Spracherwerb und Mehrsprachigkeit

Fach Fach

Klasse 11

Autor noki19xow98

Veröffentlicht am 26.02.2018

Schlagwörter

Mehrsprachigkeit Spracherwerb Code-Switching

Zusammenfassung

Spracherwerb und Mehrsprachigkeit I. Spracherwerb II. Sprache und ihre Funktion III. Modelle zum Spracherwerb IV. Mehrsprachigkeit V. Vorteile von Mehrsprachigkeit VI. Bewertung des Phänomens Mehrsprachigkeit VII. Migration und Mehrsprachigkeit VIII. Code-Switsching Bewertung

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I. Spracherwerb

Phylogenese
→ Frage nach dem Sprachursprung in der Menschheitsgeschichte

Ontognese
→ Frage nach dem Spracherwerb des Kindes

II. Sprache und ihre Funktion

→ Mittel zur Kommunikation und Interaktion
→ Vermittlung von Wissen und Fakten
→ Erfassung der Welt und kreieren eigener Welten und Realitäten
→ Ausdruck von Gefühlen und Gedanken
→ Komplexes und strukturiertes System aus Lauten, Wörtern und Kombinationsregeln
→ Kognitive Fähigkeiten und Mittel zum Denken
→ Mittel zur Instrumentalisierung (Manipulation)
→ Abstraktionsmittel
→ Produkt der menschlichen Evolution, unterliegt ständiger Weiterentwicklung (Sprache ist nicht statisch)
→ Ausdruck von Kultur und Sozialisation

III. Modelle zum Spracherwerb

Nativismus
Nicht jeder Satz kann durch Nachahmung erlernt werden
Sätze werden durch begrenzten Wortschatz und festen Regelsystem erlernt
Angeborener Sprachmechanismus (Leanguage Acquisition Device) → Kind erwirbt sprzifische Regeln der Muttersprache
Sprache wird unabhängig von kognitiver Entwicklung erworben
Umwelt bietet Input und Anlass zu sprechen
=> Kinder erlernen Sprache intuitiv und unbewusst

Kognitivismus
Opjektpermanenz: Einsicht, dass Objekte auch dann existieren, wenn diese im gegebenen Moment nicht sichtbar sind, wird im Alter von 1,5 bis 2 Jahren erworben
Symbolfunktion
Perspektivenwechsel
=> Grundlage für kognitive und sprachliche Entwicklung ist die konkrete Erfahrung der Umwelt mit allen Sinnen. Vorstellungen von Gegenständen werden erworben, verfeinert, verinnerlicht und durch ein Wort symbolisiert. Sprache ist daher Voraussetzung zum weiteren abstrakten Denken

Interaktionismus
Sprache wird durch verschiedene Interaktionen erworben, durch gemeinsame Handlungen, durch ein wiederholtes Spiel, dessen Ablauf gleich bleibt, in dem das Kind zunehmend die aktive Rolle übernimmt und das Gelernte schließlich auf reale Situationen überträgt

Biologische Begründung (Beispiel)
→ Sprache: biologisch, nicht logisch
→ wegen Reichtum und Komplexität der Grammatik, wegen gleichmäßigen Erwerb, beschränkter Evidenz: universelles Prinzipien müssen existieren
→ schneller Übergang zu gleichförmigen stabilen Zustand der Sprache, trotz begrenzter Erfahrung: genetisch bestimmter Anfangszustand
→ allgemeine Prinzipien der Sprache detailliert angelegt
→ reicher und differenzierten Schematismus: - Inhalt sprachlicher Erfahrungen

  • Sprache entwickelt sich unter Erfahrungen

→ „Universalgrammatik“: genetisches Programm
→ Leanguage Acquisition Device entwickelt sich weiter und wird spezifischer

IV. Mehrsprachigkeit

Bedeutung
→ Globalisierung
→ wirtschaftliche Verflechtungen
→ politisch-räumliche Neukonfiguration
→ weitverbreitete Mobilität (Tourismus)
→ Migrationsbewegung
→ internationale Kooperation und Kommunikationsnetzwerke

