Anne Frank - Das Leben eines jüdischen Mädchens im Nationalsozialismus

Fach Deutsch

Klasse 11

Autor princesswhoelse

Veröffentlicht am 26.03.2018

Schlagwörter

Anne Frank Nationalsozialismus Holocaust

Zusammenfassung

Dieses Referat beschäftigt sich mit einem konkreten Beispiel aus dieser Zeit: Anne Frank. Sie war ein junges, jüdisches Mädchen, welches sich während dem zweiten Weltkrieg in den Niederlanden mit ihrer Familie verstecken musste, aber letztendlich dem Nationalsozialismus doch zum Opfer fiel. Frank begann in der Zeit als sie im Hinterhaus lebte, Tagebuch zu schreiben und durch dieses wurde sie zu einem der bekanntesten Opfer. Im nachfolgendem Text wird der Nationalsozialismus, Anne Franks Leben und Familie im Allgemeinen und im Nationalsozialismus beschrieben und dann näher auf ihr Tagebuch eingegangen.

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I Allgemeines zum Nationalsozialismus

Vor dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Deutschland Armut und Arbeitslosigkeit und aufgrund dieser „[…] Wirtschaftskrise wird Hitlers NSDAP immer stärker.“ (Unbekannt 2010), worauf die Machtübernahme Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 war. Er war der Meinung, Deutsche seien die besten, stärksten und klügsten Menschen der Welt und die Juden seien Schuld an der Armut und Arbeitslosigkeit (vgl. Verhoeven, Rian et al. 1993: 13). Hitler und seine Anhänger waren gegen Juden, Dunkelhäutige und Behinderte.

Hitler schaffte die Demokratie ab und jeder der ihn widersprach, kam ins Gefängnis. Es wurden immer mehr judenfeindliche Gesetze erlassen und Konzentrationslager eingerichtet. 1933 lebten etwa 600.000 Juden in Deutschland und bis 1939 sind bereits etwa die Hälfte geflohen. Am 1. September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, nachdem Deutschland Polen überfallen hat. Am 10. Mai 1940 besetzten deutsche Truppen die Niederlande woraufhin die Niederlande vier Tage später kapitulierte. Auch dort musste sich jeder Jude nun registrieren lassen und es wurden judenfeindliche Gesetze erlassen.

Ab Juni 1942 wurden die Juden nach Deutschland in Arbeitslager gebracht und bis „Ende September 1943 sind fast alle Juden in den Niederlanden festgenommen.“ (ebd.: 27). Während des Krieges wurde das Essen immer knapper und war nur über Lebensmittelkarten zu bekommen, es herrschte sehr große Not. 1943 wird es klar, dass Deutschland den Krieg verlieren wird. Der Süden der Niederlande wurde Ende 1944 von den Alliierten befreit, jedoch starben trotzdem etwa 20.000 Menschen an Hunger, Krankheit und an Kälte. Am 5. Mai 1945 sind die Niederlande vollständig befreit und am 8. Mai war das Ende des Zweiten Weltkrieges. Es wurden insgesamt etwa sechs Millionen Juden ermordet.

II Leben der Anne Frank

Anne Frank war ein jüdisches Mädchen, dass während der Zeit des Nationalsozialismus lebte. Sie bekam am 12. Juni 1942, zu ihrem 13. Geburtstag ein rot-weiß-kartiertes Buch und begann Tagebuch zu schreiben. Daraufhin entdeckte sie den Wunsch, später einmal Journalistin oder eine berühmte Schriftstellerin werden zu wollen. Frank hatte bis 1940 eine unbeschwerte Kindheit, doch aufgrund der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen wurden in den Niederlanden judenfeindliche Gesetze erlassen, die sie einschränkten. Da sie beispielsweise nicht mehr mit nichtjüdischen Kindern die gleiche Schule besuchen durfte, ist „[Anne] […] im Oktober 1941 ins Jüdische Lyzeum übergewechselt […]“ (Pressler 2013: 21).

II.1 Lebensdaten

Annelies Marie Frank, genannt Anne, wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren und starb mit vielen anderen Häftlingen, unter anderem auch ihre Schwester Margot, im Lager in Bergen-Belsen im März 1945, nur wenige Wochen vor der Befreiung dieses Lagers, an Typhus, da sie dort unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen leben mussten. Anne Frank wurde nur 15 Jahre alt. Sie wurde in einen der Massengräber begraben. Heute steht in Bergen-Belsen „[…] ein Gedenkstein für Margot und Anne Frank […]“ (Pressler 2013: 330).

