbau Nation gilt, was der Kolonialmacht mehr Ansehen und Prestige verschafft, ein Prestige zu dem auch andere streben und dafür dem Klimawandel mehr als dankbar sind, zu dessen Gewinnern sie gehören. Zwar gab es im Hochmittelalter, also dem 10. bis 12. Jahrhundert eine vergleichbare Warm-Klima-Periode, doch ist es heute etwas anderes, da dieser Wandel mit großer Sicherheit Menschenwerk ist. Schon damals wurde in Süd-England und auch Dänemark Weinbau betrieben, dem der Kälteumschwung im 15. Jahrhundert dann ein Ende bereitete und den Traubengenuss wieder ein Privileg des Südens werden ließ, bis heute. Dann schließlich Ende der 90er Jahre, als die starken Fröste immer öfter ausblieben und die Sommer auch auf dem 55. und 59. Breitengrad immer heißer wurden, begannen die Pioniere des Nordweins das zu tun, was für die meisten zuerst einmal als Tollerei abgetan, nach und nach aber immer mehr zu einer ernsten Angelegenheit wurde und jetzt von vielen Experten mit Staunen bewundert wird. Wegen der fehlenden Weinberge ist zwar der Sonneneinstrahlungswinkel anders, weshalb auch der Reifeprozess dadurch gehemmt wird und der sandige, steinige Boden Skandinaviens den Reben weiter zusetzt, ist doch in Zukunft mit weiteren Temperaturanstiegen zu rechnen, was die Chance einen qualitativ hochwertigeren Wein zu keltern, erhöht. Die Gotland Winzer arbeiten inzwischen weiter und hoffen auf weitere Rekordjahre in den 20er Jahren des neuen Jahrhunderts. Überhaupt erleben die nördlichen Breiten seit einigen Jahrzehnten eine Belebung historischen Ausmaßes. Ob Sibirien, Schottland oder Grönland, überall im Norden steigen die Temperaturen, was dazu führt, dass Erdbeeren, Paprika und sogar Zitronen dort gedeihen, wo vor hundert Jahren gerade mal Gräser oder Sträucher überleben konnten. Gebiete werden zugänglich, die früher noch Todeszonen gewesen waren und jegliches Leben auf diesen jenseits jeder Vorstellung war. Um diesen neuen geologischen aber auch demographischen Bedingungen gerecht zu werden, Dürren im Süden, Erschließung neuen Landes im Norden, muss man über eine genau Kenntnis der Geografie verfügen. Natürlich sind jegliche Veränderungen gefährlich, sie bieten zwar Chancen, doch ob die Welt den Untergang eines ganzen Kontinents (Afrika) übersteht, wagt zum jetzigen Zeitpunkt wohl kein Wissenschaftler vorherzusagen. Wenn aber das Klima sich weiterhin so verändert und die Temperatur auf dem Globus um 2°oder gar 4°C in 100 Jahren steigt, werden viele Länder der Erde nicht mehr bewohnbar sein und statt dem schwedischen Wein werden wir uns wohl mit noch mehr Flüchtlingen aus dem Süden beschäftigen müssen, die dann aber gar keine bewohnbare Heimat mehr haben werden, wohin man sie zurückschicken kann. Zu sagen, dass der mit höchster Wahrscheinlichkeit menschengemachte Klimawandel (obwohl es zu fast jeder wissenschaftlichen Untersuchung eine Gegenuntersuchung gibt), die Welt durcheinander bringt, ist wohl untertrieben. Wenn die Temperatur auf der Erdoberfläche nur um 0,8 Grad Celsius steigt, ist in Hinsicht auf den Wein aus Schweden oder Paprika aus Süd-Sibirien zwar erfreulich, zieht aber auch eine katastrophale Gletscherschmelze nach sich, die wiederum den Anstieg des Meeresspiegels mit sich bringt, der die Dämme in Holland wegschwemmen könnte sowie die griechischen Inseln einfach überfluten. Wie bekannt sind es immer zwei Seiten der Medaille. Was des einen Freud ist des anderen Leid, so auch hier. Wenn wir heute vom schwedischen, dänischen oder gar norwegischen Wein sprechen, dann müssen wir im gleichen Zug auch über Wassermangel im Nahen Osten, verendende Tiere in Afrika oder steigende Moskito Gefahr in Süd-Europa sprechen. Über alle klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten, die der Mensch verursacht hat.