Analyse des Romans "Septembervögel" von Emily Nasrallah

Fach Fach

Klasse 12

Autor lisaurus

Veröffentlicht am 26.03.2018

Schlagwörter

Buchanalyse Roman Septembervögel Emily Nasrallah Arabische Literatur Buchvorstellung

Zusammenfassung

Dieses Referat stellt das Buch "Septembervögel" von Emily Nasrallah vor. Zunächst wird die Autorin kurz vorgestellt. Nach einer kurzen Inhaltsangabe folgt eine Erläuterung der Erzähltechniken und der Motive im Buch. Abschließend werden Fragen für eine Diskussionsrunde gestellt.

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Emily Nasrallah: Septembervögel

Zur Autorin:
• Geboren am 6. Juli 1931 in Kfeir (Dorf im Südlibanon) in christlicher Familie
• Studierte Erziehungswissenschaften an der Amerikanischen Universität Beirut
• Arbeitete als Lehrerin, Journalistin und freie Schriftstellerin
• 1962 erschien ihr erstes Buch „Septembervögel“
• Sie ist verheiratet und hat vier Kinder
• Themen ihrer Bücher: Dorfleben, Geschlechterdiskriminierung, Bürgerkrieg

Inhalt:

Muna
• spürt bereits in der Kindheit ihre Hilflosigkeit und Unfreiheit -> stellt sich nur innerlich dagegen, äußerlich ist sie gehorsam
• Flieht sich in Träume und Wünsche
• Ist sehr naturverbunden
• Darf schließlich doch in die Stadt, um zu studieren
• Ist in der Stadt unglücklich und sehnt sich nach ihrem Dorf zurück
• Bei ihrer Rückkehr stoßt sie das Dorf ab
• Autorin identifiziert sich mit Muna, autobiografische Gemeinsamkeiten

Mariam und Fawas
• Fawas wuchs ohne Mutter in ärmlichen Verhältnisse auf, „am Rande der Gemeinschaft“
• Begegnung: Fawas offenbart Mariam ihren Schmerz und ihre Träume, wischt ihr die Tränen von den Wangen
• Verzerrte Darstellung der Begegnung durch Dorfbewohner
• Mariams Vater ist wütend
• Am Tag der Hochzeit von Munas Cousin Saad erschießt Fawas Mariam
• Fawas flieht in die Wälder und wird nie wieder gesehen

Nadschla und Kamal
• Gehören unterschiedlichen Konfessionen an
• Ihre Mutter drängt sie Salim zu heiraten, obwohl sie Kamal liebt
• Nadschla schreibt Kamal einen Abschiedsbrief, in dem sie ihn bittet, das Dorf zu verlassen, und fügt sich

Mirsal und Radschi
• ineinander verliebt
• Radschi sagt, dass er fortgehen muss, weil es ihm im Dorf „zu eng“ wird
• Mirsal verliert sich in ihrer Trauer, verliert den Lebensmut
• Entscheidet sich dafür, einen reichen Libanesen aus den Staaten zu heiraten, den sie nicht kennt oder liebt
• Kann sich erst von Radschi lösen, als sie ihm Jahre später noch einmal begegnet

Erzähltechniken
• Auktoriale Erzählerin
• Ich-Perspektive (Sprecherin: Muna)
• Erzählung durch Rückblenden und Briefe
• Bildliche Sprache

Die Emigration
• Symbolik: Septembervögel
• Unzufriedenheit der jungen Generation mit der Enge des Dorflebens
• Verherrlichung der rückkehrenden Emigranten (Beispiel: Samman)
• Entfremdung (Beispiel: Salims Vater)

„Als Fremde gehen sie in die Welt, schwärmen sie aus in alle Fleckchen der Erde auf der Suche nach dem verlorenen Schatz, der in einem geheimen Winkel ihrer Brust vergraben liegt. (…) Auf der Suche nach sich selbst und nach dem verlorenen Schatz drehen sie sich immer nur im Kreis“ (S.7f)

Die Rolle der Frau im Dorf
• Männer haben Privilegien gegenüber den Frauen
• Begrenzte Anzahl an Lebensmodellen
• Konservative Ansichten, Diskriminierungen
• Unfreiheit (ständige Beobachtung, arrangierte Hochzeiten,..)

„Ein ehrbares Mädchen verkehrt nicht mit jungen Männern und sieht ihnen nicht ins Gesicht“ (S.22f)

• Gewisses Maß an Einfluss

Eigene Meinung
Das Buch hat mir sehr gefallen. Es ist sehr schön geschrieben und regt zum Nachdenken an.

Fragen und Diskussion
• Welche Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten gibt es zwischen Muna und der Figur Lina aus dem Buch „Ich lebe“ von Laila Baalbaki?
• Was treibt Fawas zum Mord an Mariam?
• Warum verzichtet Nadschla auf die Liebe zu Kamal?
• Warum verlässt Radschi das Dorf?
• Welchen Stellenwert hat die Liebe im Dorf? Und welchen Stellenwert hat die Ehe?

Quellen:

  • Naṣrallāh, Emily (1988): Septembervögel. Roman aus dem Libanon. Unter Mitarbeit von Veronika Theis. Basel: Lenos-Verl. (Arabische Literatur im Lenos-Verlag).
  • Raih, Asmaa (2011): Arabische Frauenliteratur und Interkulturalität. Eine Untersuchung ausgewählter Romane arabischer Autorinnen hinsichtlich der Konstitution der Fremdheit und der Beziehung zwischen Eigenem und Fremdem. Univ., Diss.—Mainz, 2008. Würzburg: Ergon-Verl. (Bibliotheca academica Reihe Orientalistik, 19).
  • Zeidan, Joseph T. (1995): Arab women novelists. The formative years and beyond. Albany, NY: State Univ. of New York Press (SUNY series in Middle Eastern studies).