Glaubensgemeinschaften und Sekten: 12 Stämme

Fach Deutsch

Klasse 8

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 20.08.2018

Schlagwörter

Zwölf Stämme

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der religiösen Glaubensgemeinschaft der zwölf Stämme. Es wird auf dessen Gründungsgeschichte und Gründer sowie die Ausbreitung nach Europa und Ansiedlung in der Bundesrepublik Deutschland eingegangen.

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Bei die „zwölf Stämme“ handelt es sich um eine Glaubensgemeinschaft mit einem christlich rigoristischen Hintergrund, welche Anfang der 1970er Jahre in den vereinigten Staaten von Amerika von Elbert Eugene „Yoneq“ Spriggs, gegründet worden ist.
Ein besonderes Kennzeichen der zwölf Stämme ist, dass die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft extrem bibeltreu sind und strikt nach der Tradition des Urchristentums und der jerusalemer Urgemeinde leben und handeln. Daher entstand ein öffentliches Bild, welches die zwölf Stämme als eine fundamentale christliche Sekte sieht. Glaubensgemeinschaften der zwölf Stämme sind mittlerweile auch außerhalb der vereinigten Staaten, weltweit verbreitet zu finden.

Auch in Deutschland gibt es eine solche Gruppierung. Diese erlangte vor einigen Jahren eine große Bekanntheit, da Misshandlungsfälle von Kindern und Jugendlichen an die Öffentlichkeit gelangten. Es folgten einige Gerichtsverfahren und Urteile gegen Mitglieder der zwölf Stämme, da die Kindesmisshandlung der zwölf Stämme Kinder in Deutschland von mehreren Gerichten festgestellt und nachgewiesen worden ist. In Folge dieser Urteile, siedelten die bis dahin in Deutschland lebenden Mitglieder der Glaubensgemeinschaft nach Tschechien um.

Zwölf Stamme Gründer Elbert Eugene „ Yonaq“ Spriggs

Die Glaubensgemeinschaft der zwölf Stämme wurde durch den US – Amerikaner Elbert Eugene Spriggs Anfang der 1970er Jahre in Tennessee gegründet. Elbert Eugene Spriggs war bis dahin Pädagoge von Beruf und Anhänger der Jesus People Bewegung. Gruppenintern wird Elbert Eugene Spriggs „Yonaq“ genannt. Die Gründung erfolgte, indem er in einer Light Brigade zahlreiche Jugendliche um sich versammelte und die Glaubensgemeinschaftsgründung verkündete. Die Bewegung war insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen populär und wuchs dementsprechend schnell. Im Laufe der Zeit zogen sich die Mitglieder der zwölf Stämme allerdings immer mehr in die Isolation zurück, da sie unter sich seien und sich von den Einflüssen der Außenwelt schützen wollten. Die Konsequenz hieraus war, dass auch die Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen eingestellt wurde. Der Gründer der zwölf Stämme Elbert Eugene Spriggs und die Light Brigade erwarben im Jahre 1978 eine große Immobilie in einem Dorf nahe Vermont. Sie siedelten dort an und bezeichneten sich fortan selbst als kirchliche Gemeinschaft.

Konflikte mit dem Gesetz

Da die Glaubensgemeinschaft der zwölf Stämme sehr strikte Regeln hat und auch bei der Kindererziehung äußerst streng vorgeht sowie die körperliche Züchtigung anwendet, gab es im Jahre 1984 erstmals Konflikte mit dem Gesetz, welche zu einer Anklage wegen Kindesmisshandlung lautete. In Folge dessen wurden mehr als einhundert Kinder von zwölf Stämme Mitgliedern vorübergehend in staatliche Obhut genommen. Da der Prozess aus Mangel an Beweisen eingestellt worden ist, konnten die Kinder bereits nach kurzer Zeit wieder zu ihren Familien in die Glaubensgemeinschaft zurückkehren.

Elbert Eugene Spriggs wollte die Glaubensgemeinschaft zwölf Stämme vergrößern und somit auch die Bedeutung und den Einfluss der Gruppierung erhöhen. Deshalb ging er in den 1980er Jahren nach Frankreich und gründete dort den europäischen Zweig der zwölf Stämme. Zunächst verlief der Aufbau schleppend. Im Jahre 1990 gab es lediglich 48 Mitglieder der zwölf Stämme in Frankreich. Drei Jahre später, hatte diese Zahl sich bereits verdoppelt. 1994 wurde die erste deutsche Absiedlung gegründet. Diese wohnte zunächst in dem norddeutschen Ort Pennigbüttel. Da die Jugendschutzgesetze und die Schulpflicht in Deutschland sehr streng geregelt ist, kamen die Miglieder der zwölf Stämme schnell mit dem Gesetz in Konflikt, da die Glaubensgemeinschaft öffentliche Schulen ablehnt und ihre Kinder selbst unterrichtet.

Ausbreitung der Glaubensgemeinschaft in Deutschland

Von Pennigbüttel aus wurde eine zweite Gemeinschaft der zwölf Stämme in Süddeutschland organisiert und koordiniert. Diese hatte ihren Sitz in der Ortschaft Stödtlen – Oberbronnen. Seit 1998 lebten dort sieben Familien zusammen und pflegten die Traditionen der zwölf Stämme. 2001 legten sich beide Gemeinschaften zusammen und lebten in Bayern. Doch auch in Bayern kam es zu Konflikten mit dem deutschen Gesetz, hierbei ging es abermals um die Schulpflicht.

Lebensweise

Das Leben ist in der Gemeinschaft der zwölf Stämme hierarchisch geordnet. Die Mitglieder nennen sich untereinander Brüder und Schwestern. Die Frauen sind den Männern der Gemeinschaft untergeordnet. Der Tagesablauf ist strikt durchgeplant und beginnt mit dem täglichen Morgentreffen.

Die Kleidung und Frisuren der Mitglieder orientiert sich an der, welche in der Bibel beschrieben ist. Die Männer tragen lange Haare und Bärte. Die Frauen tragen in der Regel Kleider und Röcke und in seltenen Fällen auch weite Hosen. Die Mitglieder der Gemeinschaft besitzen kein persönliches Eigentum. Sie arbeiten viel und erhalten dafür keinen Lohn, sondern lediglich Kost und Logis innerhalb der Kommune.
Gegen Ende des Jahres 2003 kam es zu Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der zwölf Stämme in Deutschland, da diese ihre Kinder von der Schule abgemeldet hatten. Alle Verfahren führten zu Bußgeldern gegen die zwölf Stämme, die diese jedoch nicht bezahlten. Es gab weitere Geldbußen und sogar Ordnungshaft.

Im Jahre 2006 wurde den zwölf Stämmen in Bayern erlaubt, eine eigene Schule zu gründen, sieben Jahre später, wurde dies wiederrufen.

Prozess wegen Kindesmisshandlung in Deutschland

Im Jahre 2013 kam es zur Eskalation im Falle der Kindesmisshandlung in Deutschland. Zirka 40 Kinder wurden vorübergehend in staatliche Obhut genommen, nachdem ein Undercover Reporter zahlreiche Fälle von Prügelstrafen dokumentierte. Die Kinder wurden zunächst in Pflegefamilien und Heimen untergebracht, später jedoch in ihre Familien zurück geführt.

Da die Probleme mit dem Gesetz in Deutschland für die zwölf Stämme immer mehr wurden, beschlossen diese, ihren Sitz in Deutschland aufzugeben. Im Sommer des Jahres 2015 begannen sie mit der Übersiedlung nach Tschechien, welche nach knapp zwei Jahren abgeschlossen war.