Kriminalgeschichte - das Geiseldrama von Gladbeck

Fach Fach

Klasse 10

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 22.10.2018

Schlagwörter

Gladbeck Geiselnahme

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit dem Geiseldrama von Gladbeck sowie dem Fehlverhalten der unterschiedlichen Medienvertreter und den fehlerhaften Arbeiten der Polizei. Es werden Informationen zu den Tätern und den Opfern gegeben.

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Bei der Geiselnahme von Gladbeck handelt es sich um ein Geiseldrama im August 1988, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Dieser Kriminalfäll erlangte große mediale Aufmerksamkeit, da die Geiselnehmer während ihrer Flucht immer wieder live Interviews gaben und der Fall durch zahlreiche Ermittlungspannen der Polizei geprägt war. Die Frage, ob die Toten hätten vermieden werden können, stellt sich bis heute.

Tathergang

Am 16. August 1988 überfielen die Kleinkriminellen Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck. Auf der Flucht aus der Filiale nahmen sie mehrfach Geiseln und entführten einen Linienbus. Sie fuhren mit ihren Geiseln über zwei Tage lang durch die Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande. Das Ende der Geiselnahme erfolgte am 18. August 1988 bei einem umstrittenen Zugriff des Sondereinsatzkommandos auf der Autobahn A3 bei Bad Honnef.
Während der Flucht vor der Polizei tötete Dieter Degowski den italienischen Jugendlichen Emanuele De Giorgi durch einen Kopfschuss. Der vierzehnjährige und seine kleine Schwester waren Fahrgäste in dem entführten Linienbus. In Bremen stieß ein an den Ermittlungen beteiligter Polizist mit einem LKW zusammen und erlag seinen schweren Verletzungen. Die Geisel Silke Bischoff, welche Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner aus der Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck entführt hatten, wurde während des SEK Zugriffs auf der Autobahn tödlich durch Pistolenkugeln getroffen. Nachfolgende Untersuchungen ergaben, dass der tödliche Schuss aus der Waffe von Entführer Hans – Jürgen Rösner stammte.

Die beteiligten Reporter, welche die Täter live interviewten und zeitweise freiwillig im entführten Bus mitfuhren, behinderten die Polizeiarbeit schwer. Dieser Hintergrund entfachte eine große öffentliche Diskussion über die Verantwortung der Medien. Neben diesen Problemen gab es auch zahlreiche Kritik an den Verantwortlichen der Polizei der beteiligten Bundesländer, da die Einsatzkoordination teilweise sehr chaotisch und fehlerhaft verlief.

Die Entführer

Hans – Jürgen Rösner wurde im Jahre 1957 geboren und war zum Tatzeitpunkt 31 Jahre alt. Er geriet bereits in seiner Jugend mit dem Gesetz in Konflikt. Nach dem Verlassen der Sonderschule, schlug er eine kriminelle Laufbahn ein und beging zahlreiche Raubüberfälle sowie Einbrüche. Zum Tatzeitpunkt hatte er insgesamt bereits 11 seiner 31 Lebensjahre in Haft verbracht. Hans – Jürgen Rösner kehrte im Sommer 1986 nicht von einem Hafturlaub zurück und wurde seitdem von der Polizei gesucht.

Dieter Degoswki war zum Tatzeitpunkt 32 Jahre alt und wohnte in Gladbeck. Auch er ging in seiner Jugend auf die Sonderschule, da er einen IQ hat, welcher unter dem Normbereich liegt. Dieser geringe IQ hatte jedoch keinen Einfluss auf seine Straffähigkeit, er war voll schuldfähig. Die beiden Täter kannten sich bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit und waren gut befreundet.

Marion Löblich war zum Tatzeitpunkt 34 Jahre alt. Sie ging auf eine Sonderschule in Bremen und war die Jugendfreundin von Hans – Jürgen Rösner. Marion Löblich war nicht an der Geiselnahme in der Bank beteiligt, sondern stieg später in das Fluchtauto zu.

