Der Ödipuskonflikt

Fach Deutsch

Klasse 8

Autor schnuckelwolke72

Veröffentlicht am 14.09.2018

Schlagwörter

Ödipuskonflikt

Zusammenfassung

Was ist der Ödipuskonflikt und wo kommt dieser Begriff her? Wen betrifft der Ödipuskonflikt und an welchem Beispiel erklärt man es? Wie überwindet man den Ödipuskonflikt? Warum gibt es das Inzestverbot im Bezug auf den Konflikt? Gibt es den Ödipuskonflikt auch bei Frauen und wie verhält sie sich?

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Ödipuskonflikt

Ein psychoanalytisches Konzept, dessen Durchsetzungsvermögen außerhalb einer Psychotherapie bedenklich ist, nennt man Ödipuskonflikt oder auch Ödipuskomplex. Sigmund Freud entwickelte den Begriff im Bezug auf sein Werk „Totem und Tabu“ in dem die Klärung zum Phänomen des Totemismus, was man als ein gesellschaftliches Konzept und ein Glaubenssystem, bei dem eine Ansammlung von Menschen auf Dauer anhaltende Beziehungen zu Tieren, Gegenständen und Erscheinungen erklärt, die These der „Darwinschen Urhorde“ und den Mord ihres Urvaters durch seine zum Mann gewordenen Söhne auseinander setzt. Der Begriff bezeichnet aber auch im Weiteren die Gesamtheit der doppeldeutigen Regungen, es können zugleich zärtliche als auch feindselige Wünsche sein, die das Kind während der Phase des männlichen Glied betreffend bzw. starke Beugungs-Phase seiner triebtheoretischen Entwicklung seinen Eltern gegenüber empfindet. Die sexuellen Wünsche des Kindes richten sich nicht Bewusst auf den Elternteil des gegenteiligen Geschlechts. Im selben Moment entwickelt sich dem gleichgeschlechtlichen Elternteil gegenüber Eifersucht und Hass, denn es betrachtet ihn als Rivalen. Bei Menschen die gleichgeschlechtlich veranlagt sind, ist dies anders herum.

Wo kommt der Begriff her?

Sigmund Freud lehnt sich für die Bildung des Begriffes „Ödipuskomplex“ auf die von der griechischen Saga althergebrachten Figur des „Ödipus“, dessen Trauerspiel der Nachkommenschaft unter anderem in „Sophokles“ Drama König Ödipus erhalten blieb. In einem Handgemenge hatte Ödipus seinen Vater König Laios von Theben, ohne es zu wissen, getötet. Nachdem er später das Rätsel der Sphinx mit Erfolg gelöst hatte, erhielt er ohne sein Wissen, seine Mutter Iokaste zur Ehefrau. Er sticht sich die Augen aus und geht ins Exil als blinder Mann als er merkt das er jahrelang Inzest mit seiner Mutter betrieben hat. Bei Sophokles wird Ödipus´Geschichte als von Anfang an vom Schicksal besiegelte und durch ein Orakel vorhergesagte Tragödie erzählt, die Ödipus eher unfreiwillig widerfährt.

Das männliche Kind begehrt unbewusst

Ein für Jungen entwickeltes Model ist Freuds erste Arbeit auf die er sich stützt. Zum ersten mal tritt das ödipale Bedürfnis im dritten bis fünften Lebensjahr auf, die man „das männliche Glied begehrende Phase“ oder auch „ödipale Phase“ von Freud genannt wird.

Um mit ihr eine Beobachtung zu erklären, greift er die Figur des Ödipus (übertrieben verstärkte emotionale Bindung des männlichen Kindes an seine Mutter) auf. Zu aller erst machte er die Beobachtung bei sich selbst und später auch in der Abfolge seiner freudistischen Therapietätigkeit bei seinen Patienten. Im ahnungslosen Zustand der Patienten findet sich ein sexuelles Bedürfnis gegenüber der eigenen Mutter, was aber normalerweise unbewältigt ist. meint Freud. Das Kind, was die Mutter begehrt, rivalisiert sich mit dem Vater um die Befürwortung von ihr und möchte ihn unbewusst verdrängen um seinen Platz einzunehmen. Die Folgen dieses Bedürfnisses sind sich einschleichende Angstgefühle gegenüber des Vaters, der ihn bestrafen könnte.

