Analyse - Latrine

Fach Fach

Klasse 10

Autor Sphax

Veröffentlicht am 24.04.2018

Schlagwörter

Analyse Trümmerlyrik

Zusammenfassung

Dieses Referat ist eine Analyse des Gedichtes "Latrine" von Günther Eich. Es beinhaltet alle Aspekte einer Analyse und es sind Zitate wie auch Zeilenangaben vorhanden. Es wird besonders auf die Atmosphäre und auf die rhetorischen Mittel eingegangen. Das Gedicht ist der Trümmerliteratur zuzuordnen.

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                                       Analyse – Latrine                           07.03.2018 

Das Gedicht „Latrine“, welche der Trümmerliteratur zuzuordnen ist, wurde 1948 von Günter Eich veröffentlicht. Das Gedicht wurde kurz nach der Zeit des Zweiten Weltkrieges für die deutsche Bevölkerung öffentlich gemacht. Es befasst sich mit dem Thema der unmenschlichen Zustände nach dem Krieg. Jedoch wird positiv auf Zukunft und Vergangenheit geblickt.

In der ersten Strophe sitzt das lyrische Ich über einem Graben und verrichtet sein Geschäft bei unerträglichen Umständen. Die nächste Strophe befasst sich damit, dass das lyrische Ich auf die wunderbare Natur blickt. Weiterhin werden jedoch auch die abstoßenden Bedingungen beim Toilettengang beschrieben. In der dritten Strophe hört das lyrische Ich einige Verse des Schriftstellers „Friedrich Hölderlin“. Außerdem betrachtet es den Urin, welcher die Wolken im Himmel spiegelt. In der letzten Strophe nimmt das lyrische Ich erneut Bezug auf Hölderin, indem es ein Zitat aus der Werk „Andenken“ vorträgt. Folglich wird erzählt, dass der Urin nun verrinnt.

Ich vermute, dass der Autor auf die Missstände nach dem Zweiten Weltkrieg aufmerksam machen wollte. Da sich der Text hauptsächlich an die deutsche Bevölkerung richtet, wird der Autor vermutlich die Intention verfolgen, den Krieg in Hinsicht auf die katastrophalen Umstände hin zu kritisieren.

Das Gedicht besteht aus vier Strophen zu je vier Versen. Das Reimschema ist „a, b, c, b“, also ein Kreuzreim, jedoch reimen sich „a“ und „c“ nicht. In der vierten Strophe gibt es einen unreinen Reim, zwischen dem zweiten und den vierten Vers. Das Metrum ist vorwiegend durch einen Daktylus vorzufinden.

Die erste sprachliche Besonderheit lässt sich in Vers Vier deuten: „hocke ich in den Knien“(Vers 4), soll die unmenschlichen Umstände hervorheben, welche das lyrische Ich über sich ergehen lassen muss. Mit dem Zitat: „spiegeln Wolken sich im Urin“(Vers 11-12) lässt sich vermuten, dass das lyrische Ich auf den Boden blickt. Denn der Urin spiegelt den Himmel und man kann somit die Wolken auf dem Boden betrachten. Daraus lässt sich wiederum schließen, dass das lyrische Ich eine sehr negative Haltung in Richtung Boden hatte, dar es nicht anders möglich war, derartiges wahrzunehmen. Die Metapher: „schwimmen die Wolken davon“ (Vers 16), soll eine ähnliche Wirkung mit sich bringen. Mit der herablassenden Sprache bzw. mit dem Dysphemismus in Vers Acht, „klatscht der versteinte Kot.“(Vers 8), möchte der Autor erneut die entsetzlichen Zustände für die Menschen nach dem Krieg betonen. Es soll jedoch außerdem der Mangel an Essen angesprochen werden, denn durch zu wenig Nahrung verhärten sich die Exkremente.
Mit dem Neologismus wie auch mit der Hyperbel, dass sich die Wolken mit schneeiger Reinheit im Urin spiegeln (vgl. Vers 11-12), soll vermutlich ebenfalls ein Paradoxon dargelegt werden. Denn wenn man auf Urin blickt, erscheinen die darin gespiegelten Wolken gelblich verfärbt. Weiß assoziiert man meistens mit Reinheit wie auch als Symbol der Unschuld. Eine ähnliche Ansicht der symbolischen Vorstellung erreicht man durch Wolken. Deswegen vermute ich, dass die Wolken eine Scheinvorstellung sind und er auf die grausame und harte Realität blickt. Diese wird durch den Urin dargestellt. Durch erneute „Fäkalsprache“ in Vers Sieben: „Schlamm der Verwesung“(Vers 7), soll bei dem Leser Entsetzten ausgelöst werden. Dieses sprachliche Mittel, lässt sich ebenfalls als Metapher deuten, denn diese soll das Umfeld des lyrischen Ichs verbildlichen. Indem der Autor erwähnt, dass das lyrische Ich auf schwankenden Füßen steht (vgl. Vers 15), soll die Unsicherheit des lyrischen Ichs in einer derartigen Situation in den Mittelpunkt gesetzt werden.