Haftstrafen

Die beiden Geiselnehmer Dieter Degowski und Hans – Jürgen Rösner sowie Marion Löblich wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und traten diese in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten in NRW an.

Im Herbst 1999 wurde Hans – Jürgen Rösner von der JVA Geldern in die JVA Düsseldorf Derendorf verlegt, da er während seiner Haft erneut straffällig wurde und Drogengeschäfte verrichtet haben soll. Von dort aus wurde er 2004 in die JVA Bochum verlegt, wo er bis 2012 inhaftiert war. Auch in Bochum wurde Hans – Jürgen Rösner bei einer Zellendurchsuchung wieder mit Drogen, in diesem Fall Heroin, erwischt. Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde seine Haftstrafe um ein halbes Jahr verlängert. Im Herbst 2012 wurde Hans – Jürgen Rösner in die JVA Rheinbach verlegt und 2013 in die JVA Aachen, wo er bis heute inhaftiert ist. Hans Jürgen Rösner hat während seiner Haft bereits mehrfach Anträge auf vorzeitige Entlassung bzw. eine Haftverkürzung eingereicht, welche bisher aber immer abgelehnt wurden. Im Oktober 2015 durfte er jedoch im Rahmen einer begleiteten Maßnahme das Gefängnis für vier Stunden verlassen. Seit Ende 2017 nimmt Hans – Jürgen Rösner an einer Therapie zur Resozialisierung teil. Dies hatte er zuvor jahrelang abgelehnt.

Dieter Degowski verbrachte die meiste Zeit seiner Haftstrafe in der JVA Werl. Dort saß er seit 1992 ein. Im Jahre 2002 reichte er einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung ein, welcher jedoch vom Oberlandesgericht Hamm abgelehnt wurde, ebenso wie ein sechs Jahre später eingereichtes Gnadengesuch. Seit 2014 durfte Dieter Degowski das Gefängnis bei begleiteten Ausgängen verlassen. Am 10. Oktober 2017 wurde beschlossen, dass Dieter Degowski unter Bewährungsauflagen frei kommt und eine neue Identität erhält. Am 15. Februar 2018, wurde er aus der Haft entlassen.

Marion Löblich wurde wegen guter Führung bereits nach sechs Jahren Haft, Mitte der 1990er Jahre entlassen. Sie zog daraufhin nach Magdeburg

Die Opfer

Emanuele de Giorgi war zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt und ein Insasse des entführten Linienbusses. Er wurde von Dieter Degowski erschossen und anschließend in seiner italienischen Heimat Surbo beerdigt. Bei seiner Trauerfeier waren mehr als 25000 Menschen anwesend. Seine Familie verließ Deutschland noch im selben Jahr wieder.

Silke Bischoff war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre als und arbeitete als Auszubildene zur Rechtsanwaltsgehilfin. Sie war eine der Geiseln aus der Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck. Sie wurde beim SEK Zugriff auf der Autobahn A3 durch eine aus Hans – Jürgen – Rösners Waffe stammenden Kugel tödlich verletzt.

Ines Falk war eine Freundin von Silke Bischoff und ebenfalls eine Geisel. Sie wurde beim SEK Zugriff auf der Autobahn A3 ebenfalls angeschlossen, überlebte jedoch. Nach der Tat erkrankte sie an langwierigen Depressionen.

Paul Mikolajcak war zum Tatzeitpunkt 57 Jahre alt und der Busfahrer des entführten Linienbusses. Er verstarb 82 jährig im Jahre 2013.

Ingo Hagen war zum Tatzeitpunkt 31 Jahre alt und einer der ermittelnden Polizisten. Er verunglückte am 17. August 1988 tödlich, als er bei seinen Ermittlungsarbeiten mit einem LKW kollidierte. Ein weiterer Polizist wurde bei diesem Unfall verletzt.