Exilliteratur

Fach Deutsch

Klasse 8

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 07.11.2018

Schlagwörter

Exilliteratur

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit dem Thema Exilliteratur. Es wird auf die Geschichte der Exilliteratur eingegangen und diese von der Neuzeit bis heute erklärt. Außerdem wird insbesondere auf die Situation in Deutschland eingegangen.

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Bei der Exilliteratur handelt es sich um Literatur von Schriftstellern, welche ihr Heimatland unfreiwillig verlassen und Zuflucht in der Ferne suchen mussten. Daher wird für die Exilliteratur gelegentlich auch der Begriff der Emigrantenliteratur verwendet.                                                                                        Die Gründe für die Flucht aus der Heimat lagen in der Regel in der politischen oder religiösen Verfolgung. Die Schriftsteller oder ihre Werke waren in ihrem Heimatland bedroht, weshalb sie dieses verließen, um in der Ferne ein Leben in Sicherheit führen zu können. Ein prominentes Beispiel ist der deutsche Physiker Albert Einstein, der jüdischer Herkunft war und Deutschland nach der Machtergreifung Hitlers, verließ und in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte.

Exilliteratur

Erste Fälle von Schriftstellern, welche ihre Werke im Exil verfasst und veröffentlicht haben, sind bereits in der Antike zu finden. Diese Arbeit befasst sich jedoch mit der Exilliteratur der Neuzeit, bis heute. Die Exilliteratur der Neuzeit entstand im Verlauf des 16. Jahrhunderts, während der Zeit der Glaubenskriege. Während dieser Kriege mussten sehr viele protestantische Dichter, ihre katholisch geprägten Heimatländer verlassen. Einige von ihnen setzten ihre schriftstellerische Tätigkeit in ihrem Exilland fort. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand die Exilliteratur in erster Linie von religiös verfolgten Menschen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts verließen einige Schriftsteller aus politischen Gründen ihre Heimatländer und setzten ihre schriftstellerische Arbeit im Exil fort. In Folge dessen gewann die Exilliteratur immer mehr an Bedeutung, da auch sehr bekannte und erfolgreiche Schriftsteller, nicht von der politischen Verfolgung in ihrer Heimat verschont blieben.

Bekannte Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, welche ihre Arbeiten in Paris und London veröffentlichten, waren beispielsweise Heinrich Heine und Georg Büchner. Auch Feldherren, wie Napoleon III verfassten im Exil einige theoretische Arbeiten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Exilliteratur immer zahlreicher und ein weltweites Phänomen. Die Anzahl der mittlerweile eher politisch, als religiös verfolgten Menschen stieg weiter an und somit auch die Anzahl der im Exil lebenden Schriftsteller.

Exilliteratur in Deutschland

Auch in Deutschland gab es aufgrund der Nazizeit, viele Schriftsteller, welche ihre Heimat verlassen haben und ins Exil flohen. Die deutsche Exilliteratur entstand im Zeitraum zwischen der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945. Es handelte sich bei dieser Literatur in erster Linie um Werke von Gegnern des Nationalsozialismus aber auch um Werke von berühmten Schriftstellern und weiteren Wissenschaftlern, von Menschen mit jüdischen Wurzeln. Auch die am 10. Mai 1933 stattfindenden Bücherverbrennungen im Deutschen Reich spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Exilliteratur. Zu den wichtigsten Verlagen der Exilliteratur gehörten der Querido Verlag sowie der Allert de Lange Verlag.                                                                    Zu den wichtigen Schriftstellern der Exilliteratur, gehören unter anderem: Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Maria Lazat, Heinrich Mann, Klaus Mann, Thomas Mann sowie Anna Sebastian und Kurt Tucholsky.                                                                                                                             Einige Schriftsteller, darunter auch Kurt Tucholsky begingen aufgrund von Verzweiflung im Exil Selbstmord. Der Schriftsteller Klaus Mann kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland zurück. Er konnte jedoch keine Verbindung mehr zu seiner alten Heimat aufbauen und zerbrach an dieser Situation. Klaus Mann beging einige Jahre nach dem Kriegsende ebenfalls Selbstmord.

Jüdische Exilliteratur

Aufgrund der politischen Situation im Deutschen Reich bildet insbesondere auch die jüdische Exilliteratur einen großen Teil der Exilliteratur im Allgemeinen. Zu den bekanntesten Schriftstellern und Schriftstellerinnen der jüdischen Exilliteratur gehören Nelly Sachs, Else Lasker Schüler, Maria Lazar sowie Isaac Bashevis Singer. Die Exilliteratur dieser Schriftsteller wurde zum Teil weltbekannt und mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. So erhielten beispielsweise Nelly Sachs (1966) und Isaac Bashevis Singer (1978) den Nobelpreis.

Bundesrepublik und DDR

Auch nach dem Ende des zweiten Weltkrieges spielte die Exilliteratur in Deutschland noch eine große Rolle. Dies lag an der Teilung Deutschlands in Ost und West. Die Arbeiten von in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelten Schriftstellern, wurden im Anschluss an die Übersiedlung als Exilliteratur aufgefasst. Diese Art der Auffassung ist jedoch sehr umstritten, da die Schriftsteller nicht mit den gleichen Anpassungsproblemen zu kämpfen hatten, wie jene, die ins Ausland gehen mussten. Diese hatten oftmals lange Zeit mit sprachlichen Problemen sowie Publikationsproblemen bei der Veröffentlichung ihrer Arbeiten zu kämpfen.                                                                                                                                                        Viele Kritiker bezeichneten die Übersiedlung von Schriftstellern von Ostdeutschland nach Westdeutschland als einen direkten Vorteil für diese Schriftsteller.

In der heutigen Exilliteratur findet sich auch, sehr zahlreich vertreten, die deutschsprachige Literatur von Migranten. Die Schriftsteller gehören teilweise noch zu den Exilliteraten, welche ihre Heimat in der Zeit des Zweiten Weltkrieges verließen. Zum Teil gehören jedoch auch Schriftsteller dazu, welche wegen der Anwerbung von Arbeitskraft in den 1950er Jahren ihre Heimat, aus wirtschaftlichen Gründen, verlassen haben. In diesen Fällen handelt es sich bei der veröffentlichten Literatur um Gastarbeiterliteratur, von Schriftstellern aus verschiedenen Herkunftsländern. Diese stammten in der Nachkriegszeit in erster Linie aus Italien und der Türkei.                                                                   Mittlerweile sind derartige Migrantenschriftsteller in der deutschen Literatur sehr wichtig. Zu den bedeutendsten Schriftstellern gehören beispielsweise der Japaner Yoko Tawada. Die Migrantenliteratur hat durch die Robert Bosch Stiftung sogar eine eigene Ehrung für Schriftsteller, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, ins Leben gerufen, welche jährlich stattfindet und deshalb die Wichtigkeit dieser Literatur unterstreicht.