II.2 Familie

Anne Frank stammt aus einer jüdischen Familie. Ihr Vater hieß Otto Frank und wurde am 12. Mai 1889 in Frankfurt am Main geboren. Ihre Mutter war Edith Frank-Holländer, welche am 16. Januar 1900 in Aachen zur Welt kam. Sie ist aus einer wohlhabenden Familie und ihre Vorfahren sind “[…] um 1800 aus Amsterdam nach Deutschland gekommen.“ (Pressler 2013: 336). Otto und Edith heirateten 1925 und blieben in Frankfurt am Main, wo sie am 16. Februar 1926 Margot Betti Frank bekamen. Während Otto 1933 nach Amsterdam ging, wanderten Ottos Geschwister und Mutter nach London, Paris und Basel aus und Edith, Margot und Anne blieben noch in Aachen bei Edith Mutter bevor sie Anfang 1934 auch nach Amsterdam zogen. Edith Mutter wurde „[i]m Sommer 1941 […] sehr krank. […] [Sie] starb im Januar 1942.“ (ebd.: 21) noch vor dem Umzug ins Hinterhaus.

Anne Frank hatte zu ihrem Vater ein gutes Verhältnis: „Ich habe Papi endlich gesagt, dass ich ihn viel lieber habe als Mutter.“ (ebd.: 61) und zu ihrer Mutter eher weniger: „Mutter kann ich nunmal nicht ausstehen […]“ (ebd.).
„Otto Frank war der Einzige aus seiner Familie, der den Holocaust überlebte […]“ (ebd.: 340), denn er wurde von der Roten Armee am 27. Januar 1945 befreit. Er kam am 3. Juni wieder in Amsterdam an und erfuhr dort das seine Familie gestorben war. 1952 heiratete Otto Frank erneut und zog ein Jahr später nach Basel, wo sein Bruder und seine Schwester lebten. Am 19. August 1980 starb er mit 91 Jahren in Birsfelden.

III Flucht

1933 beschloss Familie Frank nach Amsterdam zu ziehen, „[z]um einen, weil sie Juden sind, zum anderen wegen der Wirtschaftskrise, die ihnen große Probleme bereitet.“ (Unbekannt 2010). Sie wählten Amsterdam, da „[…] die Niederlande im Ersten Weltkrieg neutral geblieben […]“ (Pressler 2013: 320) ist und somit sicher schien. Otto wanderte als Erstes aus, während Edith, Margot und Anne vorerst in Aachen bei Edith Mutter blieben, bis sie im Februar 1934 nachkamen. Otto eröffnete Opekta und „[d]ie Mitarbeiter, die er anstellte, sollten später die Rolle der Helfer übernehmen.“ (ebd.), ohne die das Untertauchen später nicht möglich gewesen wäre. Sie hießen Victor Kugler, Miep Gies, Elisabeth Voskuijl, genannt Bep, und Johannes Kleimann.

Nachdem Deutschland 1940 die Niederlande besetzte, versuchte Otto Frank eine Einreisegenehmigung in die USA zu bekommen, aber diese wurde jedoch abgelehnt. Dann wurden judenfeindliche Gesetze erlassen, wie zum Beispiel „Juden müssen einen Judenstern tragen; Juden müssen ihre Fahrräder abgeben; Juden dürfen nicht mit der Straßenbahn fahren; Juden dürfen nicht mit einem Auto fahren, auch nicht mit einem privaten; Juden dürfen nur von 3-5 Uhr einkaufen; Juden dürfen nur zu einem jüdischen Friseur; Juden dürfen zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht auf die Straße; Juden dürfen sich nicht in Theatern, Kinos und an anderen dem Vergnügen dienenden Plätzen aufhalten; Juden dürfen nicht ins Schwimmbad, ebenso wenig auf Tennis-, Hockey- oder andere Sportplätze; Juden dürfen nicht rudern; Juden dürfen in der Öffentlichkeit keinerlei Sport treiben; Juden dürfen nach acht Uhr abends weder in ihrem eigenen Garten noch bei Bekannten sitzen; Juden dürfen nicht zu Christen ins Haus kommen; Juden müssen auf jüdische Schulen gehen […]“ (ebd.: 21) und Juden durften keine eigenen Geschäfte mehr besitzen. Otto Frank überschrieb somit Opekta an Johannes Kleimann.