In der dritten Strophe hört das lyrische Ich Verse eines anderen Schriftstellers namens „Hölderlin“, diese entstammen dem Gedicht „Andenken“. Die Verse thematisieren die natürliche Schönheit des Flusses „Garonne“. In der zweiten Strophe blickt das lyrische Ich auf das bewaldete Ufer (vgl. Vers 5), es wird abermals die schöne Natur in den Vordergrund gerückt. Wenn man die zwei genannten inhaltlichen Besonderheiten deutet, ergibt sich, dass aus dem Gedicht „Andenken“ die Vergangenheit widerspiegelt werden soll und in dem das lyrische Ich den Blick in die Ferne wirft, soll die Zukunft gezeigt werden. Das lyrische Ich sitzt in der Gegenwart fest, jedoch mit Blick gerichtet in eine bessere Zukunft und mit gutem Gedanken an eine schöne Vergangenheit.
Die Atmosphäre in dem Gedicht lässt sich nur von zwei Seiten betrachten, in dem die Strophen (ausgenommen die erste) jeweils geteilt sind, wird erst eine schöne, beruhigende Atmosphäre widergespiegelt, in dem von idyllischen Landschaften die Rede ist. Jedoch wird im zweiten Teil eine abstoßende Atmosphäre durch Wörter wie: „Schlamm und Verwesung“ (Vers 7), erzeugt.
Man kann sagen, dass die Situation des lyrischen Ichs sich im Gedichts-Verlauf verbessert. In der ersten Strophe ist das lyrische Ich ohne Hoffnung in der Realität gefangen, jedoch schöpft es in der zweiten Strophe im oberen Teil neue Hoffnung, mit positiven Blick auf die Zukunft. Die dritte Strophe zeigt ebenfalls im ersten Teil positive Aspekte, in Hinblick auf die Vergangenheit auf. Ferner nimmt die letzte Strophe auch Bezug darauf.

Abschließend kann man sagen, dass der Autor den Krieg und wahrscheinlich seine Verursacher mit diesem Gedicht kritisieren wollte. Das lyrische Ich befindet sich in einem katastrophalen und unmenschlichen Umfeld. Jedoch hat es trotz schlechten Umständen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Weiterhin erinnert es sich gerne an die schöne Vergangenheit, welche ihm Sicherheit und Vertrautheit gibt. Bezogen auf meine Deutungshypothese, erweist sich meine Vermutung als bestätigt. Es wird deutlich auf die Missstände nach dem verlorenen Krieg aufmerksam gemacht. Wenn man die Situation in die heutige Zeit überträgt, kann man daraus ableiten, dass man trotz schlechten Umständen positiv in die Zukunft bzw. in die Vergangenheit blicken sollte. In besonderer Betrachtung auf die Trümmerlyrik, lässt sich ableiten, dass das Leben nach dem Krieg ähnliche katastrophale Zustände angenommen hatte. Es soll ausgesagt werden, dass die deutsche Bevölkerung trotz der Missstände, die Hoffnung nicht aufgegeben hat.

Analyse von Jan Niederkrome