Sprachgemeinschaft oder Staat
→ institutionelle Mehrsprachigkeit: Mehrsprachigkeit in Verwaltung oder anderen Institutionen
→ gesellschaftliche bzw. territoriale Mehrsprachigkeit: offizielle Landessprache, offiziell verankerte Mehrsprachigkeit

Individuum
→ individuelle Mehrsprachigkeit

  • Sprachenrepertoire einer Person umfasst mehr als eine Sprachen
  • Bilingualität
  • Bilinguale Erstsprachigkeit: Erlernen von zwei Sprachen vor dem dritten Lebensjahr
  • Heteroglossie: Gesamtheit aller sprachlichen Ressourcen eines Individuums und kommunikative Kompetenz

→äußere Mehrsprachigkeit: Sprechen verschiedener Landessprachen
→ innere Mehrsprachigkeit: Sprechen verschiedener Varietäten einer Sprache (Dialekte, soziale Varietäten etc.)

V. Vorteile von Mehrsprachigkeit

Gesellschaftliche / soziale Vorteile
→ Status / Anerkennung
→ berufliche Möglichkeiten und Aufstiegschancen
→ Teilhabe an Globalisierung
→ Verbesserung sozialer Kompetenzen

Kulturelle Vorteile
→ verstärktes, kulturelles und multikulturelles Verständnis
→ interkultureller Austausch

Kognitive Vorteile
→ verbesserte Informationsverarbeitung
→ metalinguistisches Verständnis
→ Fähigkeit zur selektiven Wahrnehmung
→ höhere Konzentrationsfähigkeit
→ Multitaskingfähigkeit
→ geistige Fitness / Vorbeugung von Demenz und Alzheimer

VI. Bewertung des Phänomens Mehrsprachigkeit

Aufwertung
→ Förderung der oben genannten Vorteile und Forderung von Mehrsprachigkeit als Bildungsziel und nach frühem Erwerb von Sprachen mit hohem Stellenwert im Bildungssystem
→ Betonung der wirtschaftlichen Bedeutung im Zuge von Globalisierungsprozessen
→ Hervorhebung des Erwerbs des Englischen als Zweitsprache aufgrund ihrer Bedeutung als internationale Verkehrssprache (lingua franca)

Abwertung
→ Einwanderungswellen / Flüchtlingskriesen
→ Forderung nach Einsprachigkeit / Anpassung an die Landessprache ( besonders in der Erziehung von Kindern)
→ Ängste vor Überfremdung und doppelte Halbsprachigkeit

VII. Migration und Mehrsprachigkeit

Widerspruch zwischen Forderung nach Mehrsprachigkeit und Erfahrungen von Migranten

Sprechen der Heimatsprache
für Migranten:

  • Praktizieren von gelernter Mehrsprachigkeit
  • Pflegen der Sprachen
  • Heimatsprache als essentieller Bestandteil

für Öffentlichkeit:

  • Integrationshindernis oder Provokation
  • Exklusion und Abschottung durch Sprache sowie Erschweren der Integration

=> Kollidieren von Interessen und Funktion der Sprache

VIII. Code-Switsching Bewertung

früher
→ doppelte Halbsprachigkeit
→ mangelnde Integration
→ schlechtes Deutsch
→ unzureichende Sprachkompetenz

heute
→ komplexe sprachliche Leistung
→ Sprachmuster zu mischen erfordert hohe kognitive Fähigkeiten

Funktionen
→ Werkzeug zur Kommunikationssteuerung: Erleichterung der Kommunikation
→ Verwendung als Stilmittel (z.B. zur Verstärkung von Stimmungen und Emotionen)
→ Gefühle von Dazugehörigkeit und Heimatgefühl
→ Ausschließen von „Zuhören“ , Distanzierung
→ Prestige: Ansehen durch Demonstration der Beherrschung von mehreren Sprachen
=> Popularisierung durch Code-Mixing