III.1 Das Hinterhaus

Am 5. Juli 1942 wurde Margot aufgerufen, sich zum Arbeitseinsatz im Osten zu melden. Direkt am nächsten Tag tauchte die Familie im vorbereiteten Versteck im Hinterhaus von Opekta in der Prinsengracht 263 unter. Da es sehr spontan war, konnten sie nicht sehr viel mitnehmen, weil es sonst zu auffällig gewesen wäre: „Kein Jude in unserer Lage hätte gewagt, mit einem Koffer voller Kleider aus dem Haus zu gehen. Ich hatte zwei Hemden, drei Hosen, zwei Paar Strümpfe und ein Kleid an, darüber Rock, Mantel, Sommermantel, feste Schuhe, Mütze, Schal und noch viel mehr.“ (Pressler 2013: 33 f.).

Ein paar Tage später zog auch die Familie van Pels in das Haus. Da das Geschäft immer noch lief und die Arbeiter nichts von den versteckten Juden wussten, mussten sie zu den Arbeitszeiten leise sein, zum Beispiel durften sie nicht die Toilettenspülung benutzen und nicht so viel herumlaufen. Im November 1942 kam der Zahnarzt Dr. Fritz Pfeffer dazu, mit dem sich Anne Frank das Zimmer teilen musste. Jedoch mochte sie ihn nicht, weshalb sie sich nicht gut verstanden. Am Anfang hat sie auch zu Peter, dem Sohn der Familie van Pels, ein nicht so gutes Verhältnis, aber später verlieben sie sich ineinander.

Die Untergetauchten wurden von den Helfern mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen Dingen für den Alltag versorgt. Jedoch wurde das mit der Zeit immer schwerer, da es beispielsweise Essen nur über Lebensmittelkarten zu bekommen war. Da die Untergetauchten nicht registriert waren, bekamen sie offiziell eigentlich keine Nahrung. Damit das Versteck nicht gefunden werden konnte „[…] tarn[ten] [sie] den Zugang zum Hinterhaus durch einen schwenkbaren Schrank.“ (Unbekannt 2003).

IV Festnahme bis Tod

Als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie gelandet sind, gab es wieder etwas Hoffnung und „[d]ie Untergetauchten erwarte[ten] voller Spannung die Befreiung der Niederlande.“ (Unbekannt 2003). Jedoch wurden die acht Versteckten und die Helfer Victor Kugler und Johannes Kleimann im August, nach mehr als zwei Jahren im Hinterhaus, verhaftet. Es ist eigentlich sicher das sie verraten wurden, aber man weiß nicht von wem, da keine direkten Beweise vorliegen. Alle acht Untergetauchten wurden mit dem letzten Transport vom Judendurchgangslager Westerbork nach Auschwitz deportiert.

Als sie am 6. September dort ankamen, wurden die Männer von den Frauen getrennt. Hermann van Pels starb als Erstes noch im gleichen Monat in der Gaskammer. Dann starb Fritz Pfeffer im Konzentrationslager Neuengamme. Anne und Margot Frank wurden in der Zeit nach Bergen-Belsen gebracht. Edith Frank starb an Hunger und Erschöpfung am 6. Januar 1945 im KZ Auschwitz-Birkenau. Mitte Januar begann der Todesmarsch von Auschwitz bis Mauthausen, an dem Peter van Pels teilnahm. Otto Frank war zu schwach und blieb zurück und „[…] wurde am 27. Januar 1945 von der Rote Armee befreit.“ (Pressler 2013: 329).

Im März 1945 starben Anne und Margot Frank an Typhus in Bergen- Belsen, nur wenige Wochen vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Engländer. Am 5. Mai starb Peter van Pels im Konzentrationslager Mauthausen, nachdem er den Todesmarsch überlebte. Das Todesdatum von Auguste van Pels ist unbekannt.
Kugler und Kleimann kamen ohne Prozess am 11. September 1944 nach dem Untersuchungsgefängnis ins polizeiliche Durchgangslager Amersfoort. Kleimann wurde im September aus gesundheitlichen Gründen entlassen und Kugler gelang im März 1945 die Flucht, kurz bevor er zum Arbeitseinsatz nach Deutschland abtransportiert wäre.

