Die Dolchstoßlegende über die Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg

Fach Deutsch

Klasse 7

Autor Joker2017

Veröffentlicht am 03.09.2018

Schlagwörter

Dolchstoßlegende

Zusammenfassung

Dieses Referat befasst sich mit der Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg sowie die Gründe für die schwere Kriegsniederlage. Hierbei wird insbesondere die "Dolchstoßlegende" thematisiert und erklärt.

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Bei der „Dolchstoßlegende“ handelt es sich um eine Verschwörungstheorie bzgl. der Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg. Sie wurde von der deutschen, obersten Heeresleitung in die Welt gesetzt, welche versucht hat, die Schuld an der Kriegsniederlage auf andere zu schieben. Die Dolchstoßlegende besagt, dass das deutsche Heer im Felde unbesiegt geblieben sei. Des Weiteren gibt sie die Schuld an der Niederlage im ersten Weltkrieg den „vaterlandslosen Zivilisten“ aus der Heimat, die den Deutschen einen „Dolchstoß von hinten“ (daher der Name „Dolchstoßlegende), versetzt hätten.

Das Bild des Dolchstoßes

Bei dem „Dolchstoß“ handelt es sich um eine Metapher, also um ein rhetorisches Stilmittel. Diese Verbildlichung wird zur Veranschaulichung einer Situation verwendet. Die Metapher des Dolchstoßes wird erstmalig am 17. Dezember des Jahres 1918 in einem Artikel der „nuen Zürcher Zeitung“ verwendet. „Was die deutsche Armee betrifft, so kann die allgemeine Ansicht in das Wort zusammengefasst werden: Sie wurde von der Zivilbevölkerung von hinten erdolcht.“

Die Dolchstoßlegende

Die obige Formulierung und einige weitere, die ihn ähnlicher Form folgten, verlieh im Jahre 1920 dieser Legende den Namen „Dolchstoßlegende“. Das Ziel der Äußerungen der Dolchstoßlegende war es, die Schuld an der Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg vom Militär auf die Zivilbevölkerung zu schieben.
Die Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg lag in Fehlern bei der Kriegsführung sowie der Armeeführung und der Erschöpfung der Soldaten. Auch die militärische Übermacht der Kriegsgegner spielte eine wichtige Rolle. Diese offensichtlichen und plausiblen Gründe, wollte das deutsche Militär jedoch nicht zugeben. So machte die oberste deutsche Heeresleitung Teile der zivilen Bevölkerung und deren Verhalten für die Kriegsniederlage verantwortlich. Sie zeichnete hierfür das Bild, eines hinterlistigen Angriffes auf das deutsche Heer. Dieses Bild gab die Grundlage für die „Dolchstoßlegende“ und folgte der Logik eines totalen Krieges, in dessen Verlauf sämtliche ökonomische Möglichkeiten zur Kriegsführung mobilisiert werden. Der Hintergrund dieser Taktik, war ein guter Zusammenhalt zwischen der „Heimat“ und der „Front“. Mit vereinten Kräften sollte der erste Weltkrieg gewonnen werden. Dies schob der deutschen Zivilbevölkerung eine große Verantwortung zu, da der Sieg im ersten Weltkrieg nun, von deren Siegeswillen und Durchhaltevermögen abhing.

Die Praxis sah jedoch genau anders aus. Die Fortführung des Krieges und das sture Festhalten an nicht zu realisierenden Annexionszielen, führen zu innerdeutschen Konflikten. Die Opferzahlen stiegen stetig an, was zu einer höher werdenden Anzahl an Kriegsgegnern führte. Auch die Lebensmittelknappheit in Deutschland und das damit verbundene Leid der Bevölkerung trugen hierzu bei. Die Mehrheit des deutschen Volkes glaubte inzwischen nicht mehr daran, dass der erste Weltkrieg noch nach deutschen Interessen geführt werde und zu gewinnen sei. Die Zahl der Friedensaktivisten stieg in Folge dessen stark an. Sie hinterfragten den Krieg und dessen Fortsetzung und forderten ein schnelles Ende.

Die Propaganda der Dolchstoßlegende
nach der Gründung der Republik

Die prägende Figur des Verlaufs der Novemberrevolution, war der SPD – Politiker Friedrich Ebert. Es fanden mehrere, teilweise geheime, Treffen statt, in denen geheime Abkommen mit der obersten Heeresleitung getroffen wurden. Friedrich Ebert versuchte die Volksmarinedivision zu entlassen, was jedoch zum Spartakusaufstand führte. Das Ziel der Aufständischen war, Friedrich Ebert zu stürzen, wenn dieser nicht einlenken würde. Friedrich Ebert wehrte sich gegen den Aufstand, indem er den Einsatz des Militärs gegen die Aufständischen verordnete.

Am Ende wurde die oberste Heeresleitung für die Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg verantwortlich gemacht. Das deutsche Militär habe den Krieg aufgrund von zahlreichen Fehlern in der strategischen Kriegsführung verloren. Es hat zudem den zunächst möglichen Frieden, mit der Wahl von falschen Kriegszielen und falschen Annexionsabsichten, unmöglich gemacht. Die oberste Heeresleitung weigerte sich jedoch, sich die Fehler einzugestehen. Sie versuchten bis zu letzt die Kriegsniederlage der Deutschen abzuwenden und glaubten auch fest an einen möglichen Sieg. Sie taten alles in ihrer Macht stehende, um siegreich aus dem ersten Weltkrieg hervorzugehen. Sie versuchten die Zivilbevölkerung einzubinden und zu mobilisieren, dem Militär unterstützend zur Seite zu stehen. Das Ziel der obersten Heeresleitung war es, den ersten Weltkrieg mit vereinten Kräften zu gewinnen. Auch die immer weiter steigenden Opferzahlen brachten sie zunächst nicht von ihrem Ziel ab. Als die Niederlage unausweichlich wurde und letztlich besiegelt war, wurde diese nach Sicht der obersten Heeresleitung nicht durch die militärische Übermacht der Kriegsgegner herbei geführt, sondern durch Teile der deutschen Zivilbevölkerung. Durch die Thesen und Aussagen der obersten Heeresleitung wurde die „Dolchstoßlegende“ bereits geprägt, bevor die eigentliche Metapher des Dolchstoßes entstanden ist.

Bei der Weimarer Nationalversammlung am 18. November 1919, machte Hindenburg die Dolchstoßlegende öffentlich. Es folgte eine Rede sowie Diskussion der Schuldfrage an der Niederlage im ersten Weltkrieg, welche in einem Untersuchungsausschuss stattfand. Dort wurde von einem Zerfall der eigenen Truppen sowie der Flotte und dem Heer berichtet. Innermilitärische Konflikte führten zu einer deutlichen Schwächung der Truppen. Nur ein Teil derer, stand mit gehorsamen Soldaten für die weitere Kriegsführung zur Verfügung. Die anderen Soldaten verweigerten ihre Arbeit. Diese Leistungsverweigerung führte dazu, dass die angestrebten Ziele des Krieges nicht mehr weiter verfolgt werden konnten. Die oberste Heeresleitung versuchte es dennoch, die „ausgefallenen“ Soldaten zu kompensieren, was zum Scheitern aller militärischen Operationen führte. Aus diesen folgte letztlich der militärische Zusammenbruch sowie die Niederlage der Deutschen im ersten Weltkrieg.