Das Beispiel eines Falles „Kleiner Hans“
Der Fall des „kleinen Hans“ zählt als besonderer Beweis für die Ödipus-Theorie, sie war Freud größtenteils aus Erzählungen von Hans´Vater, der ein Schüler von ihm war, vertraut. Nachdem Hans Zeuge eines Verkehrsunfalls wurde, bei dem ein Pferd hinfiel was einen Wagen zog, entstand bei ihm eine Pferdephobie. Der Vater erklärte dem Kind im Laufe der Psychotherapie, die er bei Hans durchführte, dass seine Angst mit seiner Masturbation und mit seinen sexuellen Vorstellungen die sich auf seine Mutter beziehen, als auch den Hass auf den Vater oder die Angst vor ihm zusammen hängt und das Pferd dafür als Symbol steht. Natürlich verbietet Hans Vater ihm gleichzeitig zu masturbieren. Von der Mutter bestätigt das dieser so passierte, beteuert Hans, das seine Pferdeangst vom Verkehrsunfall kommt und sich auch erst nach diesem erstmals zeigte. Die Interpretierung dieses Falles als Ödipus-Theorie-Stütze zu nehmen sei nicht richtig, urteilen Wolpe und Rachmann 1961

Angst vor der Kastration und der Überwindung des Ödipuskonflikts

Das beste Heilungsergebnis eines Ödipuskonflikts wäre, wenn das Kind aufhört den Vater als Rivalen zu sehen und ihn zu „bekämpfen“ und keine sexuellen wünsche gegenüber der Mutter mehr hat. Es soll sich dadurch in seine eigene Geschlechtsrolle hinein fügen und sich mit dem Vater gleich setzen. Das Kind soll dem Vorbild, was aus dem Feind geworden ist, nachahmen. Aus dem albernen Wunsch die Mutter zu besitzen, wird der „erwachsene“ Wunsch, eine Partnerin zu finden, die wie die eigene Mutter ist, dem Vater es also nach macht, jedoch keinen aus der eigenen Familie.

Nach Freud, ist die Androhung einer Kastration, ein notwendiger Schritt und ein heilendes Mittel in der Entwicklung des Kindes, um den Ödipuskonflikt zu besiegen. Das Kind hat Angst, für seine Gefühle den Vater zu verdrängen, mit dem Verlust seines Geschlechtsorgans bestraft zu werden. Es ordnet sich der Führerschaft des Vaters unter und akzeptiert deswegen die Unzugänglichkeit der Mutter, um der Drohung aus dem weg zu gehen. Durch die entgegenkommende Anerkennung des Vaters, erlangt das Kind die Macht und Potenz, die es anscheinend abgegeben hat.

Inzest und Inzestverbot

Um eine Person aus dem „ödipalen Dreieck“, was Mutter, Vater und Kind bilden, exklusiv zu besitzen, will es die andere Person davon ausschließen. Laut Freuds für die damalige Zeit provokante These, wünscht sich das Kind unwissentlich eine Situation der Blutschande ( das heißt Geschlechtsverkehr mit der Mutter) herbei. Freud sah die gewonnenen Beobachtungen seiner Patienten aus deren Gedankenspielen und Träumen durch die soziale Institution des Inzestverbots bestätigt, dies kann man bis in altertümliche Gesellschaften hinein zurück verfolgen.

Schon die Bibel warnte immer vor dem „Inzest“ auch „Blutschande“ genannt. Freud meint wenn die Verhinderung des Inzests erst durch ein strenges Gesetz durchgesetzt werden muss, so muss es auch eine Anziehung geben, die diesem Maßstab entgegen wirkt und von dieser unter Kontrolle gehalten wird

Der Geisteswissenschaftler Claude Levi-Strauss hat die soziale Abbildung des Inzestverbots in der Gewährleistung der Exogamie ( das heißt man möchte gern den Vater oder die Mutter heiraten) ausgemacht, das heißt soviel wie man sollte sich innerhalb der Familie und seinen Mitmenschen seiner Neigung bezüglich öffnen. Durch das Inzesttabu wird der Zusammenhalt des Sozialen ausschlaggebend gesichert. Für Freud stand hingegen vor allem die auf die Person bezogene Funktion im Vordergrund, die es dem Kind möglich macht sich in seiner Geschlechterrolle wieder zu finden und so eine Deckungsgleichheit zu finden.

Der weibliche Ödipuskonflikt – Elektrakomplex ( übersteigerte Bindung an den Vater)

Freud umschrieb einige Zeit später beim Mädchen vor-ödipale Phasen, dabei betrachtet es ähnlich wie beim Jungen, die Mutter als erstes Liebesobjekt und eine im Anschluss folgende ödipale Phase. Während dieser Phase wird sich das Mädchen des Geschlechtsunterschiedes klar und macht die Mutter nicht wissend für das nicht vorhanden sein des Penises verantwortlich. Das Interesse und seine Wünsche richten sich dadurch nun an den Vater, es möchte ihn besitzen und rivalisiert sich deswegen nicht wissend mit der Mutter, so wird es von Freud in seiner Schrift „Das Ich und das Es“ (1923) erzählt.

Bei den Jungen symbolisiert die Kastrationsangst das Ende der ödipalen Phase, bei den Mädchen hingegen ist es die imaginäre Kastration weil es diese bereits als ausgeführt ansieht und somit durch den Wechsel des Liebesobjekts von der Mutter zum Vater die ödipale Phase beginnt.

Den beim Mädchen anders positionierten Komplex nannten Carl Gustav Jung und andere Psychotherapeuten zu Freuds Zeiten „Elektrakomplex“ statt Ödipuskomplex. Diese Bezeichnung hat Freud jedoch immer abgelehnt.