Nachts schlafen die Ratten doch – Wolfgang Borchert

Fach Deutsch

Klasse 10

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 26.06.2018

Schlagwörter

Nachts schlafen die Ratten doch Wolfgang Borchert

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der Kurzgeschichte "Nachts schlafen die Ratten doch" des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert aus dem Jahre 1947. Es handelt sich bei dem Werk um typische Trümmerliteratur aus der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs, dies wird in der Betrachtung des Inhalts einbezogen und erklärt.

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Bei „Nachts schlafen die Ratten doch“ handelt es sich um eine Kurzgeschichte des deutschen Schriftstellers Wolgang Borchert aus dem Jahre 1947. Sie wurde im November 1947 in dessen Prosasammlung „An diesem Dienstag“ veröffentlicht. Die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ gilt als klassische Trümmerliteratur nach dem zweiten Weltkrieg. Auch heute ist die Kurzgeschichte noch sehr bekannt, da sie im Deutschunterricht an vielen Schulen ein fester Bestandteil ist.
Die Handlung der Kurzgeschichte spielt in einer kleinen Stadt, welche während des Krieges durch Fliegerbomben komplett zerstört worden ist.

Ein kleiner Junger, der gerade einmal neun Jahre alt ist, bewacht die Stelle, an der sein toter Bruder unter Trümmern verschüttet ist, damit dessen Leichnam nicht von den Ratten zerfressen wird. Der Junge ist traumatisiert und in sich gekehrt. Ein Mann, welcher zufällig vorbei kommt, hat Mitleid mit dem Jungen und versucht dessen Vertrauen zu gewinnen, was ihm auch gelingt. Er erklärt ihm, dass die Ratten nachts schlafen und bringt den völlig übermüdeten Jungen zu dazu, seinen „Wachposten“ zu verlassen. Außerdem gibt es ihm so einen Teil Hoffnung wieder.

Inhaltsangabe

Mitten in den Trümmern einer durch einen Bombenangriff völlig zerstörten Kleinstadt, sitzt ein neunjähriger Junge, namens Jürgen. Dieser bewacht einen Trümmerhaufen unter dem sich der Leichnam seines nur vier Jahre alt gewordenen Bruders befindet. Er glaubt, dass die Ratten den Leichnam seines Bruders sonst zerfressen würden und hat große Angst, dass dies passiert. Jürgen ist aufgrund des Verlustes und der insgesamt schrecklichen Erlebnisse traumatisiert und in sich gekehrt. Ein namentlich nicht bekannter Mann, der Jürgen eines Tages zufällig entdeckt, hat Mitleid mit ihm. Er versucht das Vertrauen des Jungen zu gewinnen und fragt ihn nach seiner Geschichte. Der Mann hat Kaninchenfutter dabei und erzählt Jürgen von seinen Tieren.

Außerdem bietet er dem Jungen an, mitzukommen und sich die Kaninchen anzusehen. Dieser ist zwar interessiert, lehnt jedoch ab, weil er seine „Wache“ bei seinem toten Bruder nicht aufgeben will. Als der ältere Mann weiter gehen wollte, fängt Jürgen an, ihm seine Geschichte ausführlich zu erzählen. Er erklärt, wie er den Bombeneinschlag in das Haus der Familie erlebte und wie sein kleiner Bruder unter den Trümmern verschüttet worden ist. Da er in der Schule einst gelernt hat, dass die Toten von den Ratten aufgefressen würden, hält er nun Wache am Unglücksort. Er hat Angst davor, dass der Leichnam seines kleinen Bruders ebenfalls von Ratten zerfressen wird. Jürgen hält daraufhin Tag und Nacht Wache, damit er die Tiere verscheuchen kann, falls sie auftauchen.