V Anne Franks Tagebuch

Am 12. Juni 1942, als Anne Frank 13 Jahre alt wurde, bekam sie ein rot-weiß-kariertes Buch und begann sofort Tagebuch zu schreiben. Sie schrieb in Briefform an Kitty über zwei Jahre lang während dem Zweiten Weltkrieg über ihren Alltag, Konflikte, Ängste, Hoffnungen und Liebe. Für Anne war ihr Tagebuch ein „[…] Ersatz für Freunde und gesellschaftliche Kontakte […]“ (Pressler 2013: 326). Ab 1943 fing sie auch an Geschichten und Märchen zu erfinden.

Das Schreiben wurde für sie sehr wichtig und spielte eine immer größer werdende Rolle, denn es „[…] gab ihr die Möglichkeit, sich darzustellen, aus Wörtern ein Bild von sich und der eigenen Position in der Welt zu malen.“ (ebd.). Nachdem Anfang 1944 der Minister der niederländischen Exilregierung eine Rede hielt, in der er sagte, dass nach dem Krieg ein Institut gegründet werden soll, indem das Leiden des Volkes unter der deutschen Besetzung veröffentlicht wird, beschloss Anne Frank ihr Tagebuch zu überarbeiten. Sie wollte es nach dem Krieg als Roman herausbringen und berühmte Schriftstellerin werden. Ihr letzter Eintrag war am 1. August 1944. Am Tag der Verhaftung stellten Miep Gies und Bep Voskuijl ihr Tagebuch sicher.

V.1 Veröffentlichung

Nach seiner Befreiung kam Otto Frank wieder nach Amsterdam und wurde von Miep Gies und ihrem Mann aufgenommen. Sie gab ihm Annes Tagebuch „[a]ls sicher war, das Margot und Anne nicht zurückkommen würden […]“ (Pressler 2013: 340). Als es Otto las, bemerkte er ihren Wunsch, das Tagebuch zu veröffentlichen. Er stellte aus Annes ursprünglichen Tagebuch und ihren eigenen Überarbeitungen eine weitere Fassung zusammen und 1947 „[…] erscheint [es] in den Niederlanden unter dem Titel Het Achterhuis.“ (Unbekannt 2003).

1950 wurde es auch in Deutschland veröffentlicht und später auch zu einem Theaterstück und Film verarbeitet. Bis zu Otto Franks Tod 1980 hielt er Vorträge und beantwortete Briefe von den Lesern des Tagebuches. Er gründete auch den Anne Frank Fonds in Basel und verwendete die Einnahmen für humanitäre Zwecke, da das Geld nicht ihm gehöre, sondern seiner Tochter (vgl. Pressler 2013: 341). Die Originalaufzeichnungen vermachte Otto Frank an das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation in Amsterdam. Ab 1986 führte Buddy Elias, der Cousin von Anne Frank, das Werk von Otto Frank fort, bis er 2015 starb. Ab da übernahm Buddy Elias’ Frau.

VI Fazit

Anne Frank wollte Journalistin oder eine berühmte Schriftstellerin werden. Sie hat es zwar damals nicht geschafft, da sie zu jung und Jüdin gewesen war, sodass sie versteckt leben musste, aber dafür ist sie heute eine der bekanntesten Opfer des Nationalsozialismus. Als Anne entschied, ihr Tagebuch nach dem Krieg zu veröffentlichen, begann sie es zu überarbeiten. Wäre sie nicht verhaftet worden, hätte sie mehr Zeit gehabt und vermutlich wäre dann mehr über sie und die Mitbewohner des Hinterhauses geschrieben. Anne hätte dann das Buch selbst veröffentlicht und wahrscheinlich gäbe es dann ein Happy End, weil sie selbst noch am Leben wäre, da sie entweder die Konzentrationslager überlebt hätte oder sie und die Untergetauchten befreit wurden.

Man kann eigentlich sagen, dass Anne Frank ihr Ziel erreicht hat, denn ihr Traum eine berühmte Schriftstellerin zu werden wurde durch ihren Vater erfüllt, der ihr Tagebuch überarbeitete und veröffentlichte. Meiner Meinung nach steht Anne Franks Tagebuch für alle Opfer des Holocaust, da es das Leben eines jüdischen Mädchens zeigt, welches vor den Nazis floh und ihr Leben seit der Besetzung der Niederlande versteckt und in Angst leben musste und versuchte zu überleben, was ihr und vielen anderen Juden nicht gelang.