Sollten Smartphone und Tablet das Buch als Unterrichtsmedium ablösen?

Fach Deutsch

Klasse 9

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 07.04.2018

Schlagwörter

Erörterung Unterrichtsmedien Schule

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der Fragestellung ob, neue Medien, wie zum Beispiel das Smartphone und das Tablet klassische Unterrichtsmedien wie das Buch ablösen sollten. Es erklärt Vorteile, welche für einen Wechsel sprechen und zeigt ebenfalls die Nachteile auf.

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Der technische Fortschritt ist unaufhaltsam. Dies erlebt jeder Bürger im Alltag. Doch ist es an der Zeit, klassische Unterrichtsmedien wie das Buch und die Tafel durch die neuen Medien, wie das Smartphone und das Tablet zu ersetzen?
Welche Vorteile und welche Nachteile bringt ein Wechsel dieser Unterrichtsmedien mit sich? Kinder und Jugendliche wachsen mit neuen Medien auf. In den meisten Haushalten gibt es heutzutage Smartphone- oder Tablet Nutzer. Eltern und große Geschwister haben eine Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche. Gegenstände die sie nutzen, werden automatisch für die Kinder und jüngeren Geschwister interessant.

Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Smartphone und Tablet, wirken diese Dinge besonders spannend. Es existieren speziell für Kinder und Jugendliche entwickelte Programme und Apps, in denen gespielt und spielerisch gelernt werden kann. Da die Kinder und Jugendlichen einen frühen Zugang zu diesen Medien haben, sind sie mit ihnen in der Regel sehr vertraut. Aus diesem Grund sollte ein Einsatz dieser Medien im Unterricht kein Problem darstellen. Allerdings sind hier sozial schwächere Kinder und Jugendliche im Nachteil, da sie oftmals einen Kenntnisrückstand im Umgang mit Smartphones und Tablets haben. Wenn diese die Hauptunterrichtsmedien darstellen sollen, ist dies ein deutliches Problem, welches gelöst werden muss.

Studien über den Einsatz neuer Medien im Unterricht haben ergeben, dass Jungen mit dem Smartphone und Tablet bessere Ergebnisse in speziellen Aufgaben erzielten als Mädchen. Diese wiederum erzielten bessere Ergebnisse in den klassischen Aufgaben, welche mit Hilfe von Büchern zu lösen waren. Dies kann an der Technikaffinität der meisten Jungen liegen aber auch an der Gewohnheit der Mädchen, häufiger und routinierter mit Büchern zu arbeiten als Jungen dies machen.

In welchen Bereichen und Fächern könnten Smartphone und Tablet eingesetzt werden? Aufgrund des schnellen Informationszugangs durch das Internet, sind die Einsatzmöglichkeiten von Smartphone und Tablet zahlreich. Es kann als reines Recherchemedium eingesetzt werden, mit Hilfe von Apps aber auch als Lerntool.

Hierzu dienen Beispielsweise digitale Wörterbücher, Formelsammlungen, Simulationen, das Karteikastenlernsystem oder auch diverse Rechner und Prüfungstrainer mit Fragekatalogen. Die Anzahl der verfügbaren Lern - Apps und Programme wächst stetig und bieten somit unzählige Möglichkeiten. Das Wissen kann somit auf verschiedene Wege erworben werden, zum Teil auch sehr spielerisch, was insbesondere für jüngere Schüler interessant und mit Spass verbunden ist. Dennoch bringt der Einsatz von Smartphones und Tablets im Unterricht auch Nachteile mit sich. Wenn die Schüler Zugang zum Internet haben, ist es möglich, dass sie sich im Unterricht auch mit anderen Inhalten als dem Unterrichtsmaterial beschäftigen.

Dies ist nur zu unterbinden, wenn die Zugriffsrechte sehr stark eingeschränkt sind, was wiederum dazu führt, dass die Kapazitäten, welche Smartphone und Tablet mit sich bringen nicht vollständig ausgeschöpft werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass Smartphones und Tablets Gegenstände von hohem Wert sind. Es können sehr leicht hohe Schäden, durch Unachtsamkeit der Schüler entstehen aber auch durch vorsätzlicher Sachbeschädigung oder Diebstahl. Der Einsatz von Smartphones und Tablets im Unterricht ist also nur dann störungsfrei möglich, wenn die Schüler einen hohen Grad an Disziplin mitbringen. Deshalb macht der Einsatz eher in höheren Jahrgangsstufen, wie beispielsweise der Oberstufe Sinn.

Welches sind die Vorteile der klassischen Unterrichtsmedien gegenüber neuen Medien, wie dem Smartphone oder dem Tablet?
Der Einsatz von Buch, Overhead – Projektor und Tafel, mag manchen Schülern veraltet vorkommen, macht aber durchaus Sinn. Selbst gelesene und vor allem selbst handgeschriebene und gezeichnete Inhalte, bleiben Kindern und Jugendlichen nachweislich besser in Erinnerung als beispielsweise auf dem Tablet getippte Texte oder ein dort durchgeführtes Vokabeltraining. Bücher „funktionieren“ immer und sind überall einsetzbar.

Sie sind allgegenwärtig und nicht von Akkulaufzeiten abhängig. Des weiteren können keine Probleme durch „vergessenes“ Aufladen der Akkus entstehen. Des weiteren sind Bücher weitaus günstiger als neue Medien und nicht defektanfällig. Der Umgang mit Büchern als Informationsquelle ist wichtig und regt Kinder und Jugendliche auch „privat“ zum Lesen an. Dies liefert weiteres Wissen, welches sich in der späteren Entwicklung vertiefen und unter Umständen zu „Expertenwissen“ reifen kann.

Aktuelle Situation in Deutschland

Das Buch, die Tafel und der Projektor sind in Deutschland nach wie vor die wichtigsten Unterrichtsmedien. Ergänzt werden diese jedoch zunehmend durch Computer und neue Medien wie Smartphone und Tablet. Als Ergänzung ist dies durchaus sinnvoll, da Kinder und Jugendliche sicher mit diesen neuen Medien umgehen können sollten. Auch wenn die meisten Kinder und Jugendlichen dies privat lernen, ist durch den Einsatz in der Schule sichergestellt, dass auch Schüler aus sozial schwächeren Familien Zugang zu diesen Medien haben und den Umgang mit ihnen erlernen können.

Ein unterrichtsbegleitender Einsatz ist aufgrund der zahlreichen oben genannten Vorteile von Smartphone und Tablet also durchaus sinnvoll. In einigen Schulen in Deutschland gibt es Projektklassen, welche insbesondere das Tablet zum Hauptmedium im Unterricht machen sollten. Auch in diesen Klassen wird noch häufig mit dem klassischen Lehrbuch und entsprechenden Arbeitsheften unterrichtet. Feedbacks und Unterrichtsstudien dieser Projektklassen haben ergeben, dass die Unterrichtserfolge sich durch den Einsatz neuer Medien sich nicht sehr stark von den Ergebnissen mit den klassischen Medien unterschieden haben.

Eine wichtige Erkenntnis ist jedoch, das bereits zuvor genannte bessere Abschneiden der Jungen, bei Nutzung der neuen Medien sowie das bessere Abschneiden der Mädchen bei vorrangigem Einsatz klassischer Medien. Eine vollständige Verdrängung der klassischen Unterrichtsmedien ist zumindest in den nächsten Jahren daher eher auszuschließen.