Da der ältere Mann Jürgen nicht von seinem Plan abbringen kann, erklärt er ihm glaubhaft, dass Ratten nachts schlafen. Von dieser Aussage stammt auch der Titel der Kurzgeschichte. Jürgen glaubt dem älteren Mann und kann nun nach Sonnenuntergang sorgenfrei nach Hause gehen, da in der Nacht keine Ratten kommen. Erst jetzt öffnet sich Jürgen etwas mehr und lässt sich seine totale Übermüdung anmerken. Der ältere Mann geht nach Hause, nachdem er Jürgen versprochen hat, ihn nach Sonnenuntergang abzuholen und nach Hause zu begleiten. Außerdem verspricht er dem Jungen, dass er ihm eines seiner Kaninchen schenken wird.

Form und Aufbau der Kurzgeschichte

Wolfgang Borchert erzählt in „Nachts schlafen die Ratten doch“ eine typische Episode aus dem zweiten Weltkrieg. Dies ist sehr typisch für den Schreibstil von Wolfgang Borchert. Er zeigt in seinen Kurzgeschichten der Trümmerliteratur stets die Sicht der Kriegsopfer, beziehungsweise, das Leiden deren Angehöriger und Freunde. Er legt seinen Fokus immer auf die Opfer und nie auf die Täter. Dies fällt in seinen Kurzgeschichten und auch in „Nachts schlafen die Ratten doch“ deutlich auf. Er zeigt ausführlich die Folgen des Krieges, welche nicht nur in zertrümmerten Städten und Dörfern zu sehen sind, sondern auch in den Seelen der Überlebenden, welche geliebte Menschen verloren haben. Die zeitliche sowie politisch – historische Einordnung und die damit verbundenen Rahmenbedingungen werden zwar erwähnt aber nicht näher erläutert. Auffallend ist, dass die Städte und Dörfer bei Wolfgang Borchert oftmals keinen Namen haben. Dies gilt in einigen seiner Kurzgeschichten auch für die Charaktere oder zumindest einen Teil von ihnen. In „Nachts schlafen die Ratten doch“ ist es genau so. Jürgen wird oft als der Junge bezeichnet.

Der ältere Mann, als eben solcher und er bleibt sogar namenlos. Die Charaktere werden in ihrer individuellen Persönlichkeit nicht näher beschrieben. Nur „der Junge“ Jürgen erhält einen Namen. Sein toter Bruder, die Eltern und der ältere Mann bleiben identitätslose Personen. Die Kurzgeschichte hat sowohl einen offenen Anfang, als auch einen offenen Schluss. Dies ist ebenfalls typisch für die deutsche Nachkriegsliteratur und Trümmerliteratur sowie für den Schreibstil von Wolfgang Borchert. Die Erzählung wird in der Er Form geschrieben. Sie nimmt also die Perspektive des Jungen ein. Der Altersunterschied zwischen dem Mann und dem Jungen wird durch die stehende Positionen des älteren Mannes und die sitzende Position von Jürgen noch verdeutlicht. Dies soll auf den Altersunterschied und den Reifeunterschied zwischen den beiden hinweisen. Nachdem der ältere Mann und Jürgen aufeinandertreffen, gerät der Er – Erzähler in den Hintergrund.

Dieser Hauptteil der Kurzgeschichte ist im Wesentlichen als Dialog verfasst. Das Aufeinandertreffen von Jürgen und dem älteren Mann, bekommt auf diese Art den Charakter und die dramatische Form einer Szene aus einem Theaterstück. Auch dies ist typisch für den Schriftsteller Wolfgang Borchert, welcher ursprünglich Schauspieler, Theaterdarsteller sowie Theaterregisseur gewesen ist.

Das Ende der Kurzgeschichte

Das Ende von „Nachts schlafen die Ratten doch“ bleibt offen. Der Leser erfährt nicht, ob der ältere Mann sein Versprechen hält und Jürgen nach Sonnenuntergang abholt. Er erfährt auch nicht, was die Eltern des Kindes unternehmen, um ihrem Sohn zu helfen und ihn wieder nach Hause zu holen. Die Eltern spielen in der gesamten Kurzgeschichte praktisch keine Rolle. Es bleibt offen, ob und wann es Jürgen gelingt, seine „Wache“ am Unglücksort aufzugeben.