Analyse der Kurzgeschichte "Fragebogen" von Josianne Maas

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Klasse 10

Autor Ninchen01

Veröffentlicht am 28.03.2018

Schlagwörter

Kurzgeschichte Maas Fragebogen Kommunikationsmodelle

Zusammenfassung

Im Folgenden findet sich eine Analyse der Kurzgeschichte "Fragebogen" von Josianne Maas. Es wurde detailliert die Kommunikation beachtet und abschließend mit dem Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun geprüft, ob es sich um eine gelungene Kommunikation handelt.

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Die Kurzgeschichte “Fragebogen” von Joasianne Maas wurde im Jahr 1974 veröffentlicht und handelt von einer Frau, die an einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik teilnimmt, sich allerdings nicht in der Situation wohlfühlt, da der Mann sich nicht für Ihre individuelle Situation interessiert.

Im ersten Abschnitt (Z.1-12) der Kurzgeschichte, fühlt sich die Frau bereits angegriffen, da der Mann ihren “Beruf” als Hausfrau nicht akzeptiert, allerdings tröstet sie sich mit dem Aspekt, dass Volkszählung eine sehr wichtige Sache sei.

Im zweiten Abschnitt (Z.13-30) wird deutlich, dass die Frau nicht damit zufrieden ist, dass der Mann sich nur die Dinge notiert, die für ihn relevante sein schein und nicht auf allgemeine Aspekte über die Familie eingeht, doch auch hier behält sie die Hoffnung, dass sie mit einer Auskunft über das Leben ihres behinderten Kindes wenigstens etwas bewegen kann.

Im dritten Abschnitt (Z.31-44), stellt sich allerdings heraus, dass ihn auch diese Information nicht zu interessieren scheint weshalb die Frau kritisiert, dass er keinesfalls auf individuelle Aspekte eingeht.

Der letzte Abschnitt (Z.44-50) spiegelt abschließen noch einmal die Meinung der Frau wieder, indem sie betont, dass die Statistik nicht an ihr interessiert sein, obwohl auch sie viel dazu beitragen könnte.

Der Mann und die Frau führen dieses Gespräch, daher einige Informationen (in Form von einer Umfrage) von der Frau bekommen möchte. Insbesondere ist der an der Bildung der Familie, den daraus resultierenden berufen und auch an dem Weg zur Arbeit interessiert (Z.14/15).

Es ist allerdings auffällig, dass der man sich strikt an das vorgegebene Frage Schema des Computers hält, die Frau allerdings eher ein individuelles Eingehen auf ihre Situation erwünscht, daher werden die Interessen der Frau in diesem Dialog er in den Hintergrund gerückt (Beispiel: sein Bleistift zuckte unbenutzt zurück, Z.5)

Der Text ist aus der Erzählperspektive der Frau geschrieben. Es handelt sich also um einen Ich-Erzähler.

Die Frau gibt in Dialog der beiden Gesprächspartner immer in der direkten Rede und im Präsens wieder, die Gedanken und Eindrücke allerdings in der Vergangenheit.

Dialog und innerer Monolog der Frau wechseln sich ab, wobei die Textstellen, an denen die Frau ihre Eindrücke schildern deutlich länger sind.

Sie ist mit der Kommunikationssituation nicht zufrieden, da der Mann lediglich seine “Checkliste” durch geht und Anmerkung bzw nonverbales sowie paraverbales Verhalten der Frau nicht beachtet (“Meinen mütterlichen Stoßseufzer überhört er”, Z.18).

In kommunikativer Hinsicht ist die Frau dem Interviewpartner allgemein in Bezug auf das Auskunft geben über private Informationen sehr aufgeschlossen (“Ich hatte ihm ja auch bereitwillig Auskunft gegeben”,Z.13), allerdings drückt sie durch ihre Antworten teilweise ihre Abneigung dem Interviewpartner gegenüber aus (“ antwortete ich patzig”, Z.2).

Es scheint als würde die Frau eine gewisse Hoffnung in das Gespräch setzen, etwas allgemein verändern zu können (“Ob der Mangel an qualifizierten Ärzten bekannt ist?”, Z.28). Als sie bemerkt, dass sich der Mann für ihre Probleme (ihr behindertes Kind) bzw ihre Kritik am System nicht interessiert, scheint sie die zu belasten und ein wenig zu verletzen (“Mein Vertrauen zu seiner Statistik bekam einen gewaltigen knacks. Schade, wieder eine Chance verpasst. (Z.41-43).

Da die Kurzgeschichte aus der ich Perspektive der Betroffenen Frau erzählt wird, wird die Perspektive von ihr transparent (durch die Äußerung ihrer Gedanken und Gefühle) und bei dem Leser wird in gewisser Weise Empathie bzw Verständnis erzeugt.

Durch die Beschreibung ihrer paraverbal und nonverbal Reaktion wird die Meinung der Frau allgemein noch intensiver veranschaulicht.

Des Weiteren wird durch die sich immer wiederholende Aussage der Frau, sie kritisiere zwar das Verhalten des Mannes, aber er könne da ja nichts für, es sei schließlich seinen Job der Mann in ein schlechtes Licht gerückt.

Schlussendlich ist festzuhalten, dass die Kurzgeschichte verdeutlicht, dass bei besagtem Umfragen mehr auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden sollte.

Außerdem sollten auch Verhaltensweisen der Person berücksichtigt und mit einbezogen werden.

Bezogen auf das Beispiel würde sich somit die Frau in der Situation wohler fühlen. Und das Bundesamt für Statistik hätte weitere wichtige Informationen zu möglichen Veränderungen.

Im Folgenden möchte ich anschließen anhand des Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun zuerst das Verhältnis von Sachen Inhalt und Beziehungsaspekt darstellen und schlussendlich prüfen, ob es sich um eine gelungene Kommunikation handelt.

Das Kommunikationsquadrat besagt, dass der Sender während der eine Nachricht ausspricht immer ein Sachinhalt sowie einen Beziehungsaspekt an den Empfänger übermittelt.

Dies bedeutet, dass in jedem Gespräch zum einen deutlich wird, was der Sender vom Empfänger will bzw erwartet und zum anderen unterschwellig oder auch direkt ausgedrückt wird, was der Sender auf der Beziehungsebene von dem Empfänger hält.

In diesem Beispiel handelt es sich bei der Sachinhalt immer um die Frage bzw die Antwort, weil hier die jeweiligen Informationen an den Empfänger entsprechend weitergegeben werden.

Die Beziehungsebene wird in diesem Fall eher durch das nonverbale und paraverbale Verhalten deutlich.

Wenn beispielsweise die Frau patzig antwortet, dass sie natürlich arbeite, vermittelt sie trotzdem dass sie es unverschämt findet ihr zu unterstellen sie würde nicht arbeiten.

Während die Antworten der Gesprächspartner also immer den Vorstellung mehr oder weniger entsprechend sind (es wird auf jede Frage nach eigenem Empfinden passend geantwortet), signalisiert die Beziehungsebene in diesem Gespräch immer, was sich eigentlich hinter der Nachricht verbirgt.

Zusammenfassend bin ich trotz alledem der Meinung, dass es sich um ein gelungenes Gespräch handelt, da die beiden Gesprächspartnern miteinander kommunizieren und sich austauschen.

Somit sind die generellen Voraussetzung eines Gespräches erfüllt. Ob das Gespräch allerdings ob emotionaler Ebene gelungen ist, ist eine andere Sache, die sich meiner Meinung nach vermeiden lässt, da die Interessen der Frau nicht berücksichtigt werden und sie sich unwohl zu fühlen scheint.